rezensionenBluff- von Richard Borg zurück
Wer immer schon bedarf nach Würfeln hatte,
der muß dieses Spiel einfach haben - nein, Scherz beiseite. Alten
Kneipengängern dürfte dieses Spiel bekannt vorkommen. Der gute
alte lederne Würfelbecher, ein paar Würfel, eine Menge Zehnpfennigstücke:
"Tuppen" ist angesagt!
Ja, fast. Das Spielprinzip des alten Kneipenspiels
wurde für "Bluff" nur leicht abgewandelt.Jeder Mitspieler hat einen
Becher mit Würfeln. Gleichzeitig würfeln alle Spieler, und jeder
schaut nur unter seinen Becher. Dann muß er jedoch sagen, wieviel
gleiche Ziffern sich unter allen Bechern zusammen befinden. Dieses Wettangebot
markiert er auf dem Spielplan. Der nächste Spieler muß das Angebot
akzeptieren und dann selber überbieten oder die Aussage des Vorgängers
anzweifeln; nur dann werden die Becher gelüftet und die Stunde der
Wahrheit schlägt. Wer hatte Recht- der Bieter oder der Zweifler? Der
Verlierer muß einen Würfel abgeben und hat zukünftig eine
noch schlechtere Wettgrundlage. Wer keine Würfel mehr hat, scheidet
aus.
Auf jeden Fall zu Recht "Spiel des Jahres 1993" wurde dieser unkomplizierte Spaßbringer für Leute in der richtigen Stimmung. Für kleine Runden ist das Spiel weniger geeignet. Warum die sechs hier nicht sechs sein darf, sondern zum Stern verkommt, warum die Becher aus Plastik statt aus Leder sein müssen (aus Kostengründen gewiß nicht) und warum der Karton überflüssig groß ist - man weiß es nicht. Trotz dieser Mängel ist "Bluff" genau das Richtige für eine versoffene Runde in Partylaune, das ideale Kneipenspiel und prima geeignet für alle, die das Risiko und den Bluff lieben, ein Pokerface besitzen und gnadenlos lügen können. Vorsicht! Bei manchem Mitspieler tun sich Abgründe auf...
Bluff
- von Richard Borg
Erschienen bei FX Schmid 1993 (überarb.
Ravensburger Spieleverlag 1998)
Preis: ca. 39,90 DM
für zwei bis sechs Spieler ab 12 Jahren
Spieldauer: ca. 60 Minuten
Spiel des Jahres 1993!!!
Kurzkritik: Ein klassischer Spieleknüller
im neuen Gewand.
(Michael Ziemons)
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