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Spiele   rezensionen

DPSG... letztmalig aktualisiert am 4. 1. 99!!

Löwenherz- von Klaus Teuber!                                                                                                       zurück
"Der König liegt im Sterben... Beim Kampf um seine Nachfolge bedienen sich die Fürsten des Reiches machtvoller Burgen und Ritter. Geschickt stecken sie ihre Hoheitsgebiete ab und versuchen so, sich einen möglichst großen Teil des Reiches zu sichern. Ständig müssen sie Entscheidungen treffen. Sollen sie ein neues Grenzstück setzen oder besser einen weiteren Ritter? Oder sollen sie ihre Gebiete auf Kosten anderer erweitern? Wenn zwei das Gleiche wollen, muß verhandelt werden... Wer sich dabei am besten behauptet und am Schluß die wertvollsten Gebiete geschaffen hat, wird der neue König - mit dem Ehrentitel 'Löwenherz'!"
 

Hier gehört das Titelblatt von Löwenherz hin...So preist der Goldsieber Spieleverlag dieses wirklich königlich gute Spiel an. Auf dem variablen Spielplan (so kommt auch beim tausendsten Spiel keine Langeweile auf) muß man gegeneinander antreten- um das größte und wertvollste Königreich zu gründen. Je mehr Spieler sich auf dem Spielfeld tummeln, desto wechselvoller ist das Spiel- denn bald kann man seine Macht nur noch vergrößern, indem man anderen Gebiete abjagt. Aber auch zu zweit kann das Spiel zu einem Nervenkrieg werden- wenn alles verhandeln nichts nützt und man sich duellieren muß...
 

Am Anfang setzt jeder Spieler Burgen auf den Spielplan. Darum muß man sein Königreich gründen. in jedem Zug bekommt man verschiedene Angebote, was man tun könnte: Grenzen um seine Burg ziehen, um das Gebiet zu gründen, Ritter setzen, um es zu sichern oder ein Gebiet zu erweitern, oder Geld ziehen, um bei Duellen die besseren Karten zu haben, oder Politikkarten ziehen, um Sonderaktionen wie Überläufer oder Bündnisse usw. ausspielen zu können. Das perfide dabei- nicht nur der Spieler, der dran ist, darf eine der Möglichkeiten ausführen- jeder Spieler muß sich für eine Aktion entscheiden und diese verdeckt wählen. Dann wird aufgedeckt- und wenn mehrere Spieler die gleiche Aktion gewählt haben, kommt es zuerst zu Verhandlungen, dann zum Duell.
Dann erst werden die Aktionen ausgeführt. So verändert sich in jeder Runde das Machtgefüge neu. Und natürlich kann man seine Macht auch jederzeit verlieren...

Bei diesem Spiel ist der Glücksfaktor wirklich fast ausgeschaltet. Ausschließlich die beste Taktik- und das beste Verhandlungsgeschick zählen hier. Natürlich muß man auch gut einschätzen können, welche Aktuionen der Gegner im Schilde führt und was er dafür einsetzen kann. Langweilig wird es auch zu zweit nicht. Wer bluffen kann, ein Stratege ist und intelligente Spiele liebt, ist hier richtig.

Ein Teil des Spielplans von Löwenherz...Das Spiel ist nichts für Leute, die sich nicht entscheiden können. Ständig muß hier abgewägt und möglichst die beste Strategie verfolgt werden. Klaus Teuber, der meiner Ansicht nach beste Spieleautor weit und breit, hat hier nach dem Über-Spiel "Die Siedler von Catan" (1995) (DER Mega-Knüller des Jahrzehnts) und dem stark glücksabhängigen "Entdecker" (1996) das dritte Spiel einer Trilogie vorgelegt, in der er sich mit Kulturen, deren Gründung und Entwicklung beschäftigt.
Gut auch die Art der Spielanleitung. Zweigeteilt in eine Kurzübersichtstafel und eine ausführliche Anleitung, ist sie für jeden veständlich. Das ist nicht immer so bei geteilten Anleitungen, wie sie neuerdings in Mode sind. Das Probespiel gerät jedoch eher zur Farce- dafür extra den ansonsten gut gemalten Spielplan mit Buchstaben zu verunstalten, war nicht so perfekt.
Warum "Löwenherz" zwar den Deutschen Spielepreis 1997 klar und verdient gewann, es bei dem Kritikerpreis "Spiel des Jahres" nur auf die Auswahlliste schaffte, bleibt ein großes Geheimnis, zumal Spiel des Jahres 1997 das eher langweilige Spiel "Mississippi Queen" wurde. Wahrscheinlich gönnte man Klaus Teuber die begehrte Lorbeer-Trophäe nicht zum fünften Mal. Verdient hätte er sie.

Insidertips: Beim Ausspielen der Entscheidungskarten empfiehlt es sich, daß jeder Spieler seine gewählte Karte verdeckt hält und alle gleichzeitig die gewählte Karte aufdecken. Das erhöht die Spannung und bringt mehr Duelle. Bei den taktischen Überlegungen, welche Karte man ausspielen möchte, muß man immer genau überlegen, was der Gegner wohl tuen wird. Das macht das Spiel noch interessanter.
Außerdem ist nicht einzusehen, warum ein neutrales Gebiet, das entsteht, wenn ein Spieler in das Gebiet des Gegners erweitert hat, nach der Gebietsgründungskarte abgezogen werden soll. Besser und oftmals gerechter (bei kleinen neutralen Gebieten) ist es, das Gebiet nach der Erweiterungsregel (ein Feld= 1 Machtpunkt) abzuziehen.

Deutscher Spielepreis 1997: Löwenherz'Löwenherz'- von Klaus Teuber
Erschienen bei Goldsieber 1997
Preis: 59 DM, für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren.
Spieldauer: 60 - 90 Minuten, sehr gut auch beim Spiel zu zweit.
Prämiert mit dem Deutschen Spielepreis 1997
Kurzkritik: Absolut empfehlenswert!
                      (Michael Ziemons)

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