Chaos

Montag, 24.09.2012, 21:00 Uhr // Mittwoch, 26.09.2012, 18:30 Uhr

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Samtu al-Qusur (OmdtU)
EG, F 2007 // R Youssef Cahine & Khaled Youssef // 122 min

Eine Demonstration in Kairos dicht besiedeltem Stadtteil Shoubra löst Massenverhaf-tungen aus. Die Kamera folgt auf die Polizeiwache, in die Folterzellen und die Dienst-zimmer der korrupten Beamten.
Der Polizist Hatem könnte dank der Bestechungsgelder ein gutes Leben haben, wäre er nicht liebeskrank nach seiner jungen Nachbarin, der Lehrerin Nour. Die allerdings liebt den schönen Staatsanwalt Sherif, der versucht, seinen Beruf mit Würde und Anstand auszuüben. Als Hatem den Bogen überspannt, formiert sich das Volk und dringt in die Wache ein.

„In Chaos versuche ich, das Schicksal der Leute herauszustellen, die kaum einen
Einfluss darauf haben, wie unser Land regiert wird. Ohne Verbindung zu nahezu
allem – zu Bildung und zu Kommunikation – leiden sie unter starken Repressionen
der Regierung. Bisweilen erscheinen ihre Demonstrationen wie Mini-Bürgerkriege, bei denen einige wenige Demonstranten gegen vier- bis fünftausend Polizisten antreten. Betrachtet man das Elend, in dem viele dieser Familien leben müssen, erkennt man schnell, dass es die einfachen Leute und insbesondere die aus der Unterklasse sind, die in jeder Autokratie die Rechnung zahlen. Die Regierenden drohen der Bevölkerung im Namen der Ordnung und vernichten dabei die Freiheit. Das ist der schlimme Zustand, der den gesamten Mittleren Osten beherrscht.“ (Youssef Chahine)

Youssef Chahine (1926 – 2008) ist der international bekannteste ägyptische Regisseur.
1950 schuf er mit Baba Amin sein Regiedebüt, sein Gesamtwerk umfasst 42 Filme. Für seinen Film The Blazing Sun (Sira’ fil Wadi, 1954) engagierte er Omar Sherif in dessen erster Filmrolle. Als die ägyptische Filmindustrie im Zuge der Revolution von 1952 Anfang der 1960er Jahre verstaatlicht wurde, war es Youssef Chahine, der als erster Gelder der neuen staatlichen Filmförderung bekam. Seinen politischen Werten und seinem kritischen Geist treu bleibend, hat sich Chahine über die Jahrzehnte immer
stärker zum Oppositionellen entwickelt.

Khaled Youssef wurde 1965 in Ägypten geboren. Während seines Ingenieurstudiums
in Kairo organisierte er einen studentischen Filmclub, in dem er zu Filmgesprächen mit Regisseuren einlud. So kam der Kontakt mit Chahine zustande, mit dem Youssef ab 1990 eng zusammenarbeitete, zunächst als Assistent, später teilweise als Drehbuch-autor und Regieassistent. Chaos ist die einzige Co-Regie der beiden. Seit 2001 hat Khaled Youssef zehn eigene Filme realisiert, für die er teilweise auch das Drehbuch
schrieb. Es sind vornehmlich populäre Filme mit politischen Inhalten.