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english Introduction

Tonbandmusik
von Kompositionen für Lautsprecher und Tonband zu Live-Sampling

Anfang der 50er Jahren wurden in den Studios für Elektronische Musik (z.B. des WDR Köln) Kompositionen ausschließlich für Tonband bzw. Lautsprecheraufführung, d.h. ohne ausführende Instrumentalisten realisiert.

Die damalige Produktionsweise ließ unter Ausnützung der studiotechnischen Möglichkeiten keine Aufführung in konventioneller Live-Spielweise zu. Dies führte dazu, daß die Subjektivität des musikalischen Interpreten oder räumliche Bedingungen nun keine Rolle mehr spielten, sondern die Komponisten - unter der Assistenz von Tontechnikern - ihre Kompositionen direkt für das Tonband realisieren konnten.

Besonders in den USA wurden sowohl von Ingenieuren als auch von Musikern die technischen Entwicklungen vorangetrieben und ein neues Instrumentarium entwickelt, das heute in Form des Synthesizern in die alltägliche Musikpraxis eingegangen ist.

Mit Beginn der digitalen Tonaufzeichnung gab eine erneute Erweiterung musikalisch-kompositorischer Arbeitsweisen. Die Vereinfachung und Miniaturisierung musikelektronischer Geräte brachte die Möglichkeiten der Elektronischen Musikstudios zurück in die Liveperformance. Angesichts allgemeiner Verfügbarkeit musikalischen Materials via sampling entwickelte sich in verschiedensten Musikstilen eine Collagetechnik, die ästhetisch der konstruktivistischen Kompositionsweise früher Elektronischer Musik diametral entgegengesetzt ist.

Das Projekt gibt einen Überblick über das musikalische Schaffen innerhalb der Elektronischen Musik von deren Anfängen - Frühwerke von Stockhausen, Nono, Berio u.A. werden in einem Tonbandkonzert am Sonntag dem 15. 12. vorgestellt - bis zu heutigen Formen der Sampling- und Collagetechnik in den Livekonzerten von Frank Schulte und Matthew Ostrowski. Dabei wird z.B. im Vortrag von Johannes Goebel (vom Zentrum für Medientechnologie Karlsruhe) auch die Frage gestellt, ob angesichts des Einsatzes neuester Technologien tatsächlich neue ästhetische Ausdrucksformen gefunden worden sind. Gewissermaßen als Kontrast stellt Claus van Bebber mit seinem Schallplattenkonzert eine low tech Variante der Arbeit mit vorgefundenem Klangmaterial vor. (Erhard Hirt)

Freitag, 6. Dez. 20Uhr, Konzert
Frank Schulte - Anna Homler Duo (BRD/USA )

Freitag, 13. Dez. 20Uhr
Schallplattenkonzert
Claus van Bebber (BRD)

Samstag, 14. Dez. 20Uhr
Töne aus Chips: Musik ohne Körper
Vortrag mit Musikbeispielen von Johannes Goebel
(Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe)

Sonntag, 15. Dez.14Uhr, Matinee
Tonbandkonzert
klassische Werke der elektronischen Musik,
moderiert von Georg Hajdu
(Musikhochule Münster)

Freitag, 20. Dez. 20Uhr, Konzert
Vertebra
Matthew Ostrowski
NL



Gefördert durch LAG - Soziokulturelle Zentren, aus Mitteln des Ministeriums für Stadtentwicklung, Kultur und Sport NRW, in Kooperation mit dem Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe.



Impressum:
Redaktion: Michael Kolberg, Berthold Schulte, Erhard Hirt
Plakat und Titelgestaltung: Mathias Grunert
HTML: Michael Kolberg
Pressearbeit: Bernadeta Kik

Veranstalter:
cuba-cultur
Achtermannstraße 12
D-48143 Münster
Tel. +49 (0)251 / 54892
Fax.+49 (0)251/518876
e-mail: cuba@muenster.de



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