
stammt vom Grazer Künstler Winfried Ritsch. Es handelt sich dabei um
eine recht komplexe Klanginstallation, die die Besucher zum Komponieren
auffordert. Es ist kinderleicht, sich durch das Haus der Klänge zu
bewegen. Mit Hilfe eines Joysticks kann der Besucher durch einen virtuellen
Raum navigieren, in dem Klänge als Körper erscheinen. Nähert
er sich einem dieser Körper, so wird ein Klang hörbar.
Auch der Computer selbst komponiert, indem er häufig benutztes Klangmaterial
wählt und abspielt, wenig häufig gewünschte Tonbeispiele
dagegen aussortiert. Zu hören ist eine aleatorische Komposition, deren
quasi natürlicher Verlauf durch den Besucher am Joystick zum künstlichen
wird.
Die Speicherung des vom Computer und den Besuchern verwendeten Materials
folgt den grundsätzlichen Annahmen der Evolution: die meistabgespielten
Samples überleben, wohingegen die weniger oft gehörten nach einer
Zeit gelöscht werden.
Über das Internet stellt die Installation in regelmäßigen
Abständen eine Verbindung mit einem Server in Graz her, der schon mit
einer Reihe gleichartiger Installationen in Verbindung stand. Hierhin können
die überlebenden Klänge auswandern und sich wie ein eigenständiger
Organismus einnisten. Auch der Weg von Graz nach Münster steht den
Klängen offen, so daß sich ihr Bestand mit der Zeit stark verändern
kann.
Diese Art der Datenverwaltung, die der Zusammenarbeit zwischen Computer
und Benutzer bedarf, ist Teil einer Neuformulierung grundsätzlicher
Annahmen zur Funktionweise der Evolution, die sich angesichts nur vermeintlich
unveränderbarer Verhältnisse innerhalb der Natur als notwendig
erweist.
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