Performance Art NRW 2000
 

In zwei Blöcken im Frühjahr (Mai) und Herbst (September) sind Performances von ca. 30 Künstlerinnen und Künstlern aus China, Japan, Spanien, England und NRW zu sehen, deren thematische Ausgangspunkte die bildende Kunst, der Tanz, das Theater, die Musik, die öffentliche Rede oder das Entertainment und ihre gegenseitigen Überschneidungen sind. Es ist die Kunst der Performance und eine ihrer wesentlichen Eigenheiten, sich in Personen und an Orten zu zeigen, Bilder zu entwickeln, die die eigensten Angelegenheiten der menschlichen Existenz " Mensch unter Menschen zu sein " zum Ausdruck  bringen. Die Idee  des Modells Performance Art in NRW ... NRW in Performance Art ist auf Dauer angelegt. Sie fragt nach den Mitteln (Medien) und Wegen der Performance, sie zeigt die Handlung und Begegnug im Spiel der Bilder und Weltbilder.
 

Teil II , September 2000                            Teil I Mai 2000
 

Programm Düsseldorf
Kunstraum
Himmelgeisterstrasse 107 E
Tel 0211 - 8996148 + 330237

Fr. 15. September 2000 / 20Uhr
Andrea Saemann / CH
Serge Pey / France
Stuart Brisley / GB
Hans-Jörg Tauchert / Köln

Sa. 16. Sept. / 20Uhr
Tokio Maruyama / Japan
Chen Chieh -Jen / Taiwan
Rolf Hinterecker / Bergisch Gladbach
Beate Ronig / Köln
 
 

Programm Köln
Orangerie / Volksgartenstrasse 25
Tel. 0221 245115 / 95227008

Mo. 18. Sept. / 20Uhr
Andrea Saemann / CH
Serge Pey / France
Stuart Brisley / GB
Günfer Cölgecen / Herne

Di.  19. Sept. / 20Uhr
Tokio Maruyama / Japan
Chen Chieh -Jen / Taiwan
Stephan Us / Havixbeck
 
 

Programm Münster
cuba-cultur
Achtermannstr. 12
Tel. 0251 - 54895

Mi. 20. Sept. / 20 Uhr
Inge Broska (Köln)
Stuart Brisley (GB)
Andrea Saemann (CH)

Do. 21. Sept. / 20 Uhr
Chen Chieh-Jen (Taiwan)
Harald Busch & Erhard Hirt (Dortmund/Münster)

Fr. 22. Sept. / 20 Uhr
Serge Pey (F)
Tokio Maruyama (Japan)
Sol Lyfond (Köln)
 
 

Programm Essen
Maschinenhaus / Zeche Carl
Wilhelm Nieswand Allee 100
Tel. 0201 - 8378424

Sa. 23. Sept. / 20Uhr
Andrea Saemann / CH
Tokio Maruyama / Japan
Chen Chieh -Jen / Taiwan
Enno Stahl / Köln

So. 24. Sept. / 20Uhr
Serge Pey / France
Stuart Brisley / GB
Theresa Drache / Köln
Knopp - Ferro / Köln
 
 

Stuart Brisley / GB


Stuart Brisley: "Singing the drawing Ydoolb Yadnus ", Part 2 " I.C.A. London 1999

Meine Performances sind gekennzeichnet durch die intuitive Einleitung
eines fruchtbaren Prozesses, der eine Art von Befreiung vom Zwang des
gesellschaftlichen Lebens auslöst.
Es ist nicht "Spielen« wie im herkömmlichen Theater, nicht das
Interpretieren einer Rolle in Übereinstimmung mit vorbestimmten
Bedingungen, d.h. in Übereinstimmung mit einem Drehbuch etc., sondern
mehr - obwohl nicht völlig - das Durchführen der Aufgaben"

Einer der Effekte ist das Ersetzen des öffentlichen Selbstbewußtseins
des Performers durch sein unmittelbares Selbst zu veranlassen; nicht als
Ziel in sich selbst, sondern als Teil des befreienden Prozesses für den
Performer. Es verwandelt die Handlung des Performers, und in der
"imagination experience" des Publikums, der Teilnehmer und Zuschauer.

