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Der aus New York stammende Matthew Ostrowski ist Komponist, Performer und
Installationskünstler und arbeitet in erster Linie mit Elektronik und
extremer Klangdichte.
Zu seinen jüngsten Werken gehören Vox Dei, eine einaktige Oper
in Auftrag des Chaos & Verbelding Festival, aufgeführt in Haarlem,
Den Haag und New York City, und eine Installation in Zusammenarbeit mit
dem Fotografen Beat Streuli, die in New York und im Kunstmuseum Luzern zu
sehen war.
Er hat häufig in Ensembles mit Musikern wie David Behrman, Nicolas
Collins, Anthony Coleman und John Zorn gespielt, wie auch in der berüchtigten
Rockgruppe Krackhouse, machte Schallplattenaufnahmen für europäische
und amerikanische Labels.
Seit 1993 arbeitet er als Komponist für die Elizabeth Streb / Ringside
Company, ein radikales Tanz-Aktions-Ensemble, mit dem er häufig auf
Gastspielreisen durch die USA und Großbritannien unterwegs ist. Statt
eine fertige Hintergrund-Musik für die Tanzdarbietung zu komponieren,
arbeitet er mit Sensoren und Mikrophonen, um direkt die von den Tänzern
selbst erzeugten Klänge und Geräusche zu verstärken oder
ihre Bewegungen zur Ansteuerung musikalischer Ereignisse zu benutzen.
Von 1993 bis 1995 verbrachte er zwei Jahre am Institut für Sonologie
in Den Haag, was sich in einigen Werken für akustische und elektronische
Instrumente niederschlug und in der Oper Vox Dei (1995) für 4 Vokalisten
und Elektronik gipfelte.
Sein jüngstes Stück, Vertebra für Solo-Elektronik,
das auch in Münster zu hören sein wird, wurde im Frühjahr
1996 im Het Appollohuis in Eindhoven uraufgeführt. Matthew Ostrowski
schreibt dazu:
Vertebra - eine Wiedererfindung der Welt, die wir hören. Der tägliche
Lärm, der uns umgibt, die unbemerkte und unaufhörliche Tonspur
(Soundtrack) des Lebens: das Rattern des Straßenverkehrs, das Gemurmel
eines bevölkerten Cafès, Frösche in der Nacht. Labyrinthe
winziger Ereignisse, die miteinander verschmelzen, um ein Ganzes von fast
unendlicher Komplexität zu erschaffen. Diese Umgebungen können
friedlich, gewaltsam, überwältigend oder erhaben sein. Indem Computer
benutzt werden, die Hunderte von Tönen in der Sekunde erzeugen, ist
Vertebra ein Experiment - ein Versuch, das akustische Geröll des Alltags
zu verwenden, um ein neues Universum aus den zerbrochenen und zertrümmerten
Überresten des alten wiederaufzubauen. Eine halluzinatorische Meditation
über das Chaos des Lebens, in der das Vertraute dekonstruiert und rekonstruiert
wird, um Unordnung wiederzuerfinden zu einer neuen Art von Klarheit.