Samstag, 12. Juli, 17 - 22 Uhr Eintritt frei
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Forced Entertainment
(Sheffield, GB)
Deutsche Erstaufführung der Durational-Version |
Speak Bitterness
Auf der Bühne ein acht Meter langer Stahltisch, dahinter unauffällige
Männer in grauen Anzügen und schwarz gekleidete Frauen. Auf dem
Tisch seitenweise maschinengeschriebene Geständnisse. Sieben Akteure
"gestehen": Nichtigkeiten und Absurditäten, Grausamkeiten
und kleine Gemeinheiten. Sie buhlen um Glaubwürdigkeit, Anerkennung,
Lacherfolg und Erlösung. Die Emphase, mit der die Geständnisse
geliefert werden, gibt keinen Indiz auf einen wirklichen sozialen oder individuellen
Wert. Gedankenwelten und Wirklichkeiten implodieren. In ihrem professionellen
Vokabular hat Forced Entertainment dem Wort "Schauspieltechnik"
abgeschworen. Es geht um etwas anderes: die besondere Art "Verschärfter
Unterhaltung".
Wir waren Lügner.
Wir haben Hamburger gegessen.
Wir glaubten daran, daß Moral und Freie Marktwirtschaft das gleiche
seien.
Wir haben Wet-T-Shirt-Competitions für Frauen und Nasse-Unterhosen-Wettbewerbe
für Typen organisiert.
Wir haben einem lebendigen Hummer den Kopf abgeschnitten und das Blut getrunken,
weil wir dachten, daß es hilft.
Wir mochten Steven, aber er roch komisch.
Wir haben schlechte Filme mit gutem Ende gemacht.
Wir verteilten T-Shirts an Bettler mit dem Spruch "Gib mir kein Geld,
ich bin nur ein Scheiss-Ekelpaket".
Wir haben Gott gespielt.
Wir haben herumgespielt.
Wir waren lausige Liebhaber.
Wir haben einmal im Monat geblutet.
Wir trotzten der Schwerkraft und gingen übers Wasser.
Wir hatten nie eine originelle Idee.
Wir sagten zum Publikum: Verpißt Euch.
Wir wußten nie, wann wir aufhören sollten.
Wir haben falsche Geständnisse abgelegt.
Wenn wir weinten, dann weinten wir, das ist alles, was es zu sagen gibt.
Die Aufführung wird unterstützt von: The British Council