Bachbegehung "Erdelbach" vom 1.10.2001

Protokoll

Teilnehmer: Herr Nehls vom Umweltamt der Stadt Münster und das Lehrerkollegium der Eichendorff-Grundschule in Münster

Herr Nehls ist auch der Ansprechpartner für dieses Projekt (Tel. 0251/492 31 48). Das Amt hilft z.B. bei der Beseitigung von Müll (wie schon durch die Klasse 3a unter Leitung von Frau Schmidt-Brandt geschehen), stellt Arbeitsgeräte, wie z.B. Binokulare zur Beobachtung von Kleinstlebewesen, zur Verfügung oder führt andere Arbeiten aus.

1. Standort: rechter Uferstreifen in der Nähe der Fußgängerbrücke (Homannstraße)

Bachprofil: Es handelt sich um ein Trapezprofil. Bei der Begradigung wurde der Bach in ein Korsett gepresst, d.h. es wurde dieses Profil angelegt. Dabei wurde das Bachbett teilweise mit Steinen ausgelegt. Die damalige Tendenz war: das Wasser sollte kontrolliert fließen, es sollten möglichst wenig Schäden durch Erosion entstehen. Die Steine dienen der Verfestigung des Bachbettes.

Der ursprüngliche Untergrund des Baches besteht aus Sand.

 

Rohreinleitung: Das Rohr, das hier in den Erdelbach eingeleitet wird, hat eine direkte Verbindung zu den Gullys auf der Straße, die das Regenwasser in den Bach führen. Deshalb sollen Autos nicht mit Seifen auf der Straße abgewaschen werden, da die Seifenreste und Putzmittel direkt in den Bach gelangen und die Oberflächenspannung des Wassers zerstören. Kleinstlebewesen, wie die Wasserläufer, haben dann keinen Lebensraum mehr, sie ertrinken.

 

Fußgängerbrücke: Der Bach selbst hat eine wichtige Ableitungsfunktion für das Regenwasser. Die Höhen der Brücken werden nach dem letzten Jahrhunderthochwasser festgelegt. Maßgeblich ist bis heute das Hochwasser im Jahre 1946.

 

 

Uferrandstreifen auf der linken Seite gegenüber:

Auf der anderen Seiten ist der Uferrandstreifen mit Brennnesseln bewachsen. Dies weist auf stickstoffhaltigen Boden hin. Oberhalb der Böschung befindet sich ein Maisfeld. Folgen der Gülledüngung und Pestizidbehandlung: Der Regen schwemmt den mit den Düngemitteln und Pestiziden angereicherten Ackerboden in den Bach. Die zugeführten Stoffe gehen in Lösung und reichern das Grundwasser an. Der Bach wird überdüngt, es kommt zur Eutrophierung (Kein Foto).

 

 

 

2. Standort: etwas oberhalb der Brücke, Richtung Kinderspielplatz

 

 

 

Rippelmarken: An dieser Stelle ist der sandige Bachuntergrund gut zu erkennen. Der Bach hat ein leichtes Gefälle. Durch die seichte Strömung entstehen die typischen Rippelmarken.

 

 

 

Inselbildung:

Der Wasserstern, eine Wasserpflanze, die bewegtes Wasser benötigt, hat einen größeren Huft ausgebildet. Die Fließgeschwindigkeit des Wassers wird durch die Pflanzen verlangsamt, Sand lagert sich ab, eine kleine Insel entsteht. Da sich so die Strömungsrichtung des Wassers verändert, ändert der Hauptstrom leicht seine Richtung (Prallhang – Gleithang) und bildet Rippelmarken aus.

 

 

 

 

 

 

3. Standort: in der Höhe des Kinderspielplatzes

 

Befestigte Uferrandstreifen auf beiden Seiten des Baches:

An dieser Stelle soll eine Abwasserdruckrohrleitung den Bach kreuzen. Die genaue Stelle ist aber nicht bekannt. Unklar ist auch, warum der Bach an dieser Stelle so stark verbaut wurde. Die Regenwassereinleitung könnte ein Grund sein (Siehe

übernächstes Bild).

 

 

 

Auf der linken, westlichen Bachseite sind die rudimentären Reste eines Auenwaldes zu erkennen. Dieser kleine Wald, der hauptsächlich aus Erlen besteht, hat zurzeit keine Anbindung an den Bach, weil das Bachbett zu tief liegt.

Hier wäre eine Renaturierung angebracht: Das befestigte Bachbett und der befestigte Uferrandstreifen müssten beseitigt und das Ufer zum Wäldchen hin abgeflacht werden, damit eine natürliche Überflutung des Auenwaldes wieder entstehen kann.

 

 

 

4. Standort: oberhalb des Auenwaldes, Richtung Vogelrohrsheide

Flora

Wasserpflanzen:

Wasserstern .......................... Kanadische Wasserpest (kein Foto)

Bachbegleitende Pflanzen:

Schilf ........................................ Wasserdost (Wasserhanf)

Mädesüß

 

Dieses Protokoll dient als Grundlage für alle weiteren Maßnahmen, z. B. methodische und didaktische Überlegungen. Diese könnten vom "Bachteam" entwickelt werden und den Kollegen/innen vorgeschlagen werden.

Wichtig wäre auch, dass jede Aktivität mit den Kindern dokumentiert wird, z.B., dass gleich Fotos gemacht werden, die Kinder dazu malen oder schreiben, der Lehrer sich einige Notizen macht usw.

Wichtig ist auch, dass die oben gezeigten Standorte zu unterschiedlichen Jahreszeiten beobachtet und dokumentiert werden und dies über einen längeren Zeitraum hinweg, so dass man später gut eine Veränderung darstellen kann.

 

 

Münster, den 12.11.2001

gez. Anne-Marie Ittermann