17.02.2010 Veranstaltungen

DER NEUE RUSSISCHE FILM / Russische Filmtage

Vom 07. bis zum 24. März 2010 im Kino Schloßtheater.
Motiviert durch den Erfolg der ersten Russischen Filmtage in Münster 2009, laden wir zu den 2. Russischen Filmtagen Münster ein und hoffen, dieses interkulturelle Ereignis als Kontinuum in der münsterschen Kulturlandschaft etablieren zu können.

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So 7. März 17:30 Eröffnung · anschl. STILJAGI
Di 9. März 20:00 MULTIMEDIAVORTRAG „Der neue russische Film“
Themen, Genres, Filmästhetik vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Produktionsbedingungen. Mit Vika Smirnova, Filmkritikerin, Sankt Petersburg
Mi 10. März 17:00 PETJA AUF DEM WEG IN DEN HIMMEL
19:00 JEDER STIRBT, NUR ICH NICHT
Do 11. März 19:00 PETJA AUF DEM WEG IN DEN HIMMEL (Wdh.)
So 14. März 16:00 VERRÜCKTE RETTUNG mit Regisseur Boris Chlebnikov!
18:30 STILJAGI (Wdh.)
Mi 17. März 18:45 RUSALKA
Do 18. März 18:45 VERRÜCKTE RETTUNG (Wdh.)
Fr 19. März 17:00 KRANKENZIMMER NR. 6
So 21. März 17:00 RUSALKA (Wdh.)
19:15 KRANKENZIMMER NR. 6 (Wdh.)
Mi 24. März 19:00 JEDER STIRBT, NUR ICH NICHT (Wdh.)
anschl. Diskussion, Finissage

Eintritt: 6 Euro – es sind Schulvorstellungen möglich!

Der neue russische Film boomt. Aus dem großen Angebot auf internationalen Festivals prämierter Filme wurden für die Münsteraner Filmtage sechs aktuelle Filme (2007-2009) ausgewählt. Die Filmauswahl folgt keiner spezifischen Thematik, sondern soll die ästhetische Bandbreite und die Vielfalt gesellschaftlicher Diskurse des zeitgenössischen russischen Kinos jenseits des Mainstream abbilden. In den Filmen geht es um jugendliche Gegenkultur im Kommunismus der 50er Jahre, den „gewöhnlichen“ Stalinismus, um Widersprüche, Abgründe und Absurditäten der Gegenwart. Sie faszinieren mit einer skurril-märchenhaften Mädchengeschichte, aber auch mit einer realistisch ungeschminkten Darstellung der Schwierigkeiten heranwachsender Jugendlicher. Sie spiegeln den Wahnsinn der Welt und reflektieren die zeitlose Frage nach Leben und Tod. Als Kulissen erlebt man die Megapolis Moskau, aber auch die äußerste nördliche Provinz Kandalakscha am Rande der Welt, russische Vorstadtmilieus der Gegenwart wie sowjetische Kommunalwohnungen der Vergangenheit.

Das Filmprogramm wird teilweise begleitet von Diskussionen mit Regisseuren und Schauspielern im Anschluss an die Filmvorführung. Warum der neue russische Film boomt, während in Moskau die Kräne still stehen – das erklärt die Filmkritikerin Vika Smirnova aus St. Petersburg in einem Multimediavortrag.


Programm:

STILJAGI
THE HIPSTERS [russ.OmeU]
RUS 08 · R Valerij Todorowskij · B Jurij Korotkow,
Valerij Todorowskij · K Roman Wasjanow · M Konstantin
Meladze · D Oksana Akinshina, Anton Shagin,
Evgenia Brik, Maksim Matveev, Igor Wojnarowskij,
Ekaterina Vilkova, Oleg Jankowskij · 115 min

Der junge Kommunist Mels lebt ein ganz normales Leben im Moskau der 50er Jahre, bis er eines Tages mit den Stiljagi, den sowjetischen Hipsters, in Berührung kommt. Diese Jugendlichen sind bunt, laut und vor allem: anders. Sie kämpfen für das Recht, nicht so zu sein wie alle, hören andere Musik, kleiden sich anders, tanzen anders – und lieben anders. Als Mels sich in die schöne Polly verliebt, ist er dieser aufregenden, atemberaubenden neuen Welt endgültig verfallen. Aber diese Welt ist auch gefährlich, denn wer mag schon die „Andersdenkenden“ ...

Valerij Todorowskij ist es mit diesem rasanten und mitreißenden Musikfilmgelungen, ein beinahe vergessenes Genre, die Musikkomödie, zu neuem Leben zu erwecken und daraus ein modernes russisches Musical zu machen, das in Russland Zuschauer und Kritik begeisterte.