Es geschieht dem Performer, der der Auslöser dafür ist es anderen
geschehen zu lassen, aber es passiert nicht, wenn nicht andere da sind.
(Bei Abwesenheit von Publikum weist die Anwesenheit einer Kamera auf
potentielles zukünftiges Publikum). Was dem Performer geschieht wird vom
Publikum erfahren als eine Reflexion dessen, was dem Performer
geschieht. Sie teilen eine gemeinsame Erfahrung auf unterschiedliche
Weise, einer durch den anderen.
Februar 2000

Stuart Brisley: "Between the wall and the floor in Dark Space", Project Art Centre, Dublin 1979
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Andrea Saemann / CH

1962 geboren
1983 - 86 Architekturstudium ETH Zürich
1986 - 88 Parisaufenthalt (Ecole Lecoq, Ecole Philippe Gaullier)
1989 - 94 Hochschule für Bildende Künste Hamburg
arbeitet und lebt in Basel
nun mache ich Performance
ursprünglich studierte ich architektur, später bühnenbild
ich arbeite visuell oft unter einsatz verschiedener medien
und:
ich arbeite verbal
ich arbeite vor allem verbal
(ich weiss dass ich mit  worten zu verändern bin)
ich liebe laurie anderson
ich liebe ernst  jandl und gertrude stein
ich liebe es dasselbe immer wieder neu zu sagen
und ich liebe die  spannung zwischen dem verbalen
konzept und der ausgeführten handlung
oder:
ich bespreche das wort (mund) in seiner noch
nicht handelnden (hand) wirksamkeit
vom mund in die hand leben
 

Serge Pey / France

"Serge Pey ritualisiert den Raum des Wortes: er ist der Schamane der auf
dem  Antrieb des Atmens und Bluts reitet. Durch ihn stampft die Poesie
mit dem Fuß, wird Schwindel, Behexung und Befreiung von jeder
Körperfaser. Mit ihm scheint die Stimme eine Auferstehung der
Vermischung von Boden und Himmel zu sein, welche Sonnensteine,
versandete Wolken und Abgründe des Gewitters wie Treibgut  hervorbringt.
An seine beschriebenen Stäbe geklammert, schiffsbrüchigen Masten gleich,
schwankt und tanzt, skandiert und verwünscht er. Serge Pey ist der
Minnesänger, zu einem senkrechten Gang erkoren,der Nomade des Verbs mit
gewaltigem Antrieb, welcher von Einbruch zu Einbruch geht und lebt. Er
ist auch derjenige, der die ganzen erschlagenen Schicksale, das
erstickte Raunen  und die verbannten Geheimnisse wieder miteinander
verbindet. Wenn auch allein sprechend, ausprechend, ist Serge Pey nicht
isoliert:
sein skandiertes Wort empfängt alle Sinneswanderungen, alle
Metamorphosen des Gesanges. Er ist der Mensch der vom Urschrei und
Dröhnen der Zeitalter der Gegenwart verpflichtet ist. Er hört und wirft
zurück, was gewöhnlich verschwiegen wird: von massakrierter
Exaltiertheit bis lästiger Wiederkehr der von der Gesellschaft
Suizierten. Serge Pey  ergreift die Welt, ihre Morde und Folter, ihr
Chaos aus zergliederten Seelen, zerlegten Knochen, fruchtbaren
Staubpatikeln, ihre Verwunderungen, ihr Wiederaufleben..."
André Velter, France-Culture.
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Tokio Maruyama / Japan

Artist.  Performance artist.  Arthoropologist (named by Australian
Journalist RODNEY O«BRIEN who made the word from "Antholopologist" in
his article about MARUYAMA in 1989.) MARUYAMA has expressed through
various media such as installation, performance, video, photograph and
so on, since 1979 when he studied at Tokyo University of Fine Arts.  He
started performance an in 1982, that was "Land of Information" at Plan-B
(Tokyo).  He has shown works about 70 times, some of which were entitled
"On the Map", "Our Whereabouts", "Faraway, so close" and "Transition" in
various parts of Japan and many foreign countries.

