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Ruth-Pfau-Stiftung

Das Deutsche Aussätzigen-Hilfswerk e.V. (DAHW) hat im Jahre 1996 die Ruth-Pfau-Stiftung ins Leben gerufen. Sie ist als öffentliche Stiftung des Bürgerlichen Rechtes mit Sitz in Würzburg gemäß dem Bürgerlichen Gesetzbuch und dem bayerischen Stiftungsgesetz genehmigt, durch die Unterschrift des Regierungspräsidenten von Unterfranken rechtsfähig eingetragen und bundesweit gültig. Das DAHW trägt damit dem Willen vieler Freunde und Förderer von Dr. Ruth Pfau, aber auch ihrem persönlichen Wunsch Rechnung, eine weitere wichtige Stütze für ihre so erfolgreiche Arbeit zu errichten. Im folgenden finden Sie sowohl die Stiftung als auch das Leben und Wirken von Dr. Pfau beschrieben. Diese Seiten erläutert die Hintergründe der Ruth-Pfau-Stiftung. Sie beleuchtet ihre Ziele und erklärt kurz die grundlegende Funktionsweise einer Stiftung. Außerdem gibt sie dem Leser Einblick in das vielseitige Leben der Ärztin und Ordensfrau Ruth Pfau. Detailfragen zur Stiftung und Projektarbeit können am besten im persönlichen Gespräch erörtert werden.

Ruth-Pfau-Stiftung

Präambel

"Die Würde des Menschen
ist unantastbar"

Grundgesetz der Bundesrepublik
Deutschland, Artikel 1

Diese Überzeugung ist Grundlage der Stiftung, so wie die Entwicklungsarbeit von Ruth Pfau von  ihr getragen ist. Aus dieser Überzeugung ergibt sich:

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· Sowohl die Ideale der Gründer dieser Stiftung, wie auch die Erfordernisse der jeweiligen Kultur sollen hierbei berücksichtigt werden.

· Jeder Mensch ist ganzheitlich, als Person zu sehen und nicht als "Fall" zu behandeln.

· Die einheimischen Mitarbeiter, die Patienten und ihre Familien müssen befähigt werden, das Projekt verantwortlich weiterzuführen.

Diese Zielvorstellungen erwuchsen aus der Zusammenarbeit von Menschen aus Pakistan und Deutschland, sowie aus der Lebenserfahrung der Betroffenen. Strategische Planung und strukturelle Genauigkeit sind ihre Folge.

Die rechte Zuwendung jedoch ist nur dem möglich, der bereit ist, dem andern in Freiheit wehrlos zu begegnen und sich auch Verwundungen auszusetzen.

 

"Wer keine Tränen in
sich trägt, ...darf diesen Weg nicht gehen."

– Ruth Pfau –

Dieser Erkenntnis zu dienen und sie weiterzutragen, soll der innere Sinn der Stiftung sein. Praktisch dient die Stiftung einer ganzheitlichen Gesundheitsfürsorge, vorwiegend auf dem Gebiet der weltweiten Lepra- und Tuberkulosebekämpfung, einschließlich begleitender sozialer Maßnahmen. Vergleichbare Dienste können auch für Patienten anderer Erkrankungen und sozialer Randgruppen angeboten und durchgeführt werden. In allen medizinischen und sozialen Projekten steht der Mensch im Mittelpunkt der Maßnahmen.

Die Organe der Ruth-Pfau-Stiftung

Die Stiftung besteht aus zwei Organen:

Stiftungsrat

Die Besetzungsmöglichkeiten des 5-köpfigen Stiftungsrates ist durch die Satzung geregelt:

1 Mitglied zu ihren Lebzeiten durch Dr. Ruth Pfau, wobei diese insbesondere berechtigt ist, sich selbst zu berufen, danach durch das DAHW.

3 Mitglieder durch das DAHW.

1 Mitglied durch die Kongregation der Töchter vom Herzen Mariä.

Stiftungsvorstand

Der 3-köpfige Vorstand wird vom Stiftungsrat berufen, wobei Mitglieder des Rates nicht zugleich zu Mitgliedern des Vorstandes berufen werden können.Bei Gründung der Stiftung wurde der Vorstand mit drei Personen aus dem DAHW besetzt.

Stiftungen: Investitionen in die Zukunft

Eine Stiftung arbeitet im Unterschied zu einem Spendenhilfswerk hauptsächlich mit den Erträgen, die durch die Anlage des Stiftungsvermögens erwirtschaftet werden. Das Stiftungsvermögen selbst bleibt unangetastet. So erklärt es sich, daß Stifter häufig Menschen sind, die den Wunsch haben, ihr erwirtschaftetes Vermögen auch über ihren Tod hinaus weiterleben und arbeiten zu lassen. Dr. Ruth Pfau befürwortet die Stiftung, weil durch sie das Gelebte und Gewachsene ihrer Arbeit auch über ihren Tod hinaus weitergetragen und weiterentwickelt werden kann. Viele ihrer Freunde und Berater haben sie in diesen Überlegungen unterstützt und auch das DAHW darin ermutigt, diesen Schritt zu tun.