»A lively mélange of updated Soviet
hits and fresh numbers pumps away
energetically, while clever art direction
blends real-life locations with
studio sets to create a world apart.
The cast seems to be having the time
of its life.«

(Screen International)

Viermal ausgezeichnet mit dem russischen Oscar „Nika“, unter anderem als „Bester Film des Jahres“.

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Sonntag, 7. März, 17:30 Uhr

Sonntag, 14. März, 18:30 Uhr


PETJA PO DOROGE V
TSARSTVIE NEBESNOE

PETJA AUF DEM WEG IN DEN HIMMEL
[russ.OmeU]

RUS 09 · R Nikolai Dostal · B Mikhail Kurajev
K Alisher Khamidkhodzhaev · M Aleksej Shelygin
D Egor Pavlov, Konstantin Bykov, Sergej Kharlamo,
Artem Kobzev, Aleksandr Korshunov, Vladimir
Ljubovski, Nikolaj Machulski · 97 min

Als Soldat genießt Petja Ansehen, als Polizist kontrolliert er in seinem Dorf den Verkehr. Doch die Uniform ist nicht echt, Petja ist ein geistig zurückgebliebener Imitator seiner Umwelt. Als ein Häftling aus der Strafanstalt ausbricht, ahnt er seine Chance. Zusammen mit den richtigen Soldaten und Wachmännern beginnt die wilde Verfolgungsjagd.

»Pete on the Way to Heaven“ is based
on a true story, portrayed in the
novella by Mikhail Kuraev. Director
Nikolai Dostal creates a visual world
which is as true to 1950s Russia as
possible.«

(Russian Film Festival London)

»Pete is a naive, kind, sympathetic
person who is happy despite his
condition. People like him should be
remembered as their presence radiates
warmth and affection. However,
Pete’s misfortune is that he imitates
the world around him and acts the
way most other people do. But power
in its very nature is self-destructive
[...] and this contact with power, the
thirst for it, can lead to a tragic end.«

(Nikolai Dostal)

Moskau 2009 – Bester Film

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Mittwoch, 10. März, 17:00 Uhr

Donnerstag, 11. März, 19:00 Uhr


VSE UMRUT A JA
OSTANUS

JEDER STIRBT, NUR ICH NICHT [russ.OmeU]
RUS 08 · R Valeria Gaj Germanika · B Aleksandr
Rodionov, Jurij Klavdiev · K Alisher Hamidhodzhaev
· S Julia Batalova, Ivan Lebedev · D Polina
Philonenko, Agnia Kuznetsova, Olga Shuvalova
· 84 min

»Am Samstag um 17:00 Uhr soll eine Disco stattfinden, verkündet die Schuldirektorin, und die drei 14-jährigen Moskauerinnen Katja, Vika und Zhanna fiebern nur noch diesem Ereignis entgegen. Was sie bis dahin und auf der Party erleben, schildert die 1984 geborene Regisseurin Valeria Gaj Germanika, die bisher Dokumentarfilme drehte, in ihrem ersten Spielfilm. Mit Handkamera und in teilweise langen Einstellungen zeichnet sie ein authentisches Bild vom Erwachsenwerden in der russischen Vorstadt. Die Mädchen schlagen sich mit autoritären Eltern und fiesen älteren Schülerinnen herum, und bald wird ihr Schwur bedingungsloser Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Zwischen Tristesse, exzessiver Lebenswut und dem Traum von wahrer Liebe entfaltet sich ein ebenso drastisches wie liebevolles Bild vom Alltag und den kleinen Fluchten daraus.«
(Filmfestival goEast)
»Gritty and emotionally charged«
(Variety)

Cannes 2008 – Besondere Erwähnung
· Filmfest München 2008 –
CineVision Award · Brüssel 2008 –
Beste Schauspielerinnen


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Mittwoch, 10. März, 19:00 Uhr

Mittwoch, 24. März, 19:00 Uhr


SUMASSHEDSHAYA
POMOSHCH

VERRÜCKTE RETTUNG [russ.OmeU]
RUS 09 · R Boris Chlebnikov · B Aleksandr Rodionov
· K Shandor Berkeshi · S Ivan Lebedev · D
Igor Chernevich, Sergej Dreiden, Evgenij Sytyj,
Anna Michalkova, Aleksandr Jazenko · 118 min

Der naive und geistig etwas langsame Zhenja kommt aus seinem belorussischen Dorf nach Moskau, um als Hilfsarbeiter sein Geld zu verdienen. Anfangs fasziniert von der Metropole, lernt er bald auch ihre Schattenseiten kennen. Denn als er bei einem Überfall um all sein Hab und Gut gebracht wird, strandet er und weiß nicht mehr, wie er zurück in seine Heimat kommen soll. Da taucht ein älterer Herr auf und nimmt sich seiner an. Der ehemalige Ingenieur quartiert ihn in seiner ärmlichen Wohnung ein und teilt alles mit ihm. Doch bald spannt er den willfährigen Zhenja ein, ihn bei lauter seltsamen Missionen zu unterstützen.

