rezensionenUnion Pacific - von Alan Richard Moon zurück
Endlich hat er es geschrieben, sein Eisenbahnspiel für den Amigo-Verlag.
Auch "Elfenland", das Erfolgsspiel '98
von Alan R. Moon, sollte ursprünglich ein Eisenbahnspiel werden.
Ähnlichkeiten gibt es durchaus zwischen beiden Spielen, doch dazu
später...
Zunächst einmal eine typische amerikanische Story: das Monopol
der staatlichen Union-Pacific Eisenbahngesellschaft wird zerschlagen, die
Schienenwege werden neu aufgeteilt. Und nun kämpfen zehn Eisenbahngesellschaften
um eine Vormachtstellung. Wohlgemerkt: die Schienen liegen schon, von Pioniergeist
ist abzusehen. Jede Verbindung zwischen zwei Städten kann nun von
einer oder mehreren Gesellschaften befahren werden. Die Kapazität
des Netztes ist begrenzt, also: wer zuerst kommt und seine Lok auf die
Schiene setzt malt zuerst und vor allem: kassiert. Der Clou dabei: alle
Mitspieler haben die Möglichkeit, jede Eisenbahngesellschaft beliebig
auszubauen, d.h. in den von der Spielregel gesetzten Grenzen. Wer schließlich
die geldwerten Prämienausschüttungen kassiert, stellt sich erst
nach und nach heraus: denn zeitgleich mit dem Netzausbau werden die Aktien
der Gesellschaften verteilt. Es kassieren Haupt- und Zweitaktionär,
der Rest geht leer aus.
Zwischen
den zwei Möglichkeiten - Netzausbau oder Aktienrequirierung - muß
sich der am Zug befindliche "Eisenbahn-Baron in spe" jedes Mal neu entscheiden.
Und nicht jede erworbene Aktie ist auch direkt geldwert- sie kann nur unter
bestimmten Bedingungen von der verdeckten Kartenhand ausgespielt werden.
Ebenso gibt es Beschränkungen beim Bau: nicht jede Eisenbahngesellschaft
kann auf jedem der vier Schienentypen verkehren (und hier haben wir das
langgesuchte Elfenland-Element gefunden- der Kandidat kriegt hundert Punkte).
Kommt es zu einer Prämienausschüttung (ausgelöst durch verdeckt gezogene Karten) ist jede Eisenbahngesellschaft soviel Millionen wert, wie sie Schienenverbindungen hält, also Loks auf den Schienen hat: vertrackterweise gibt es von jeder Gesellschaft unterschiedlich viele Loks, die Ausbaukapazität ist also von vorneherein sehr unterschiedlich. Gleiches gilt für die Aktienstückzahl, die von Company zu Company variiert. Es kassiert den vollen Wert, wer die meisten Aktien einer Gesellschaft ausgespielt hat; der Zweitaktionär bekommt immerhin noch die Hälfte. Und ganz amerikanisch gedacht gewinnt der Schienentycoon, der nach der letzten Ausschüttung am meisten Geld auf der hohen Kante hat.
So ist Union Pacific zwar kein grundsätzlich Neues, aber auch kein langweiliges Spiel. Es macht schlicht und einfach Spaß, ist kurzweilig und nicht kompliziert. Spannung durch Zufall und taktische Anforderungen halten sich die Waage. Die Anleitung ist ganz gut gemacht und dank der optimalen Spieleranzahl (2-6) ist es als Spiel für die ganze Familie oder Sippe, Meute, Trupp bestens geeignet.
"Union Pacific" wurde in die Auswahlliste Spiel des Jahres 1999 aufgenommen- etwas unverständlich, denn das selbe Spiel gab es unter anderem Namen und nicht mit Eisenbahnen vor ein paar Jahren schon einmal, da blieb es unbeachtet. Eigentlich dürfte es also am Wettbewerb nicht teilnehmen. Jetzt profitiert es sogar von einer Regeländerung der Jury: erstmals wählte sie aus allen Spielen auf der Auswahlliste drei aus, die nun den Titel "Nominiert zum Spiel des Jahres 1999" tragen dürfen. Versteh das, wer will, und: "Honni soit, qui mal y pense!"
Union Pacific - von Alan Richard Moon
Erschienen im Amigo-Verlag 1999
Preis: ca. 49,95 DM
für zwei bis sechs Spieler ab 12 Jahren
Spieldauer: ca. 90 Minuten
Grafik: Franz Vohwinkel
Aufgenommen in die "Auswahlliste Spiel des
Jahres 1999" und "Nominiert zum Spiel des Jahres 1999"
Kurzkritik: Solides Spiel, nicht außergewöhnlich,
aber kurzweilig!
(Michael Ziemons)
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