I'm thinking about each relative positioning in all things. And I'm
looking for how human thought shifts and changes in time and space.
Those are like trips to become aware that innumerable fragments of
various phenomena seem unconnected, but those actually have relation.
CONCEPT : "The very  moment" that appears  when artist ranges between
human "memory" and "premonition"
 

Inge Broska / Köln

Stellungnahme zur Performance
Meine "praktische" sichtbare und organisatorische Kunstproduktion hat
sich im Laufe der Zeit zuweilen etwas erschöpft. Dabei fielen Skulpturen
vom Sockel und Bilder von der Wand etc. Der Platz für die Aufbewahrung
der bildenden Kunst reduzierte sich naturgemäß ebenfalls. Die ephemere
Kunst nahm mehr Raum ein. Die Reduzierung der Requisiten und Materialien
für Performance macht es möglich, auch an ungewöhnlichen Orten zu
ungewöhnlichen Zeiten zu performen.
Meine Hilfsmittel sind meist Alltagsgegenstände, die mehr oder weniger
leicht zu organisieren sind. Themen und Inhalte sowie die Art der
Darstellung sind von mir gesellschaftskritisch konzipiert. Das schließt
Information, Provokation, Verunsicherung und Unterhaltung mit ein.
Dabei ist ein ggf. unerträgliches Maß an Selbstdarstellung und Klamauk
für mich legitim. Ich möchte einem Plublikum Anliegen, die mir wichtig
sind nahebringen. Die Zusammenarbeit mit anderen Performern und
Performerinnen ist ein unverzichtbarer Aspekt  meiner Arbeit - ebenso
anregend wie lustvoll.  Nach Möglichkeit plane ich meine Performances
intensiv, denn so bleibt mir viel Freiraum für Improvisation und
spontane Reaktion auf einen Ort, andere Künstler, Künstlerinnen oder
Publikum.  Immer wiederkehrende Themen bei meinen Performances sind:
Haushälterische Empfehlungen, solidarisches Fernsehen, Kunstbetrieb,
Hausmuseum  Otzenrath, Tagebau - besonders Garzweiler.

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Chen Chieh-Jen / Taiwan

Ich kann nicht aufhören diese Fotografien anonymer Menschen anzuschauen,
gefoltert, hingerichtet.  Es scheint, daß man hinter diesen Bildern eine
andere Schicht von Bild und ungesagten, versteckten Wörtern aufdecken
kann. Es scheint, daß da ein anderes Gesicht auftaucht vor der
verschwommenen, schwachen Gesicht; ein anderer zitternder, unbefestigter
Körper scheint vor und überschneidend auf den festen Körper. Im
Gefängnis der Zeit treiben Bilder manchmal endlos.
In der Trance, diese fotografischen Bilder anzuschauen habe ich mich oft
selbst gesehen als ein Opfer, oder ein Verfolger, oder ein Mitwirkender
in den Fotografien.
Wenn ich diese historischen fotografischen Bilder betrachte, finde ich,
daß die Vergangenheit auf mich zurückschaut. In dem Moment sieht die
Vergangenheit auf die Gegenwart und schaut auf die Zukunft durch mein
Betrachten. Wenn die Vergangenheit durch die Kameralinse blickt, auf den
Fotografen hinter der Kamera und in die Zukunft schaut, wird der
Fotograf das Rätsel im Schnittpunkt des Gegenseitigen Betrachtens. Und
verwickelt nicht unsere Betrachtung vom Blickpunkt des Zuschauers aus
alles Betrachten in das Labyrinth der Wahrnehmung. Die Geschichten, die
mich am meisten interessieren, sind die Geschichten, die von der
anerkannten Macht ausgeschlossen werden, d.h. die Geschichten ausserhalb
der Geschichte, die Geschichten, die im Reich der Ekstase überlebt
haben, die Geschichten, die wie die Lücke zwischen den Wörten sind, die
Geschichten, die im Nebel verborgen sind, die Geschichten, die unsere
Sprache durchdrungen haben, den Körper, die Wünsche und den Geschmack.
 