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Staatlich kontrolliert

Stiftungen unterliegen einer strengen Kontrolle. Mit ihrer Genehmigung untersteht eine Stiftung der staatlichen Aufsicht. Diese Aufsicht richtet sich nicht nur auf die Einhaltung der Gesetze und der Satzung, sondern auch auf die Befolgung des Stifterwillens.

Funktionsweise der Stiftung

Die Idee der Stiftung basiert darauf, mit den Erträgen des sogenannten Grundstockes die vom Stifter definierten Ziele zu finanzieren. Das Stiftungsvermögen muß erhalten werden. Es sollte sich möglichst aus einer gesunden Mischung der verschiedensten Kapitalanlagen zusammensetzen. Die Ruth-Pfau-Stiftung will in den nächsten Jahren viele Zustifter finden, die den bei der Gründung eingebrachten Grund- stock erhöhen. Zustiftungen können in jeder denkbaren Form eingebracht werden. So ist neben Geldbeträgen und Wertpapieren auch die Übertragung von Grund und Boden denkbar und für Stiftungen typisch.

 Spenden

Die Überweisung von Spenden an eine Stiftung ist möglich. Sie müssen dann unmittelbar für Hilfsmaßnahmen ausgegeben werden und dürfen nicht in das Vermögen der Stiftung einfließen. Die Ruth-Pfau-Stiftung empfiehlt jedoch, für "Soforthilfen" das Spendenkonto des Deutschen Aussätzigen-Hilfswerkes e.V. mit dem Vermerk "für Dr. Ruth Pfau" zu wählen.

Besondere Möglichkeiten

In manchen Fällen möchte der Stifter seine Zustiftung dauerhaft mit seinem Namen verbunden wissen, weil er etwas ganz Bestimmtes bewirken möchte. In diesem Fall kann die Ruth-Pfau-Stiftung zum Treuhänder werden. Der Geldgeber gründet dann eine unselbständige Stiftung, die, wenn er es will, seinen Namen trägt. Sinnvollerweise sollte der Zweck solcher Stiftungen mit den Aufgabenbereichen des Treuhänders abgestimmt sein. Für die Gründung einer unselbständigen Stiftung bedarf es keiner staatlichen Genehmigung. Wesentlich ist ein Vertrag zwischen Stifter und Treuhänder. Das gleiche Ergebnis kann auch durch Testament, Erbvertrag oder als Vermächtnis unter Auflagen sichergestellt werden.

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Fragen im Gespräch klären

Zur Klärung von Fragen rund um die Stiftung empfehlen wir in jedem Fall ein persönliches Gespräch mit den Verantwortlichen der Ruth-Pfau-Stiftung.

 

Mit den Erträgen Zukunft sichern

Die Ruth-Pfau-Stiftung bemüht sich um eine langfristige Hilfe in Projekten. Die Übernahme von Lohnkosten ist ein Beispiel dafür: Die Lohnkosten für einen Sozialarbeiter in den pakistanischen Projekten liegen bei ca. 400,- DM im Monat. Ein Vergleich mit Deutschland verdeutlicht den enormen Effekt einer Stiftung: Die Verzinsung des Jahresgehaltes eines Sozialarbeiters in Deutschland reicht in etwa aus, um eine solche Stelle dauerhaft zu finanzieren (Stand 1998). Dabei bleibt das Grundkapital immer erhalten.

Der Lebensweg von Ruth Pfau

Ruth Pfau wurde 1929 in Leipzig geboren. 1949 flüchtete sie in den Westen. Früh schon bewegte sie die Not anderer, früh stellte sie die Sinnfrage für ihr Leben und fand dabei den Weg zu Gott. Beides bewog sie, Medizin zu studieren, um Leid zu lindern und Menschen ihre Würde wiederzugeben. Während ihrer Assistentenzeit trat sie dem Orden der Töchter vom Herzen Mariä bei. Seit 1960 lebt Ruth Pfau in Pakistan. Die erste Begegnung mit Leprakranken in einer Bettlerkolonie in Karachi
bestimmte ihr Leben, ihre Arbeit. Aus den Kranken wurden Geheilte, aus den "Aussätzigen" vollwertige Mitglieder der Gesellschaft und aus dem Slum ein Stadtviertel wie andere auch.

