rezensionenMedici- von Reiner Knizia zurück
Reichtum, Macht und Ehre im alten Florenz: ein etwas pompöser Untertitel
für ein schlichtes Kartenspiel. Das Genre der Kartenspiele scheint
ausgeschöpft, die Konzepte widerholen sich, nur die Story ist unterschiedlich
und wird möglichst farbig geschildert, um das Spiel anzupreisen. Worum
geht es aber wirklich bei dieser Version?
Auf
den Spielkarten gibt es verschiedene Handelswaren mit unterschiedlichen
Wertangaben. Wer an der Reihe ist, deckt die Karten in beliebiger Anzahl
(bis zu fünf) auf. Jeder Spieler muß von seinem Startkapital
nun das aufgedeckte Paket ersteigern oder warten, bis alle anderen Spieler
fünf Karten auf der Hand haben, dann darf er nämlich seine Hand
kostenlos komplettieren (wichtiger Insidertip: das ist oft die beste
Taktik!)
Wenn alle Spieler fünf Karten haben, wird ausgewertet (nur dafür
gibt es das Spielbrett): wer hat die wertvollsten Karten insgesamt? Wer
hat den höchsten Wert von einer Handelsware (Papier, Stoffe, Farben
etc.). Dafür gibt es wiederum Geld. Man muß also abwägen,
ob es sich überhaupt lohnt, dieses Geld zum Ersteigern neuer Karten
wieder auszugeben. Nicht immer ist es sinnvoll, jeder wertvollen Karte
hinterherzujagen bei den Auktionen; aber nur das Geld zu bunkern, bringt
sicher auch nicht den Erfolg.
Reiner Knizia hat bessere Spiele veröffentlicht, sicher; das Spiel
ist mit Sicherheit nichts großartiges neues, auch besonders in irgendeiner
Hinsicht ist es nicht: aber es ist ein solides, gutes Kartenspiel, das
viel Freude macht und kurzweilige Unterhaltung bringt. In einer kleineren
Verpackung (kann man ja selber machen) wäre es prima transportabel
und das ideale Spiel, um es selbst auf Zeltlager, bei denen man mit kleinem
Gepäck reist, mitzunehmen. Spaß macht es auf jeden Fall.
Medici- von Reiner Knizia
Erschienen im Amigo-Verlag 1995
Preis: ca. 39,90 DM
für drei bis sechs Spieler ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Aufgenommen in die Auswahlliste "Spiel des
Jahres 1995"
Kurzkritik: Spielend einfach Spaß haben-
nirgendwo trifft der Werbespruch des Amigo-Verlages mehr zu.
(Michael Ziemons)
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