Sol Lyfond / Köln

In den Performances von Sol Lyfond verbinden sich basale Vorgänge
menschlichen Seins mit Video-Projektionen chemisch-physikalischer
Umwandlungsprozesse: so erscheint z.B. das Atmen des Künstlers als
Live-Projektion neben dem Video einer Wasserpflanze, die Sauerstoff
freisetzt (Süd-Korea 1998). Oder das Essen eines grünen Salates wird -
ebenfalls als Live-Aufnahme - in ein Video projiziert, in dem
Eisenpulver über einem Magneten pflanzenartig heranwächst (Polen 1999).
In dieser Verbindung grundlegender menschlicher Tätigkeiten mit
Nahaufnahmen natürlicher Vorgänge entsteht eine befremdlich-bekannte
Atmosphäre, die es ermöglicht, Abläufe der Kunst und der Natur neu
wahrzunehmen. In ihren Interferenzen und Differenzen erwächst dem
Betrachter ein Potential, sich selbst neu zu orten.
 

Harald Busch & Erhard Hirt
"ROMBERG"

Bei "Romberg" handelt es sich um eine zweiteilige audiovisuelle Arbeit für Video-Projektion und Live-Musik. Während sich Bild und Ton in Teil eins im Wesentlichen parallel zueinander entwickeln, bewegen und verändern, zeigt Teil zwei Momente aus Spielfilmen unterschiedlichster Qualitäten und Genres. Momente, in denen etwas so Gewöhnliches wie das Öffnen einer Tür oder das Abstellen einer Tasse auf einem Tisch zu sehen und zu hören ist, ohne Worte und ohne Filmmusik (?) in puren kleinen Bild-Ton-Einheiten, die das Ausgangsmaterial für ein Stück bilden, das es noch nicht gibt, das erst am Abend der Aufführung generiert wird:
Harald Busch (Film: Montage, Bildbearbeitung),
Erhard Hirt (Musik: Gitarre, Signal Processing)
 

Rolf Hinterecker / Bergisch Gladbach

Für die Entwicklung einer Arbeit ist der, zumeist selbst gewählte Ort der Handlung, ein wichtiger Bestandteil. Er sensibilisiert und schafft die Grundspannung für den geplanten"Energietransfer". Die Vorbereitung des Environments - ohne Publikum - ist für mich selbst bereits von Bedeutung. In gewisser Weise erzähle ich "Geschichten" ...wobei ich diesen Begriff nur sehr ungern verwende. Eine Arbeit wird nie ein zweites mal aufgeführt. Es gibt jedoch Elemente, die mit ähnlichen Materialien  modifiziert und  wieder eingesetzt werden können.  Der manchmal komplexe Ablauf und die sinnliche Umsetzung sind Teil meiner österreichischen Herkunft mit ihrem reichen kulturellen "Heritage", den "Farben" Slawiens und dem mediteranen Südeuropa.
Inhaltlicher Schwerpunkt sind meist Ängste um die Würde des Menschen im "Wahn" (schwere Epilepsie / später Alzheimer der Mutter). Hierbei ist es weniger der Wahnsinn selbst, der mir, im Gegenteil, eher vertraut daher kommt, sondern die Angst vor der "Masse Mensch", den Interventionen der Gesellschaft und ihren Vertretern den Wissenschaftlern. Versprechen sie uns Heilung von unserer Andersartigkeit (z.B. durch Genmanipulation) so beunruhigt mich auch das angestrebte Ziel einer "gesunden" Menschheit.
Die «Teilnahme« an zahlreichen - teils schamanistischen - Ritualen in den Philippinen, Sumatra/Indonesien, Nordthailand und zahlreichen anderen Ländern war neben den ethnologischen Feldstudien ein Sammeln solcher Arbeitspraktiken. Hierbei interessierten mich hauptsächlich die Arbeitsweisen der Akteure im Umgang mit ihrem "Publikum". Neben "psychologischen" und suggestiven Beeinflussungen«, über Illusion, bis hin zur "Nichtbeachtung" entdeckte ich eine unvorstellbare Bandbreite.
Künstlerische Einflüsse stammen von Beuys mit seinen Arbeiten und in gewisser Weise als Gegenpol aus der Fluxusbewegung, zu der persönliche Freundschaften bestehen. Die Teilnahme an diversen Aktionen lehrten mich oft eine intelligente, globale Sicht der meist gesellschaftskritischen Arbeiten. Vor allen Dingen wie einige mit sensiblem hintergründigem Humor die Gradwanderung der Offenbarung eines Performers beschützen mögen. Theatralisch ausgedrückt: "Sich geben - opfern, ohne Mitleid zu erheischen oder zu sterben"
10.02. 2000
 

