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Spiele   rezensionen

DPSG... letztmalig aktualisiert am 5. 1. 99!!

Carabande - von Jean du Poel                                                                                                                                          zurück

Eigentlich hat Jean du Poel einen eigenen kleinen Spieleverlag, und beschäftigt sich hauptsächlich mit historischen Spielen. Berühmt ist er damit bislang noch nicht geworden, was aber vielleicht ein Qualitätsmerkmal ist.
Für "Carabande" hat er sich einen großen Verlag gesucht, vielleicht wegen der hohen Produktionskosten. In jedem Fall ist ihm damit ein ganz großer Wurf gelungen: mit einem denkbar einfachen Konzept hat er ein Spiel geschaffen, daß in jedes Jugendheim, jedes Pfarrzentrum, jedes Stammeshaus gehört.

"Formel 1 mit Fingerspitzengefühl", der Untertitel reicht als Beschreibung schon völlig aus. Das Spiel findet auf einer Miniatur-Formel 1-Strecke aus Holzplatten statt, die an die Carrera-Bahnen aus frühen Kindertagen erinnert. Wichtig dabei: jede Platte hat immer nur eine Bande - auf welcher Seite, entscheiden die Spieler selbst und bestimmen so über die Schwierigkeit ihres Spiels. Die einzelnen Holzelemente sind völlig kompatibel und so kann der Verlauf der Bahn ständig verändert werden.
CarabandeNun geht es los: am Start sind kleine Runde Holzscheibchen, die die "Rennfahrer" mittels Fingerschnipsen vorwärts bringen müssen. Allerdings: die Scheiben dürfen die Bahn natürlich nie verlassen, und sich auch nicht auf den Kopf drehen. Dann ist aussetzen angesagt, und die anderen Scheiben flitzen davon - vielleicht...
Die Erweiterung, das "Action-Set" bringt zusätzliche Komplikationen: mittels einer Sprungschanze muß ein Teil der Strecke übersprungen weden (höllisch schwer), eine Platte bringt eine Fahrbahnverengung und eine hat eine gemeine Bande, die das "Auto" quasi automatisch von der Bahn drängt.
Schön dabei: mit dem Action-Set ist wohl die erste und letzte Erweiterung gekommen. Stattdessen gibt es Tips, sich das Rennfahrerleben selber schwer zu machen: aus der Minigolf-Erfahrung und mit etwas Einfallsreichtum lassen sich ganz prima eigene Hindernisse zusammenbauen...

Zwei Nachteile hat das Spiel: sehr schnell tun einem vom Schnipsen aufs harte Holz die Finger weh. Wer ständig spielt bekommt garantiert eine böse Hornhaut, oder blaue Fingernägel. Lohnt sich aber! Schade ist der hohe Preis für das Spiel, der sich allerdings durch die Materialkosten erklärt: immerhin sind alle Platten aus hochwertigem Holzmaterial und fein gesägt, so daß sie gut ineinander passen und nicht wackeln.

Es macht eine Menge Spaß, dieses Spiel zu spielen, besonders in einer Gruppe, um einen Tisch herum zu laufen und mit den Holzscheiben um die Wette zu flitschen. Der Sonderpreis Geschicklichkeitsspiel, den die Jury Spiel des Jahres 1996 verliehen hat, ist absolut berechtigt; "Carabande" gehört in jeden Gruppenraum, in dem Fun, Spaß und Action gebraucht werden.
 
 

Sonderpreis Geschicklichkeitsspiel 1996Carabande - von Jean Du Poel
Erschienen bei Goldsieber 1996
Preis: ca. 79,90 DM
für das Action-Set 29,90 DM
für zwei bis acht Spieler ab 7 Jahren
Spieldauer: ca. 30-40 Minuten, zu zweit 20 Minuten.
Spiel des Jahres 1996 - Sonderpreis Geschicklichkeitsspiel
Kurzkritik: Eine Riesengaudi.
                      (Michael Ziemons)
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