27.03.2014 Produktion

SANTINI'S NETZWERK von Georg Brintrup

eine Koproduktion mit der Filmwerkstatt Münster.
Am 9. April 2014 um 19:00 Uhr findet im Schlosstheater Münster die deutsche Uraufführung von SANTINI'S NETZWERK statt.der-junge-Santini-traeumt-01.jpg
LA VIA DELL’ANIMA (der Seelenweg), so heißt das deutsch-italienische Kulturprojekt, das von Georg Brintrup und Flavio Colusso ins Leben gerufen wurde und von der Musicaimmagine organisiert wird: Konzerte, Filme, Musikveranstaltungen sollen das riesige Vermächtnis antiker Musikhandschrifen des römischen Musiksammlers Fortunato Santini zu neuem Leben erwecken. Santini verkaufte seine Sammlung 1855 an die Diözese Münster. Nach seinem Tod 1862/3 wurde sie in die westfälische Metropole gebracht.

Die Wohnung Santinis, in der via di S. Maria dell’Anima in Rom, war zu seinen Lebzeiten eine internationale Begegnungstätte für Musiker aus ganz Europa. Allein dank eines raffinierten Netzes von Kontakten die von Rom aus nach Wien, Moskau, London, Paris kurz über ganz Europa gingen, schaffte es Santini bis zu seinem Lebensende diese riesige Sammlung von ca. 20.000 Mustikstücken zusammenzustellen. Eine der weltweit größten und wichtigsten Sammlungen musikalischer Quellen vom 17. bis zum 19. Jahrhundert.
Die abenteuerliche Geschichte dieser Sammlung ist das Thema des neuen Musikfilms von G, Brintrup: Santini’s Netzwerk (La rete di Santini, Italia-Germania, 2013), der vom Fernsehsender WDR, Köln mit Unterstützung europäischer Filmförderungen produziert wurde.
Anlaß war das 150jährige Bestehen der Sammlung in der westfälischen Metropole Münster. Die Musikauswahl für den Film wurde nach filmdramaturgischen Gesichtspunkten getroffen - natürlich mit Werken aus Santinis Sammlung; Werke, die in zwei Konzerten im Laufe des Jahres 2013, in Rom und in Münster aufgeführt wurden.
Beteiligt waren dabei das römische Ensemble Seicentonovecento und die Cappella Musicale di S. Maria dell’Anima unter der Leitung von F. Colusso sowie die münstersche Capella Ludgeriana unter der Leitung von Andreas Bollendorf. Weiter waren an diesem
Projekt die Stadt Münster, das musikwissenschaftliche Institut der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster, die Diözesanbibliothek Münster, das Stadttheater Münster und der Verein Dommusik beteiligt; als auch die Kirche der deutschsprechenden Katholiken in Rom, S. Maria dell’Anima, das Deutsche Historische Institut Rom, das Konservatorium Santa Cecilia und das Päpstliche Institut für Kirchenmusik.
Auch 2014 werden Veranstaltungen im Rahmen des Kulturprojektes stattfinden. Darunter Aufführungen einiger Kompositionen von Aichinger - dessen 450ster Geburtstag ansteht - von Allegri, Palestrina, Scarlatti, von Santini selbst und von Carissimi.
Verschiedene andere Initiativen rund um die zahlreichen Musiken von Carissimi und dessen Schüler - die übrigens in der Sammlung in Münster vertreten sind - laufen parallel zum Projekt: Dreißig Jahre mit Giacomo Carissimi.