HUMANNOISE CONGRESS 1987
Seit geraumer Zeit vollzieht sich in der Musik eine Entwicklung, deren Verlauf
die Erweiterung musikalischer Strukturen auch in Richtung auf gegenseitige
Durchdringung von Klangereignissen zum Gegenstand hat. Musik, Klang, Geräusch,
Krach, Lärm - in der heutigen Zeit sind eindeutige Definitionen solcher
Begriffe längst fragwürdig, die Grenzen durchlässig und undeutlich
geworden. Angesichts einer erstarrten Musikkultur, einer buchstäblich
ohrenbetäubenden Musikindustrie und unter dem Eindruck einer lärmenden
Maschinenwelt begannen Musikschaffende nach adäquaten und zeitgemäßen
musikalischen Ausdrucksformen zu suchen.
Gegenwärtig findet eine Szene von MusikerInnen ihren Ausdruck auf dem
Weg der Improvisation. Zum HumanNoise Congress trafen sich zehn dieser Musiker
aus dem ganzen Bundesgebiet zu einem dreitägigen Projekt.
Der erste Tag war solistischen Darbietungen vorbehalten, in denen sich die
einzelnen Musiker mit ihren unterschiedlichen persönlichen Spielweisen
vorstellten.
Musikalische Interaktion in Duo-, Trio- und Quartettbesetzung, als wesentliches
Element Improvisierter Musik, stand am zweiten Tag im Mittelpunkt.
Mit einer großen Besetzung aller Beteiligten - Lothar Fiedler (git),
Erhard Hirt (git), Paul Hubweber (pos), Volker Palma (viol/aktionen), Ulrich
Phillipp (bass), Lars Rudolp (trp), Wolfgang Schliemann (dr), Jochen Twelker
(dr), Martin Verborg (viol, sax), Martin Theurer (p), sowie einem Solobeitrag
von Carlo Inderhees endete der Kongress am dritten Tag.
Der HumanNoise Congress hat durch die Aktivitäten des ARTist Wiesbaden
eine erfolgreiche Fortsetzung gefunden. Die musikalischen Ergebnisse des
Jahres 92 sind auf einer CD dokumentiert.