filmfestival münster 2007

27.09.07

Ran an die Arbeit und rein ins Filmvergnügen

Sich zurücklehnen und den anderen entspannt bei der Arbeit zusehen. So könnte man das Programm des diesjährigen Filmfestival Münster zusammenfassen.

  • Arbeit haben, suchen, finden, darin aufgehen, darunter leiden oder aussteigen. Arbeit ist das Thema des Europäischen Spielfilmwettbewerbs, der zum zweiten Mal Bestandteil unseres Festivals ist. Im Film wird gelebt, gehasst, geliebt — woher das Geld dazu kommt, bleibt meist im Dunkeln. Ganz anders in den acht nominierten Spielfilmen, die um den Preis für die beste Regie konkurrieren: hier spielt Arbeit mehr als eine Nebenrolle, egal ob im Thriller, im Musikfilm oder im Sozialdrama. Eine europäisch besetzte Jury vergibt den Filmpreis Münster für die beste Regie, dotiert mit 10.000 Euro.
  • Im deutschsprachigen Kurzfilmwettbewerb, dem Klassiker des Festivals, zeigen junge FilmemacherInnen ihre Arbeiten, die an Filmhochschulen oder auch unabhängig davon entstanden. Hier ist noch alles erlaubt, jedes Thema, jedes Genre. Der Druck, für einen „Markt“, eine Quote produzieren zu müssen, besteht noch nicht. Der Kurzfilmwettbewerb ist mit drei Preisen ausgestattet. Der große Preis der Filmwerkstatt Münster (dotiert mit 5.000 Euro) wird in diesem Jahr erstmalig gestiftet von der Unternehmens- und Wirtschaftsberatung Grimm und Partner. Der Förderpreis des WDR, Studio Münster, ist mit 2.500 Euro dotiert und der Publikumspreis, ausgerichtet von den Münsterschen Filmtheater-Betrieben, ist 1.000 Euro wert.
  • Zum ersten Mal — und inspiriert durch das Thema Arbeit — wird es eine Jugend-Jury im Festival geben, die auch einen eigenen Preis vergibt, nämlich das professionelle Film- und Videoschnittprogramm Xpress Pro, gesiftet von der Firma Avid. SchülerInnen aus den Abgangs-Klassen der Haupt- und Realschulen in Münster sichten in Schulvorführungen Filme, die vom Arbeitsleben erzählen, ernst, ironisch, spielerisch.
  • Im Rahmenprogramm zeigt ein kurzer, von Referenten begleiteter Gang durch die Spielfilmgeschichte noch einmal die wahren „Helden der Arbeit“ , und eine kleine, aber feine Auswahl von Dokumentarfilmen bietet explizit für die große Leinwand gemachte Einblicke in ferne und nahe liegende Arbeitswelten. Die Reihe „Münster Connection“ ist den FilmemacherInnen gewidmet, die hier leben und arbeiten oder ihren Film mit der Filmwerkstatt fertig gestellt haben.
  • Und last but not least: film|spiegel heißt die deutschlandweit einmalige Festivalsektion, in der die aktuellsten Produktionen aus den Niederlanden gezeigt werden und für die wir immer wieder Deutschlandpremieren und bekannte niederländische Gäste nach Münster holen.
  • Der Filmservice Münsterland verleiht zum vierten Mal seinen Drehbuchförderpreis für Geschichten aus der Provinz.

Bleibt nur noch, Sie alle herzlich einzuladen, vom 17. bis 21. Oktober Ihren Feierabend und das wohlverdiente Wochenende mit uns im Cineplex zu verbringen, mit Filmen, die noch nicht im Kino waren — und einigen, vor allem europäischen Filmen, die Sie wahrscheinlich nur auf dem Festival zu sehen bekommen.
Wir hoffen auf spannende Begegnungen. Alle FilmemacherInnen sind eingeladen, ihre Filme persönlich hier in Münster zu präsentieren. Die Festival-Lounge im Kino bietet sich als Treffpunkt hervorragend an.

Barbara Fischer-Rittmeyer
Festivalleitung