25.10.2013 filmclub

The David Lynch Experience

david_lynch.jpg Die Dreharbeiten zu seinem ersten Spielfilm dauerten fast fünf Jahre und zeitweise wohnte er in den Kulissen, weil ihm das Geld ausging. Der Film lief schließlich in Mitternachtsvorführungen über ein Jahr lang im New Yorker „Cinema Village“ und wird bis heute kultisch verehrt. Sein zweiter Kinofilm wurde von dem Komiker Mel Brooks produziert und für acht Oscars nominiert. Er war als Regisseur für das „Star Wars“-Sequel „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ im Gespräch und erbte von Alejandro Jodorowsky ein größenwahnsinniges Science-Fiction-Projekt, das schließlich noch grandioser scheiterte. Erst mit seinem vierten Langfilm erreichte er die künstlerische Freiheit und Eigenständigkeit, die ihn zu einem der bedeutendsten Filmemacher der Gegenwart werden ließen.
Der filmclub münster zeigt in einer umfassenden Retrospektive ab dem 04.11. im Schloßtheater (fast) alle Langfilme sowie die frühen Kurzfilme von David Lynch.

01_eraserhead01.jpg
Nach dem surrealen Debüt „Eraserhead“ (1977), dem viktorianischen Drama „Der Elefantenmensch“ (1980) und dem Big-Budget-Flop „Dune – Der Wüstenplanet“ (1984) prägt „Blue Velvet“ (1986) die künstlerische Handschrift des Regisseurs, Autors, Malers, Fotografen und Musikers David Lynch bis zum heutigen Tag. Seine Filme dringen in unbekannte Territorien vor, loten menschliche Abgründe aus, erkunden die Schattenreiche von Phantasie und Unterbewusstsein. Und zeigen, dass der Wahnsinn gleich hinter der nächsten Ecke lauert.
Mit der TV-Serie „Twin Peaks“ (1989-1991) revolutionierte er das US-Fernsehen (und zerstört es zugleich), für „Wild at Heart“ (1990) gewann er die Goldene Palme in Cannes, und mit „Inland Empire“ (2006) erschloss er sich die neuen Freiheiten des digitalen Filmemachens.

Der filmclub münster zeigt in einer umfassenden Retrospektive im Schloßtheater (fast) alle Langfilme sowie die frühen Kurzfilme von David Lynch. Im Westfälischen Kunstverein wird Frank Behnke, der bei der Produktion von „Blue Velvet“ als Assistent von Lynchs Tonmeister Alan Splet am Set war und ein ausgewiesener Lynch-Kenner ist, in einem zweitägigen Seminar anhand von Filmausschnitten, Kurzfilmen und Dokus – darunter auch nie veröffentlichten Ausschnitten – Näheres zur Ästhetik und Arbeitsweise von David Lynch erläutern.

» Programmflyer (PDF)

weiterlesen