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Pressemitteilung 19.07. 2012

Münsterland als Vorreiter bei Therapie mit Behinderten in Rjasan. Hippotherapie-Team aus Rjasan in Münster

 

Für zehn Tage war das Rjasaner Team des Projektes „Therapeutisches Reiten für behinderte Kinder “ auf Einladung der Deutsch-Russischen Gesellschaft zu Gast in Münster und im Münsterland. Auf dem Plan stand fachliche Beratung und Know How Transfer.

Seit fast einem Jahr läuft das Projekt des Rjasaner Gender Zentrums begleitet und unterstützt von der Deutsch-Russischen Gesellschaft Münster und unter der Schirmherrschaft von Baron Heereman. Impulse aus Münster und dem Münsterland sowie die außergewöhnlichen Fähigkeiten des leitenden Arztes Dr. Lapizkij und das unermüdliche Engagement seiner Frau Dr. Lapizkaja waren die Geburtshelfer des ehrgeizigen Programms. Gefördert wird es zum großen Teil von Aktion Mensch. Der Aufenthalt des Teams in Münster wird von der Stadt Münster unterstützt.

Ungefähr 50 Rjasaner Kinder mit Spastiken und Muskellähmungen, mit Entwicklungsverzögerung, mit Autismus und anderen Behinderungen wurden bisher behandelt. Für sie bedeutet dies eine erhebliche Verbesserung ihrer Lebensqualität, wie aus vielen dankbaren Briefen der Mütter zu erfahren ist. „Schon 13 Jahre kämpfen wir mit dem Leid unseres Kindes. Seit September 2011 nimmt es an der Hippotherapie teil, und es zeigen sich kleine Wunder. Schon nach fünf Übungsstunden waren deutliche Resultate sichtbar, die Spastik verringerte sich, er konnte Gegenstände besser in der Hand halten...“

In der Stadt Rjasan leben heute mehr als 3000 Kinder mit einer körperlichen Behinderung oder einer Störung des zentralen Nervensystems. In der Öffentlichkeit sind sie weder physisch noch im gesellschaftlichen Bewusstsein präsent. „Behindertsein“ spielt sich im geschlossenen privaten Raum ab, moderne Therapiemethoden gibt es zu wenig. Während in Deutschland Methoden des therapeutischen Reitens anerkannt und gerade im Münsterland weit verbreitet und etabliert sind, sind sie in Russland bisher noch weitgehend unbekannt.

Das Programm des Teams in Münster war dicht: Reittherapeutisches Training bei den Alexianern, Training des Therapiepferdes und Voltigierspiele bei Hildegard Rosemann, anerkannte Spezialistin auf dem Gebiet, in Ladbergen, Hippotherapie in Glandorf, Besuch des Schirmherrn auf Schloss Surenburg. Besonders interessiert war man auch an der Erfahrung im Aufbau von Selbsthilfegruppen. „Die Organisation in Selbsthilfegruppen ist für unsere Mütter eine fremde Welt, sagt die Projektleiterin Dr. Lapizkaja. Deshalb wurde mit dem Team auch Vera Krivoscheewa, die Mutter eines siebenjährigen autistischen Kindes, eingeladen. Der Besuch von Angehörigen einer Selbsthilfegruppe, der schulpsychologischen Beratungsstelle sowie des Zentrums „Frühe Hilfe für Behinderte“ und des Autismuszentrums des DRK hat Vera zu Tränen gerührt. Sie hat gesehen, was möglich ist und wofür man kämpfen kann. Dafür wird sie und das Team sich nach ihrer Rückkehr einsetzen.

 

 


Pressemitteilung: Therapeutisches Reiten für behinderte Kinder in Rjasan

Münster/Rjasan, 9. September 2011.

 

Die heilende Kraft der Pferde ist der Motor eines neuen Projekts der Gesellschaft zur Förderung deutsch-russischer Beziehungen Münster/Münsterland e.V. (DRG) und des Rjasaner Gender Zentrums e.V. (RGZ), das Ende August erfolgreich in Münsters Partnerstadt Rjasan gestartet ist. Schirmherr ist Constantin Freiherr Heeremann von Zuydtwyck. Während einer Pilotphase soll in den kommenden zwei Jahren die Lebenssituation von Kindern mit schweren körperlichen, psychischen und kognitiven Beeinträchtigungen aus sozial schwachen Familien durch Hippotherapie und heilpädagogisches Reiten verbessert werden. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Förderung der Aktion Mensch und der Stiftung West-Östliche Begegnungen. Zur vollen Finanzierung der Pilotphase werden jedoch immer noch dringend Spenden benötigt.

