rezensionenLost Cities - von Reiner Knizia zurück
Dieses Spiel beweist wieder einmal, daß auch einfache Spiele super
gut sein können. Lost Cities ist denkbar einfach und macht einen Höllenspaß,
weil es trotz der einfachen Regeln sehr vielschichtig ist. Es ist für
einsame Stunden zu zweit, ob zu Hause oder auf Reisen, einfach klasse.
In
fünf Farben gibt es Karten mit Punktwerten von zwei bis zehn, dazu
pro Farbe drei Wettkarten. Jeder Spieler hat immer acht Karten auf der
Hand, und davon muß er pro Zug eine ablegen. Er kann sich dabei entscheiden,
ob er diese Karte auf einen der fünf Ablagestapel (in den fünf
Farben) legt, oder eine eigene Reihe in dieser Farbe beginnt bzw. fortführt.
Nun muß er nachziehen, und zwar entweder die oberste Karte von einem
der fünf Stapel oder vom verdeckten Reststapel.
eine Reihe besteht aus den Karten einer Farbe, und pro Farbe darf jeder
Spieler höchstens eine Reihe eröffnen. Dabei muß die Wertigkeit
der nacheinander abgelegten Karten immer höher sein als die vorherige
Karte der Reihe. Die Wettkarten haben keine Punktzahl und müssen daher
als erstes abgelegt werden (so daß man vorher auf den ausgang einer
Reihe wettet). Zum Schluß werden die Punkte auf den Karten einer
Reihe addiert und davon 20 Punkte (als Expeditionskosten) abgezogen. Daher
können auch negative Punktzahlen entstehen. Gibt es in der Reihe Wettkarten,
wird das Ergebnis dieser Reihe entsprechend multipliziert, wird also höher
oder noch negativer. Man sollte sich also vorher überlegen, ob man
das Risiko eingeht, eine Reihe zu eröffnen, denn dann werden sofort
auch Expeditionskosten fällig. Und die wollen erst einmal hereingeholt
werden.
Das Spiel ist einfach genial. Man will natürlich Karten drücken,
die der Gegner gut gebrauchen könnte, darf aber nur acht auf der Hand
halten und muß ja am Ende jeden Zuges nachziehen. Und man möchte
eine hohe Karte nicht legen, um noch auf niedrigere zu warten, die man
erst legen könnte, muß ja aber pro Runde eine Karte spielen.
Und am Schluß bleibt verflucht wenig Zeit...
So hat man sich ständig zu entscheiden, muß strategisch
und eigennützig denken, muß auf Nummer Sicher gehen und risikoreich
spielen. So steckt man ständig in inneren Konflikten und meist weiß
man doch nicht, ob man nun das Richtige getan hat. Denn natürlich
spielt auch das Glück mit.
Für Zögerer und Zauderer ist das Spiel nichts. Auch nichts
für weiche Gemüter. Unter Expeditionsleitern schenkt man sich
nichts!
Am Ende wird die Gesamtpunktzahl notiert. Wer nach drei Durchgängen
am meisten Punkte hat, gewinnt. Und das kann jemand ganz anderes sein,
als es anfangs aussah!
Neben TaYü ist dieses Spiel mit Sicherheit das beste der in den
letzten vier Jahren erschienenen Spielen für zwei Spieler. Und da
es nicht viel kostet, ist es auch preislich ein Vergnügen.
Lost Cities - von Reiner Knizia
Erschienen in der Kosmos SpieleGalerie 1999
Preis: ca. 29,95 DM
für zwei Spieler ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 20-40 Minuten
Kurzkritik: Einfach, spannend, supergut.
(Michael Ziemons)
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