Hans-Jörg Tauchert / Köln

Nach einem Krieg sich auf der Siegerseite zu befinden, macht es auch bald überflüssig, Kriege noch zu Friedenseinsätzen zu verdrehen und dadurch rechtfertigen zu wollen. Der Erfolg gibt recht - das reicht.
Wenn Politiker Geld nehmen, stört sich niemand daran, für welchen Zweck sie soviel Geld verwenden. Die spannende Frage, ob es legal zuging, erschlägt die Sache gänzlich. Wird der Lebensstandard der Massen gesenkt, dann sollen die Betroffenen an einen naturartigen Sachzwang glauben. Politik, also auch das, was mit einem praktisch angestellt wird, bleibt in der Kunst als Thema so gut wie ausgeschlossen, als gäbe es eine  un-ausgesprochene Vereinbarung darüber. Auch Performance ist meistens darüber hinweg, sich mit politischen Themen zu beschäftigen.
Dabei wäre Performance ausgezeichnet geeignet, Sachen klarzustellen, zu agitieren, Kritik zu üben. Mein Interesse an Performance, einem kurzen Auftritt vor Publikum, geht dahin, bestimmte Themen zu entmythisieren. Zum Beispiel die rätselhafte Sache  mit der Ausbeutung: Gibt es denn nun Ausbeutung oder nicht? Ein Thema, wie der idiotische Börsenzirkus, liegt zum Greifen nahe. Es sind fast nur Kabaretts, die politische Themen aufgreifen. Diese Kunst steht aber unter dem Zwang sein Publikum unbedingt, dafür hat es schließlich bezahlt, zum Lachen bringen zu müssen, auch da, wo es nichts zu lachen gibt.
 

Beate Ronig / Köln

English Soap Performance - in mehreren, kurzen Akten dargestellt.
Durch Sprache und Pappschildern, auf denen das Interieur erkennbar wird, ebenfalls Wörter - ca 30 min.
Handlung:
Eine Frau sitzt in ihrer Villa und telephoniert mit einer Freundin. Sie berichtet von ihrem Reichtum, ihrem guten Aussehen, ihrem Erfolg. Sie ist ein vielgebuchtes Super-Model. Sie hat sich gerade die Villa auf dem Lande gekauft, mit Blick auf 1 Kuh.
Und beim Gen-Designer 2 Super-Kinder bestellt, die ebenfalls bereits Model-Aufträge haben. Das Leben ist schön und luxuriös.
Bau-Lärm ertönt.
Die Kuh ist weg.
Stattdessen wird 1 Kernkraftwerk errichtet, direkt hinter ihrem Haus.
Das Kernkraftwerk explodiert, 1 Atom-Pilz erscheint
Die Frau ist ganz ausser sich
Oh, I´m out of myself
Sie bekommt 1 grässlichen Ausschlag und kann deshalb ihre Aufträge nicht modeln.
Sie verarmt
Das einzige Angebot das sie bekommt, ist in der Gosse in Indien Aussätzigen die Hand zu reichen.
Sie lehnt ab und veranstaltet stattdessen 1 T-Shirt Verkaufsparty.
T-Shirts mit dem aufgedrucktem Bild des BSE-Erregers: The united colours of BSE.
Dann werden die Kinder geliefert, Norma + Aldi,  die sehen auch ganz schrecklich aus.
Sie sitzt da, völlig verarmt und hält ratlos die Kinder im Arm. Zusätzlich erleidet sie 1 Alptraum:sie sei Wolfgang Niedecken und würde als Bap auftreten, mit dem Song: "Büdche op dr Eck "
1 Brief kommt
Sie hat bei einem Wohltätigkeitsverein 1 Reise nach Florida gewonnen.
Sie fliegt mit den Kindern nach Florida, guckt dort TV, Touristen werden ermordet, die Kinder spielen im Sumpf  und werden von 1 Alligator gefressen.
Da sie das nicht beweisen kann, kommt sie in das Gefängnis, in die Todeszelle, zum Tode verurteilt wegen der Ermordung ihrer Kinder Norma und Aldi.
Der Gouverneur lehnt ihr Gnadengesuch ab. Vor dem Gefängnis patrouillieren Demonstranten, sie werden drinnen milde belächelt. Die Frau kommt auf den E-Stuhl und muß mangels Gefängnispersonals den Stromschalter selbst umlegen.
Anschließend  Verkauf von T-Shirts mit Abbild Allan Lee Jones nach einer Hinrichtung im Juli 1999 : "mehr darf Strom nicht kosten"
 

