Freitag, 8. August, 20 Uhr Eintritt 15,- / 10,- DM

 | Alvin
Curran
Computermusik (USA) |
Endangered Species
Der in Oakland/Kalifornien und Rom wohnhafte Alvin Curran ist ein amerikanischer
Komponist, der Musik für jeden Anlaß schreibt. Das ist durchaus
als Kompliment gemeint, denn sein uvre weist eine Vielzahl der unterschiedlichsten
Projekte und Zusammenarbeiten auf. In seinem Lebenslauf ist die Zusammenarbeit
mit seinem Lehrer Elliot Carter ebenso verzeichnet wie die radikalen Improvisationen
der von Curran mitbegründeten Gruppe "Musica Elettronica Viva"
(MEV; mit Teitelbaum, Rzewski, Braxton und Amacher) oder die sich über
Jahre erstreckende Auseinandersetzung mit Umweltklängen aus aller Welt.
Currans Musik, die dazu neigt, viele einander widersprechende Tendenzen
zu versöhnen, ist von den Werken Giacinto Scelsis genauso beeinflußt
wie von Thelonious Monk, Charles Ives, John Cage oder Spike Jones. Currans
musikalische Erfindungen haben mit seinem Verständnis von Architektur
und Geographie als natürlichen Bühnen für Musik zu tun. Ihr
zugrunde liegt Currans Ansicht, daß alle Klangphänomene als Musik
zu definieren sind. Seit langem schreibt er akustische und elektronische
Konzertmusik, und mit der Zeit hat seine kompositorische Arbeit einen erkennbaren
Charakterzug entwickelt, der von den Klängen und Räumen der Umwelt
geprägt ist. Er hat Werke für Schauplätze wie Flüsse,
Häfen, Gärten, Brunnen, Höhlen und Steinbrüche geschaffen
­p; ein Art Naturtheater, das allen seinen Werken als Bühne dient.
Deshalb ist Currans Teilnahme am Stadtklang im Rahmen der Skulptur. Projekte
1997 schlüssig, befaßt sich doch auch seine Arbeit in großem
Umfang mit bestimmten Themen der Münsteraner Skulpturenausstellung:
als junge, zeitgenössische (Klang)Kunst, die für und im öffentlichen
Raum ihren Ausdruck sucht und in ihn hinein gestellt wird.