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Spiele   rezensionen

DPSG... letztmalig aktualisiert am 4. 1. 99!!

Mississippi Queen – von Werner Hodel                                                                                                zurück

Mississippi Queen- Spiel des Jahres 1997 - die TitelgrafikDie Spielidee ist denkbar einfach. Auf dem Mississippi liefern sich die Schaufelraddampferkapitäne ein Wettrennen. Wer erreicht als erster das Ziel?
Dabei weiß keiner, welche Windungen und Kurven der Flußverlauf nimmt: er baut sich erst nach und nach auf. Die Idee zu dem Spielplan ist also schon originell. Wer sich auf eine gerade Strecke nach rechts eingerichtet hatte, muß nun plötzlich nach links- und trifft auf Inseln, die es zu umschiffen gilt. Und dann sind da noch die lästigen Passagiere, die unter großem Aufwand aufgenommen werden müssen. Leider geht ohne sie nichts.
Jede Kurve, jedes abrupte Brems- oder Beschleunigungsmanöver kostet Kohlen- und deren Vorrat ist begrenzt. Gewürfelt wird nicht. Die Geschwindigkeit stellt jeder Kapitän selbst ein, wenn er am Zug ist: es gilt, gewisse Regeln zu beachten, damit man nicht zu schnell seine Kohlen verfeuert hat und auf der Strecke bleibt. Nachladen kann man nämlich im Grundspiel nicht.
Das Spielkonzept ist wirklich nicht kompliziert. Mancher mag das als angenehm empfinden. Ich für meinen Teil möchte „Mississippi Queen“ als etwas banal bezeichnen. Aufregung kommt kaum auf, und durch eine erstaunliche Regel, die den ersten im Rennen bevorteilt, gibt es kaum Spannung. Andererseits mal ein einfaches Spiel, das schnell zu begreifen ist. Die gute Anleitung tut ein übriges: eine kurze Fahranleitung für die Schaufelraddampfer ist sinnvoll und schnell absolviert, dann  kann man losspielen und hat doch, anders als bei manchem anderen Spiel, von Anfang an das Gefühl, das Spiel begriffen zu haben. Es eignet sich daher auch gut für jüngere Spieler, die keine Lust mehr auf Kleinkinderspielchen haben, oder für eine Runde zu später Stunde, wenn alle schon nicht mehr zu viel gedanklicher Anstrengung fähig sind. Kurzweilig ist das Spiel dann auf alle Fälle, und es dauert auch nicht ewig. Auch für Familien, die mit den jüngeren Familienmitgliedern spielen wollen, ist Werner Hodels Entwicklung geeignet.
Spiel des Jahres 1997 wurde „Mississippi Queen“, und ein weiterer Titel landete damit bei Goldsieber, einem der erfolgreichsten deutschen Kleinverlage in der Spieleszene, die es immer wieder schaffen, den Branchenriesen hier und da ein Schnippchen zu schlagen. Taktiker hätten diesen Preis lieber bei „Löwenherz“ gesehen- aber es sollte wohl nicht wieder ein Teuber sein. Es erstaunte mich besonders, beim Mattel-Verlag ein verblüffend ähnliches Spiel älteren Erscheinungsdatums zu entdecken: es nennt sich "Mississippi" und ist vom Spielkonzept ziemlich gleich. Ist Mississippi Queen nur ein Remake? Das wäre nicht nötig gewesen...
Vielleicht verleiht die Erweiterung „The Black Rose“, die vor kurzem erschienen ist, dem Spiel etwas mehr taktischen Feinschliff und Abwechslung. Die Kurzbeschreibung des Verlages läßt solches vermuten, mehr Varianten kommen in das Fahrgeschehen, z.B. Sandbänke und Piraten, und endlich kann man auch seinen Kohlevorrat erweitern. Außerdem wird das Spiel zu zweit und sechst möglich.
Schiff ahoi!

Spiel des Jahres 1997: Mississippi QueenMississippi Queen - von Werner Hodel
Erschienen bei Goldsieber 1997
Preis: ca. 50 DM, für drei bis sechs Spieler ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 40 Minuten
Spiel des Jahres 1997
Kurzkritik: Etwas langweilig, aber nicht schlecht
Die Erweiterung „The black Rose“ ermöglicht das Spiel auch zu
zweit und sechst, verlängert das Spiel jedoch unter Umständen.
(Michael Ziemons)

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