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Das weit über die Grenzen Pakistans bekannte "Marie-Adelaide-Leprosy-Centre" (MALC) in der Altstadt Karachis, ist als Fachklinik und nationales Ausbil- dungsinstitut zur Zentrale des Leprabekämpfungsprogramms geworden. Frau Dr. Pfau konnte in Pakistan der Lepra ihren Schrecken nehmen: Heilung und Rehabilitation der Patienten verbindet sie mit gezielter Gesundheitserziehung und effektiver Öffentlichkeitsarbeit. Neben der Lepra behandelt sie vermehrt andere Krankheiten, vor allem Tuberkulose und Augenkrankheiten. In zehnjähriger Arbeit in Zentral-Afghanistan baute sie dort einen allgemeinen Gesundheitsdienst auf. Ruth Pfau war immer bestrebt, Arbeit und Verantwortung möglichst in die Hände einheimischer Mitarbeiter zu legen. Sie selbst ist seit Jahren für deren Ausbildung verantwortlich. Bereits seit 1980 fungiert sie als ehrenamtliche Beraterin für Fragen der Leprabekämpfung im Gesundheitsministerium der pakistanischen Regierung in Islamabad mit dem Rang einer Staatssekretärin. Ihre Erfahrungen und Gedanken machte sie vor allem im deutschen Sprachraum durch mehrere Bücher bekannt. So gewann sie Freunde für ihr Werk, die sie mit der Unbedingtheit ihrer Liebe zum Menschen ansteckte. Die Entwicklung und Durchführung des Lepra- und Tuberkuloseprogramms verlangt einen engen Kontakt mit Regier- ungsmitgliedern, wissenschaftlichen Institutionen und Hilfsorganisationen, vor allem mit dem Deutschen Aussätzigen- Hilfswerk. Größte Erfüllung und Glück findet Ruth Pfau wohl, wenn sie denen Trost und Hoffnung bringen kann, die oft erst nach langen und beschwerlichen Märschen zu erreichen sind. Ihr Glaube hilft ihr dabei, die verschiedenen Elemente ihrer Arbeit im Auge zu behalten.

"Liebe hört geduldig zu und versucht, den Standpunkt des Patienten zu verstehen.
Sie freut sich daran, wenn Menschen rehabilitiert werden..."

 

 Die Lebensdaten von Ruth Pfau im Überblick

Lebenslauf

1929 geboren in Leipzig
1948 Abitur
1949 Flucht nach Westdeutschland
1949 Beginn des Medizinstudiums in Mainz, später in Marburg
1951 in der evangelischen Kirche getauft
1953 Übertritt zur katholischen Kirche
1956 medizinisches Staatsexamen
1956 Medizinalpraktikum in Winterberg/Sauerland
1957 Eintritt in den Orden der Töchter vom Herzen Mariä
1958 internistische Fachausbildung in Köln, Hildegardis-Krankenhaus
1959 gynäkologische und geburtshilfliche Weiterbildung in Bonn, Elisabeth- Krankenhaus
1960 Ausreise nach Karachi
1960 Lepra-Lehrgang in Südindien
1962 Umzug ins MALC-Krankenhaus im Zentrum von Karachi
1965 Beginn der offiziellen Lehrgänge für Leprahelfer
1969 Bundesverdienstkreuz
1969 Pakistanischer Orden: Sitara-i-Quaid-i-Azam
1978 Großes Bundesverdienstkreuz, zugleich Verleihung des höchsten pakistanischen Zivilordens
1980 Ernennung zum nationalen Berater für das Lepra- und TB-Kontrollprogramm für die pakistanische Regierung
1985 25jähriges Arbeitsjubiläum, großes Bundesverdienstkreuz mit Stern
1988 Ernennung zur Ehrenbürgerin Pakistans
1989 Verleihung des Ordens "Hilal-i-Pakistani"
1991 Verleihung des "Damien Dutton Award"

Auch in den letzten Jahren ist Dr. Ruth Pfau noch aktiv in den Projekten tätig.
Die Ausbildung liegt ihr dabei besonders am Herzen.

Gemeinsame Stärken nutzen

Durch die Ruth-Pfau-Stiftung bekommt die Arbeit in Pakistan, die zum größten Teil durch das DAHW finanziert und organisiert wird, ein weiteres Standbein. Es ist der erklärte Wille der Namensgeberin, mit dieser Stiftung vorrangig die über Jahrzehnte sehr mühsam aufgebaute Arbeit zu sichern. Die Stiftung profitiert von der jahrzehntelangen Erfahrung des DAHW im Bereich der weltweiten Projektförderung. Dem Wesen einer Stiftung gemäß, hoffen die Initiatoren auf Gelder, die dem Hilfswerk sonst verschlossen blieben.

Eine Satzung mit neuen Perspektiven

Die Satzung der Stiftung ermöglicht auch Hilfsprojekte, die über die klassische Lepra- und Tuberkulosearbeit hinausweisen.

Gemeinsam in die Zukunft

Gemeinsam gehen Stiftung und Hilfswerk in die Zukunft. Sie bilden die Garanten für eine solide, zukunftsfähige Entwicklungsarbeit in Pakistan und bei Bedarf auch in anderen Ländern.

Sprechen Sie mit uns

Ruth-Pfau-Stiftung

Geschäftssitz:
Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk e.V.
Mariannhillstraße 1c
D-97074 Würzburg

Telefon: (09 31) 79 48 - 152 Frau Rößler
Telefax: (09 31) 79 48 - 160

eMail: Ruth-Pfau-Stiftung@dahw.de

Bankverbindung:

Dresdner Bank Würzburg
Konto-Nr.:  307 969 700
BLZ:           790 800 52

Bei Überweisungen bitten wir um den Vermerk "Zustiftung".

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V.i.S.d.P.: Harald Meyer-Porzky