rezensionenBasari - von Reinhard Staupe zurück
"Wie, Du willst nicht feilschen??????"
Darum genau geht es aber in diesem Spiel. Hier wird gefeilscht und
getauscht, was das Zeug hält. Jeder Spieler wird zum Händler
im orientalischen Basar, zum Basari. Die gute Grafik macht das plausibel.
Alle
Spieler spielen gleichzeitig. Jeder spieler hat drei Aktionskärtchen:
wie bei "Löwenherz" muß sich jeder für eine der drei Aktionen
entscheiden. Aber immer nur einer darf die Aktion ausführen: wer,
darum muß notfalls eben gefeilscht werden. Ziel jeden Schaffens ist
es, möglichst viele Punkte auf der Zählleiste zu bekommen. Das
ist eine der drei möglichen Aktionen: seinen Zählstein vorziehen.
Es reicht natürlich nicht, immer nur diese Aktion zu wählen:
denn das wollen die anderen ja auch, und nur einer kann vorwärtskommen.
Man braucht also auch genügend Edelsteine, um feilschen zu kommen.
Der Vorrat kann natürlich auch aufgefüllt werden: Aktion Nummer
zwei. Würfeln ist die Alternative Nummer drei: hier kann man die Spielfigur
weiter durch den Basar bewegen und zusätzlich den Punktezähler
etwas weiter vorrücken.
Das Wandern durch den Basar ist durchaus wichtig: wer einmal den Basar
umrundet hat, löst eine Wertung aus, durch die man weitere Punkte
sammeln kann. Bei den Wertungen zählt dann wieder der Edelsteinvorrat.
So ist jedes der Elemente des Spieles wie ein orientalischer Teppich miteinander
verwoben, man muß alles im Blick halten, wenn man gut sein will.
Wer es schafft, seine Interessen gut durchzusetzen und zu feilschen, der
ist der Beste. Nach drei Wertungen endet das Spiel...
Der Autor nimmt viele Anleihen aus anderen Spielen: vor allem aus "Löwenherz"
von Klaus Teuber das Prinzip der Aktionskarten und das Feilschen um Aktionen.
Auch in mehreren anderen Verhandlungsspielen findet sich das Prinzip, immer
entscheiden zu müssen, ob man sein Kontor pflegt oder auf der Punktleiste
vorzieht, etwa bei "Medici".
Neu wird das Konzept erst durch die Verknüpfung, die "Basari"
so aus den üblichen Verhandlungsspielen heraushebt. Die Story trägt,
ist aber nicht überragend. Das Spiel macht Spaß, man tauscht
und feilscht und verhandelt, und wen interessiert schon, woher der Autor
seine Ideen hatte, wenn das Ganze doch gelungen ist und man es gerne spielt.
Wer Verhandlungsspiele liebt, für den ist "Basari" das bislang beste
in diesem Genre.
Basari - von Reinhard Staupe
Erschienen bei FX Schmid 1998
Preis: ca. 39,90 DM
für drei bis vier Spieler ab 10 Jahren
Spieldauer: ca. 45 Minuten
Aufgenommen in die Auswahlliste Spiel des
Jahres 1998!
Kurzkritik: Das bislang beste im Genre Verhandlungsspiel.
(Michael Ziemons)
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