Freitag, 26. September, 20 Uhr Eintritt 15,- / 10,- DM

| WireWorks
Jennifer Hymer (Keyboard, Klavier)
Annette Kleine (Mezzosoprano)
Christiane Steffens (Harfe)
George Hajdu (Computer)
Carin Levine (Flöte)
Eckard Leue (Sprecher, Schlagzeug) |
Das Ensemble WireWorks wurde im September 1996 von dem Komponisten/ Computermusiker
Georg Hajdu und der Pianistin/Keyboardspielerin Jennifer Hymer als Spezialensemble
für interaktive Computermusik mit akustischen Instrumenten gegründet.
Die Mezzosopranistin Annette Kleine und die Harfenistin Christiane Steffens
kamen bald als ständige Mitglieder des Ensembles hinzu, das gelegentlich
durch Carin Levine (Flöte) und Eckhard Leue (Sprecher) erweitert wird.
Durchaus der ständigen technischen Probleme beim Umgang mit elektronischer
Musik bewußt, ist es die Philosophie des Ensembles, den die Elektronik
programmierenden und kontrollierenden Techniker als gleichwertigen "Spieler"
zu integrieren und damit die Aufführung von Stücken mit kompliziertestem
Aufbau zu ermöglichen. Dabei bleibt es das Anliegen des Ensembles die
neue Technologie nicht als Mittel zum Zweck sondern als Erweiterung und
Ergänzung des akustischen Instrumentariums zu begreifen, ganz gleich
ob es sich dabei um MIDI-Interaktion mit dem Keyboard oder Tonhöhenverfolger,
algorithmischer Improvisation/Komposition in Echtzeit, Signalverarbeitung
von instrumentalen Klängen oder einfach um synthetische bzw. gesamplete
Klänge in temperierter oder nicht-temperierter Stimmung handelt.
WireWorks ist am Grenzbereich von Avantgarde, improvisierter Musik, U-Musik,
Literatur und Theater interessiert und versucht das in jedem Stück
anders herauszustellen, so etwa in Manfred Stahnkes mikrotonalem, durch
den Jazz beeinflußten Stück Partch Harp, Chris Browns minimalistischer
Komposition Sparks (in der das Keyboard mit seinen regelmäßigen
Muster von der Software verfolgt und variiert wird), Georg Hajdus SLEEPLESSNESS
für Flöte und Live-Elektronik (wo die Flötentextur in vielfältiger
Weise von der Elektronik verändert wird und dabei in ein Wechselspiel
mit dem gleichzeitig erklingenden Text tritt), Georg Krölls theatralischer
Szene für Sprecher, Sopran und elektronischer Orgel oder Belinda Reynolds
Multitudinous Verses (in denen die Gesangsstimme mit der gesampleten Stimme
und den synthetischen Keyboardklängen verwoben ist).
Jennifer Hymer machte ihren Studienabschluß an der Universität
Berkeley und ihren Abschluß in Performance und Musikwissenschaft am
Mills College. Sie gab Konzerte in den USA und Europa, z.B. 1994 beim Bartók
Festival in Szombathely (Ungarn). Für ihre Aufführungen der zeitgenössischen
Musik bekam sie den Eisner-Performance-Preis.
Georg Hajdu studierte Komposition in Köln und in Berkeley. 1993 wurde
er vom IRCAM / Paris zur Teilnahme an der stage d'informatique for composers
eingeladen. Seine Arbeiten beinhalten musik-theoretische Forschungen sowie
Kompositionen auf akustischem und elektronischem Gebiet, die von führenden
Ensembles aufgeführt und von Radiostationen in aller Welt gesendet
worden sind. Hajdu erhielt zahlreiche Auszeichnungen u.A. den Preis für
algorithmische Komposition Callejón del Ruido, Guanajuato, Mexiko
(1995), den DeLorenzo Preis der Universität Berkley (1992), den IBM
Preis des Ensemble Modern (1990).