rezensionenEntdecker – von Klaus Teuber! zurück
Ein weiteres Spiel des größten Spieleautors unserer Zeit. Auf fremden Inseln siedeln war schon Thema des genialsten Spiels der letzten Jahrzehnte, „Die Siedler von Catan“, das Klaus Teuber endgültig zu dem Spieleautor schlechthin machte. Mit „Entdecker“ schiebt er zu diesem Thema ein weiteres Spiel nach, „Löwenherz“ gehört ebenfalls in diese Kategorie und folgte ein Jahr später.
„Entdecker“ ist wesentlich einfacher als die „Siedler“.
Auch hier geht es darum, Inseln zu erforschen. Vor den Spielern liegt der
leere Spielplan, und keiner weiß, was er entdecken wird: Wasser,
Land? Und wie groß werden die Inseln sein?
Vom Rand des Feldes bricht der Spieler jedesmal neu zu einer Entdeckungsfahrt
auf. Von einem Stapel zieht er verdeckte Kärtchen, mit denen er den
Spielplan zu füllen versucht. Solange, bis er ein Kärtchen zieht,
das sich nicht anschließen läßt – dann ist der nächste
Spieler an der Reihe. Dadurch entsteht nach und nach eine Landkarte
mit Wasser und vielen Inseln. Diese können mit drei verschiedenen
Arten von Einheiten besetzt werden. Wenn eine Insel fertig erkundet ist,
wird ausgewertet: wer hat die größte Macht auf der Insel? So
sammelt man Punkte auf einer Leiste. Ist der Spielplan vollständig
erkundet, oder lassen sich keine Kärtchen mehr anschließen,
ist das Spiel beendet. Logischerweise
hat derjenige gewonnen, der am weitesten auf der Erfolgsleiste gekommen
ist...
Die Regel ist eigentlich recht einfach. Das Lesen der Anleitung erfordert jedoch einige Konzentration: zuerst die Kurzübersicht A, dann die vollständige Regel B, dann das Logbuch C, in dem es Beispiele zur Regel gibt... der Versuch, die Erklärung durch Aufsplittung einfacher zu machen, ist meines Erachtens sehr fragwürdig. Statt dreier Teile sollte man sich auf ein übersichtliches beschränken- z.B. indem man auf einer gesplitteten Leiste neben der vollständigen Regel die wichtigsten Punkte kurz zusammenfaßt mit erklärenden Bildchen und erklärenden Beispielen, dort, wo auch die Regel steht, die erklärt wird.
Wem die Siedler zu komplex ist oder wer ein Spiel voller Überraschungen
liebt, für den hat „Entdecker“ einiges zu bieten. Denn wie es weitergeht,
ob man Erfolg hat oder nicht, all das kann sich von einer auf die andere
Sekunde ändern, wenn mit einem neuen Kärtchen auf dem Spielplan
sich die Situation komplett ändert. Natürlich ist es sinnvoll,
starke Einheiten auf großen Inseln, die viel Punkte bringen, zu plazieren
– aber wer weiß schon, wie groß eine Insel am Ende sein wird?
Zuviel Taktieren, zuviel planen bringt hier gar nichts.
Daher bleibt das Spiel bis zum Schluß spannend. Leider kommt
der oft viel zu früh- meistens ist der Spielplan noch nicht vollständig
entdeckt, schon findet man kein passendes Entdeckerkärtchen mehr.
In der Regel wird dies als „Ausnahme“ bezeichnet – mitnichten. Eine kleine
Änderung verschafft Abhilfe: einfach die nicht passenden Kärtchen
wiederverwenden! Ein weiterer Regelzusatz wäre zu empfehlen: es sollte
nicht erlaubt sein, eine Insel erst zu besiedeln, wenn sie bereits vollständig
entdeckt ist.
„Entdecker“ ist ein Spiel für Leute, die es nicht zu kompliziert lieben. Ein lustiges, abwechslungsreiches Spiel für Glückspilze, und Risikobereite. Endlich mal ein Spiel, das mit weniger Mitspielern besser ist!
Entdecker
- von Klaus Teuber
Erschienen im Goldsieber-Verlag 1996
Preis: ca. 59,90 DM, für zwei bis vier
Spieler ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 60 Minuten (zu zweit kürzer)
2. Platz Deutscher Spielepreis 1996
Kurzkritik: Ein einfacheres Spiel von Teuber-
aber gut!
(Michael Ziemons)