Hippotherapie ist eine in Deutschland seit langem anerkannte physiotherapeutische Behandlungsmethode des therapeutischen Reitens, die sich die Bewegungsmuster des Pferdes zu Nutze macht. Hinzu kommt gerade bei Kindern die psychologische Motivation, welche durch den Kontakt mit dem Pferd und dem Glücksgefühl des Reitens, den Genesungsprozess der Patienten beschleunigt.

Initiatorin des Projektes ist Dr. Natalja Lapitzkaja, Ärztin und Leiterin des RGZ, das vor 10 Jahren in Kooperation mit der DRG gegründet wurde. Die Projektidee wurde in der Pferderegion Münster geboren, wo Lapitzkaja die Methode der Hippotherapie und deren überzeugende Erfolge kennenlernte.

Behinderte Menschen sind in Russland in der Regel stark isoliert, so Lapitzkaja, da Behinderung als Makel begriffen wird. In 80 Prozent der Familien mit behinderten Kindern erzieht die Mutter das Kind allein, was für diese eine zusätzliche emotionale und finanzielle Belastung mit sich bringt. Viele Mütter müssen nachts oder zuhause arbeiten und haben kaum Kontakt zu anderen Menschen. Das Projekt setzt daher nicht nur auf der medizinischen Ebene an, sondern vertritt einen ganzheitlichen Ansatz sozial-psychologischer Rehabilitation und Integration. Kind und Familie sollen aus ihrer sozialen Isolation befreit werden: Durch die Therapieeinheiten werden die Mütter temporär entlastet. Zudem werden sie durch soziale und psychologische Beratung unterstützt und ermutigt, sich mit anderen Familien in ähnlicher Lage auszutauschen. Darüber hinaus wollen die Projektinitiatoren in Rjasan eine öffentliche Diskussion über die Notwendigkeit und die Möglichkeiten der gesellschaftlichen Integration behinderter Kinder forcieren und weitere integrative Projekte für behinderte Kinder entwickeln.

Auf ehrenamtlicher Basis behandeln Dr. Lapitzkaja und ihr Mann Dr. Wladimir Lapitzkij bereits seit mehr als 2 Jahren behinderte Kinder und Erwachsene mit hippotherapeutischen Anwendungen und können erstaunliche Erfolge nachweisen: Wanja (8) leidet unter Kinderlähmung. Er konnte früher weder laufen noch sitzen und benahm sich auffallend aggressiv gegenüber seinem Umfeld. Durch regelmäßige Übungen auf dem Pferd kann er inzwischen sitzen, krabbeln, mit Hilfe sogar laufen und nimmt von sich aus zu anderen Kontakt auf. Wadim (5) konnte durch eine Lähmung der Füße und eine Beeinträchtigung des dreidimensionalen Sehvermögens nicht allein gehen. Nach einem Jahr Hippotherapie kann er allein laufen.

Die DRG steht dem Rjasaner Projektteam mit fachlichem Know-How zur Seite und stellt Kontakte zu Experten des therapeutischen Reitens im Münsterland her. So reiste zum Projektauftakt Ende August Hildegard Rosemann, Spezialistin für heilpädagogisches Reitens und der Ausbildung von Therapiepferden vom „Integrativen Reitverein Ladbergen“, nach Rjasan, um das dortige Projektteam und das Therapiepferd „Fakel“ zu schulen. Rosemann zeigte sich von dem Projekt hellauf begeistert: „Natalja Lapitzkaja hat für ihr Team neben einem sehr gut geeigneten Pferd Menschen gefunden, die sowohl fachlich als auch menschlich hervorragend für die hippotherapeutische Arbeit bestimmt sind. Ich durfte dies selbst auf „Fakel“ in zwei Hippotherapie-Einheiten erleben und war zutiefst beeindruckt vom Erfolg der Behandlung.“

 

Spenden an

Gesellschaft zur Förderung der deutsch-russischen Beziehungen Münster/Münsterland e.V.

Kontonr.: 0000514422

Sparkasse Münsterland Ost

Stichwort: Hippoprojekt Rjasan

 

Weiter Informationen: Gudrun Wolff, DRG Münster e.V. ; Tel.: 02506 3231 ; Email: drg@muenster.org; www.muenster.org/drg

 


Westfälische Nachrichten, 09.11.2011


Letzte Änderung: 07.03.2016