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Spiele   rezensionen

DPSG... letztmalig aktualisiert am 12. 1. 99!!

Edison & Co - von Günter Burkhardt                                                                                                     zurück
Zunächst mal müssen einige Illusionen, die der Titel vielleicht geweckt haben mag, zerstört werden: zu erfinden gibt es hier nichts. Der vermeintliche Wettkampf um die besten originellsten, innovativsten Erneuerungen, er ist längst gelaufen. Dennoch geht ein Ruck durch das Spiel. Daher ist das Spiel nicht nur für Bundespräsidenten, sondern für alle geeignet, die es spannend und taktisch zugleich mögen.

Edison & Co: die TitelgrafikOriginell ist das Konzept nicht. Wer "Heimlich & Co" kennt, wird sich heimisch fühlen. Es geht um ein Rennen, bei dem keiner weiß, welche Figuren der Gegner zieht. Anders als bei dem Agentenspiel, bei dem jeder heimlich nur eine Figur zu ziehen hatte, ist hier für jeden Spieler jede Figur interessant, allerdings nicht gleich wichtig. Auf einem Rundkurs müssen die Erfinder ihre lustigen Gefährte ziehen, und dabei auf möglichst wertvollen Feldern landen (und nicht etwa auf Ölfeldern oder dergleichen). Wie sich ein Gefährt fortbewegt, ist dabei aber nur bedingt kalkulierbar: es gehören drei Karten zusammen, damit die Figur ziehen kann. Jeder Spieler kann nur eine davon legen, er begibt sich daher immer in die Gefahr, daß der nächste Spieler etwas ganz anderes aus der gelegten Karte macht, als man selber wollte. Ein Spieler wählt zwei der vier Gefährte aus, der nächste entscheidet über die Anzahl der Felder, die eines der beiden ziehen kann, der nächste gibt eine Richtung (vorwärts oder rückwärts) vor. Dann erst entscheidet der letzte über dasjenige der beiden Fahrzeuge, das nun also so ziehen darf. Dieses Konzept öffnet Tür und Tor für Spekulationen, denn es wird "ouvert", also mit offenen Karten gespielt. Jeder weiß, welche Karten der andere drückt, noch auf der Hand hält, und kann wild drauflosphantasieren, was er wohl damit machen will.

Das Spiel ist gut durchdacht und verlangt zwar taktische Überlegung, läßt aber eine Menge Raum für Spontanität, denn ständig muß man umplanen, je nachdem, in welche Richtung der Gegner die Bewegung einer Figur lenken will. Und man ist nie sicher, daß man für die Karte, die man gelegt hat, auch das bekommt, was draufsteht. Das ist nicht chaotisch, wie es sich jetzt vielleicht anhört: das ist spannend und hochspekulativ.

Edison & Co - der SpielplanDie wichtigste Regel in diesem Spiel ist Murphys Gesetz: Allles was schief gehen kann, geht meistens auch schief, wenn der Gegner eine Möglichkeit hat, Dir einen Strich durch die Rechnung zu machen, wird er dies- bewußt oder unbewußt- mit Sicherheit auch tun. Dennoch fehlt diese wichtige Regel in der umfangreichen Spielanleitung.  Das Spiel setzt sich aus vielen Komponenten zusammen, Spielplan mit Variablen Feldern, mehrere verschiedene Arten Karten, ein Wertungsplan... alle wollen erklärt werden und das dauert Zeit. Bevor es zum ersten Spiel kommt, dauert es also ein bißchen, obwohl die Regel nicht kompliziert oder unverständlich ist, sie ist recht gut und bietet, das ist besonders interessant, eigene Kapitel für das Spiel zu zweit, dritt oder viert, die Regel wird der Anzahl der Spieler immer angepaßt, so daß das Spiel in jeder Zahl (also auch zu zweit) interessant ist. Leider ist bei vier Spielern Sense, mehr geht nicht.
 

Die Spielfiguren
Schön ist die liebevolle grafische Gestaltung des Spielplanes, wieder mal ein echter Vohwinkel. Der Name des Grafikers Franz Vohwinkel bürgt einfach für Qualität. Die Spielfiguren sind aus Metall gestaltet, also sehr schön: schade nur, daß sie so einfarbig sind, was Laien des Spieles die Unterscheidung schwierig macht. Denn auf den Karten ist jeder Figur eine Farbe zugeordnet. Es wäre besser gewesen, diese hätte sich irgendwie auf der Figur wiedergefunden. Auch wenn die Story das Spiel manchmal zu erschlagen scheint, das Spiel ist gut gemacht und es macht Spaß, es zu spielen. Alle zusammen, und doch jeder für sich, und keiner weiß, wie der Zug letztlich aussehen wird, auch wenn er selber daran Anteil hatte: das sind die Faktoren, die das Spiel spannend, spekulativ und dadurch interessant machen.
 

'Edison & Co'- von Günter Burkhardt
Erschienen bei Goldsieber 1998
Preis: 59 DM, für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren.
Spieldauer: je nach Mitspielerzahl zwischen 30 und 60 Minuten.
Kurzkritik: Spannend: jeder gegen jeden und doch alle gemeinsam!
                      (Michael Ziemons)

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