»Eine skurrile, liebevolle Komödie
über ein seltsames Paar; eine erfrischende
Annäherung an den Wahnsinn
des Alltags und den Alltag des
Wahnsinns. Boris Chlebnikov porträtiert
auf bissige Art die Widersprüche
und Abgründe der russischen
Gegenwart.«
(Filmfestival goEast)
»This bleak and lugubrious comedy
has evoked comparisons with Aki
Kaurismäki and Samuel Beckett, providing
its own original take on a world
of urban decay.«

(TimeOut London)

Filmfestival goEast 2009 – Beste Regie

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Sonntag, 14. März, 16:00 Uhr

Donnerstag, 18. März, 18:45 Uhr


RUSALKA
RUSALKA – DIE MEERJUNGFRAU /
RUSALKA – MERMAID [russ.OmdU]

RUS 07 · R Anna Melikian · B Anna Melikian, Natalia
Nazarova · K Oleg Kirichenko · S Alexander
Andriuschenko, Karen Oganesian, Maxim Smirnov
M Igor Vdovin · D Masha Shalaeva, Jevgenij Tsyganov,
Maria Sokova, Irina Scrinichenko, Albina
Jevtushevskaja, Veronica Skugina · 115 min

Alisa wurde in ein Heim gesteckt, weil sie beschloss, nicht mehr zu reden. Jetzt setzt sie ihre magischen Kräfte ein und lässt ihr Dorf am Meer wegblasen. Daraufhin landet sie mit Mutter und Großmutter im boomenden Moskau. Dort rettet die quirlige Meerjungfrau einen lebensmüden reichen Geschäftsmann vor dem Ertrinken im Konsumrausch und findet ihren Märchenprinzen. Ebenso zauberhaft wie die Handlung ist der visuelle Stil, in dem Anna Melikian von den Abenteuern ihrer Meerjungfrau erzählt. Weit weg vom Mainstream und ohne Stars verzaubert uns die Filmemacherin mit der grandiosen Schauspielerin Masha Shalaeva, deren Namen man sich merken sollte.

»Voller mitreißendem Bildwitz und
immer neuen Überraschungen.«

(Tagesspiegel, Berlin)


Berlinale 2008 – Preis der Int. Filmkritik
FIPRESCI · Sochi Open Russian
Film Festival – Beste Schauspielerin
Sundance Film Festival
Beste Regie · Sofia Film Festival
Bester Film · Dallas Film Festival
Jurypreis „Best Narrative Feature“

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Mittwoch, 17. März, 18:45 Uhr
Sonntag, 21. März, 17:00 Uhr


PALATA NO. 6
KRANKENZIMMER NR. 6 [russ.OmU]
RUS 09 · R Karen Schachnazarow · B Alexander
Borodianskij, Karen Schachnazarow · K Alexander
Kuznetzow · S Irina Kozhemyakina · M Evgenij
Kadimskij ·D Vladimir Iljin, Alexey Vertkov,
Alexander Pankratow-Tschorny, Evgenij Stychkin,
Viktor Solovjov, Alexey Zharkov · 83 min

Passend zu Anton Tschechows 150. Geburtstag: der russische Beitrag für die Oscars 2010! Der Chefarzt eines Provinzkrankenhauses erkennt in einem seiner Psychiatriepatienten einen Menschen mit origineller Denkweise, der darüber hinaus eine eigene Philosophie entwickelt hat. In Gesprächen mit dem jungen Mann beginnt der Arzt den Wahnsinn der Welt zu begreifen und verliert selbst den Verstand. Die Idee,
Tschechows „Krankenzimmer Nr. 6“ zu verfilmen, hatte Karen Schachnazarow schon vor über 20 Jahren. Sogar der Hauptdarsteller stand fest: Marcello Mastroianni. Doch das Projekt zerschlug sich, wurde aber von Schachnazarow nie vergessen und jetzt mit Vladimir Iljin gedreht.

»This story is as important today as
ever, and it’s contemporary. The
questions that Chekhov arises are
still acute – questions of death and
life – and that is always important.«

(Karen Schachnazarow)

Moskau 2009 – bester Schauspieler
· Russian Renaissance Festival Australia
2009 – Australian Film Critics
Award · Damaskus 2009 – The Leading
Parts Award · Festival des russischen
Filns Warschau – Jury-Preis

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Freitag, 19. März, 17:00 Uhr
Sonntag, 21. März, 19:15 Uhr