Knopp-Ferro / Köln

Abmachungen:
Die Person A lebt in der Vergangenheit.
Die Person B in der Zukunft.

Der Versuch die Zeitlichkeit aufzuheben, sich immer wieder von der Last der Vergangenheit und den Verpflichtungen und Hoffnungen der Zukunft zu distanzieren.

"Kein einziges Lebensmoment darf für einen mehr Bedeutung haben, als daß man es jeden Augenblick, wo man will, vergessen kann; jedes einzelne Lebensmoment muß andererseits so vel Bedeutung für einen haben, daß man jeden Augenblick seiner sich erinnetn kann."
Sören Kierkeagard
 

Teresa Drache / Köln

Umgebung von Objekten und Gegenständen des Alltags - Chaos!

Der Fundus beflügelt die Phantasie, Konzentration - zentrieren

Dinge Erzählen ihre Geschichte, das Spiel beginnt - Magie?

Handlung in Zeit und Raum kreist um das "gemeinsame" Erfinden einer Neuen

Ist der Betrachter dabei sogar der Dritte im Bunde?


 

Stefan US

Performance 19092000

"Erntedankfest"

Eine Kornpuppe wird aus den letzten Getreidegarben zur Erntezeit
gemacht, das Kind künftigen Wachstums und Erntens........
 

Enno Stahl / Köln

LAUT!Dichtung
Der erste Moment des Menschen war ein Laut.
Auch der Letzte Moment des Menschen ist oft ein Laut.
Dazwischen wird er von Sprache bedrängt & den Dingen, die wegen der Sprache Dinge sind.

Mein Körper sagt mit dem Lautlichen, was meine Sprache mir vorenthält.
Dann werde ich da stehen, mir angucken, was der fonetische Bereich hervorgebracht hat, ihn analysieren & beim nächsten Mal noch viel mehr:
überlegen, wie ich vergesse, zu überlegen.
e.s. 2/2000
 

Günfer Cölgecen / Herne

Die Ausgangssituation der Performance ist es, an einem konkreten Ort handeln zu wollen. Der Ort ist immer ein - auch - architektonischer und kulturell beschriebener am Schnittpunkt einer Zeit. Das "auch" ist der Statthalter meines Denkens. Das Performative Handeln dann konfrontiert unmittelbar mit dieser Situation. - Über und mit dem Körper füge ich zusammen, was auseinander gefallen war, vor einer Zeit, vor Jahrzenten, morgen. Licht Haut Stimme Die Physik des Raums Die Physik des Körpers Bewegung und Resonanz Der Text ist einer des wirklichen Ortes, an dem  ich bin, oder ich bin nicht. (Text: A. Klopotek)
 

Eine Zusammenarbeit von: ASA stocks performance best, Maschinenhaus Essen und Kunstraum Düsseldorf, cuba-cultur & Ausstellungshalle am Hawerkamp
Unterstützt durch: Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW, Kommunalverband Ruhrgebiet, Kulturbüro Essen, Kulturamt Köln und Kulturamt Münster.
 

Performance Art 2000 Teil I  / Programm Mai
 

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