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KLANGINSTALLATIONEN 1989

Im Anschluß an die Performance-Reihe von 1988 wurden im c.u.b.a. im September 1989 eine Anzahl von Klanginstallationen vorgestellt.

Hierbei waren fünf Konzerte und fünf Ausstellungen zu sehen und zu hören, die sich sowohl auf die klanglichen Eigenschaften der vorhandenen Räumlichkeiten bezogen als auch einzelne Objekte, in denen akustische Qualitäten und visuelle Prinzipien vereint sind.

Zwar konnte auf Grund des vergleichsweise knappen Budgets nur ein Ausschnitt aus der Vielzahl von Möglichkeiten und vorhandenen Arbeiten zum Thema gezeigt werden, dennoch konnte dem Publikum und nicht zuletzt der hiesigen Kunstszene Anregungen gegeben werden, sich mit Bereichen auseinanderzusetzen, die jenseits überkommener Kunstsparten von bildender Kunst, Musik, Architektur, Performance usw. liegen.
Joe Jones


Die in Münster zu sehen und zu hörenden Klanginstallationen brachen das Bild herkömmlicher Musikinstrumente, herkömmlicher Skulpturen: Sie waren beides. Und so wie sie sich als ein Ganzes darstellten, stellten sie sich in den Raum als ein Teil von ihm.So konnten Räume quasi erhört, Bekanntes neu gesehen werden. Der Raum wurde zu einem Resonanzraum, in dessen Inneren der Zuschauer sich bewegte und so subjektiv zu einem Teil der Klanginstallation wurde: Herkömmliche Musikinstrumente, in ihrem Erscheinungsbild weitgehend bekannt, standen in einem neuen Zusammenhang von Installation und Klangmaschine. Eigens entworfene Klangskulpturen machten den plastischen Charakter von Instrumenten, Klangerzeugern, Resonanzkörpern etc. deutlich, wobei grundlegende Prinzipien der Klangerzeugung - Aerophone, Idiophone, Membranophone und mechanische sowie elektrische Instrumente - in den einzelnen Arbeiten umgesetzt wurden.

Nico Parlevliet


Dem Zuschauer/Zuhörer war es dabei teilweise möglich, aktiv in das Klanggeschehen einzugreifen, es zu beeinflussen und so ein eigenes Konzert zu erleben. Dieses Brechen mit herkömmlichen, tradierten Konzertbedingungen ließ ein anderes musikalisches Empfinden entstehen und trug bei, bekannte Erfahrungen in Frage zu stellen. Klänge und Töne wurden begreifbar, mehr noch, sie waren greifbar.

Wir danken in diesem Zusammenhang Paul Panhuysen, der uns als Leiter des "Apollohuis" in Eindhoven (NL), wertvolle Anregungen zukommen ließ, sowie Hugh Davis, dessen theoretische Arbeiten Grundlage des zum Projekt erschienen Kataloges wurden.

Paul Panhuysen und der ebenfalls niederländische Künstler Johann Goedhart "be-spielten" im Eröffnungskonzert 'FM die neue Ultrawelle'ihre eigens für Konzert erstellte Installation. Darüber hinaus haben sie in der wohl spektakulärsten Aktion dieser Reihe die gesamte Hinteransicht des c.u.b.a.-Gebäudes mit einer Stahlsaiteninstallation umfaßt, die neben ihren optischen auch akustische Eindrücke vermittelte, und ebenso wie Bertin Strothjohanns Arbeit über den gesamten Veranstaltungszeitraum zu sehen war.

Die weiteren verpflichteten Künstler waren:

Hugh Davies (GB): neue elektrische u. elektroakustische Instrumente, Joe Jones (USA) mit seinem 'Solarorchester', Nico Parlevliet (NL) mit Fallmaschinen und aerophonischen Klangobjekten, Ulrich Phillip (BRD): 'das Pendel' und Bertin Strothjohann (BRD) mit einer Lautsprecherinstallation.


Eine Veranstaltung der c.u.b.a.-cultur mit Unterstützung der Stadt Münster und des Landes NRW.

Zu diesem Projekt erschien ein eigener Katalog.




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