In zwei Blöcken im Frühjahr (Mai) und Herbst (September) sind
Performances von ca. 30 Künstlerinnen und Künstlern aus China,
Japan, Spanien, England und NRW zu sehen, deren thematische Ausgangspunkte
die bildende Kunst, der Tanz, das Theater, die Musik, die öffentliche
Rede oder das Entertainment und ihre gegenseitigen Überschneidungen
sind. Es ist die Kunst der Performance und eine ihrer wesentlichen Eigenheiten,
sich in Personen und an Orten zu zeigen, Bilder zu entwickeln, die die
eigensten Angelegenheiten der menschlichen Existenz " Mensch unter Menschen
zu sein " zum Ausdruck bringen. Die Idee des Modells Performance
Art in NRW ... NRW in Performance Art ist auf Dauer angelegt. Sie fragt
nach den Mitteln (Medien) und Wegen der Performance, sie zeigt die Handlung
und Begegnug im Spiel der Bilder und Weltbilder.
Teil I , Mai 2000 Teil II, September 2000
Programm Düsseldorf
Kunstraum
Himmelgeisterstrasse 107 E
Tel 0211 - 8996148 + 330237
Fr. 19. Mai / 20Uhr
Ma Liuming (China)
Bartolomé Ferrando (E)
Hayley Newman (GB)
Carola Willbrand (Köln)
Sa. 20. Mai / 20 Uhr
Markus Schwaighofer (CH)
Sakiko Yamaoka (Japan)
Helena Villalobos (Nörvenich)
Ralf Filges (Bielefeld)
Programm Münster
cuba-cultur Tel. 0251 - 54895
& Städtische Ausstellungshalle Hawerkamp
Mi. 24. Mai 20Uhr Ort: cuba
Achtermannstr. 12
Bartolomé Ferrando (E)
Petra Deus (Köln)
Do. 25. Mai 20Uhr Ort: cuba
Achtermannstr. 12
Sakiko Yamaoka (Japan)
Markus Schaighofer (CH)
Fr. 26. Mai 20 Uhr Ort:
Ausstellungshalle am Hawerkamp 22
Hayley Newman (GB)
Ma Liuming (China)
Siglinde Kallnbach (Köln)
Parzival (Köln)
Programm Essen
Maschinenhaus / Zeche Carl
Wilhelm Nieswand Allee 100
Tel. 0201 - 8378424
Fr. 26. Mai 21 Uhr
Ausstellungseröffnung
Performance - Photographien von Clemens Willenberg
Sa. 27. Mai 20 Uhr
Sakiko Yamaoka (Japan)
Bartolomé Ferrando (E)
Markus Schwaighofer (CH)
Valerian Maly & Klara Schillinger (Köln)
So. 28. Mai 20 Uhr
Ma Liuming (China)
Jens Brand (Dortmund) & Sam Ashley
Ralf Vormbusch (Köln)
Hayley Newman (GB)
KünstlerInnen
- In meinen Performances benutze ich normalerweise einige poetische Ideen.
- Um diese Ideen zu finden, suche ich neue Beziehungen mit und zwischen den verschiedenen Materialien herzustellen.
- Für mich ist es sehr wichtig repräsentativ zu sein.
- Ich ziehe es vor, kurze Performances zu machen, aber manchmal geht dies nicht.
- Manchmal mache ich auch Happenings, aber die Teilnahme der anderen ist immer sehr einfach.
- Meine Performances haben eine feste Struktur von Zeit und Raum.- Ich mache Performances mit einfachen Elementen
- Die Ironie und der Humor sind sehr sehr wichtig.
- Für die Struktur einer Performance nutze ich normalerweise die Zweideutigkeit, aber nicht zu sehr.
- Ich benutze meinen Körper wie ein Objekt, ich fühle mich in der selben Ebene wie ein Objekt.
Petra Deus
Stoff und Performance
Mein Instrument ist in erster Linie der Leib als Mittel der Mitteilungund des Empfangens und Empfindens.
Was mich bewegt und was ich bewegen muß und bewegen will, sind Empfindungen, Symbole, innere und äußere Bilder, Seins- und Seelenzustände, existentielle Fragen, die ich in Form bringe. Vielfach aus der Not geboren suche ich mit den Performance-Arbeiten Lebendigkeit,lebbare Verrücktheiten, Fluß, Dialog, Gleichgewicht, innere Freiheit.Ich mag den Rahmen der Performance-Veranstaltung auch wegen des Publikums - hier entsteht manchmal ein Kontakt, der mich fasziniert. Ich nehme dabei einzelne Menschen sehr intensiv wahr - es entsteht etwas Gegen-seitiges, Be-teiligtes, Teilendes, Unmittelbares, - eine Öffnung. Ich suche immer eine bestimmte Präsenz und Kraft in meinen bewegtenBildern, die mit Innen- und Außenraum-Wahrnehmung zu tun haben.
Petra Deus
Sakiko Yamaoka
selection from "PREPARING AND SERVING OUR TEA TIME"
Body is the material which is very close to our consciousness and which we always concern with. If I cut my body, I feel pain. Hurting my body harder, it may result my death. My body seems to be tided with my consciosness, but it sometimes act out of control. It is so troublesome material. On the case of other material.......
Markus Schwaighofer
Der Schweizer Künstler Markus Schwaighofer
zeigt seine Performance an Stelle des ursprünglich angekündigten
Ric
Allsopp.
Hayley Newman
Die Londonerin hat in den letzten fünf Jahren ein Oeuvre geschaffen, daß es uns ermöglicht, die Begriffe Kunst und Medien in einem neuen Zusammenhang zu verstehen. Dabei hat Hayley Newman mit sogenannter Medienkunst" nichts oder wenig zu tun. Sie kommt eigentlich von einem tradierten Verständnis zeitgenössischer Kunst in der Nachfolge vonFluxus, Happening und Performance - und Konzeptkunst der 70er Jahre - allerdings ohne den tierischen Ernst und technologisch aufgerüstet. NachAbschluß ihres Studiums in London holte sie sich mittels eines DAAD-Stipendiums bei einem einjährigen Aufenthalt in Hamburg bei Marina Abramovic sozusagen die höheren Performance-Weihen" des kontinentaleuropäischen Kunstkontextes. Seither begann sie anhand verschiedener Serien und Themen ihren eigenen Stil zu entwickeln. Eine der Obsessionen, zu denen sie immer wieder zurückkehrt, ist dieVerbindung von Performance und Musik.
Hayley Newman besteht auf einem künstlerisch autonomen Forschungsprozeß und verweigert sich den gängigen Erfolgsmaschen. Einladungen zu Performances erhält sie zwar viele, doch sie will keinen Mist produzieren", sich nicht selbst wiederholen. Deshalb legt sie eine Denkpause ein, um ihren Standpunkt nach fünf ereignisreichen Jahren neuzu evaluieren. Als Medium dazu dient das Schreiben einer Doktorarbeit.
(Armin Medosch, 16.12.99)
Ma Liuming
In meiner Performance stelle ich einen hermaphroditisch geprägtenMenschen mit weiblichem Gesicht und männlichem Körper vor, dieZwiespältigkeit einer abnormen Existenz, dessen Bedürfnis nach Harmonie im Anderssein als Mensch und Künstler."
Die Themen Ma Liumungs sind von seinen Alltagserfahrungen geprägt, von seinem Aussenseitertum, und auch von der Kapitalisierung und den gesellschaftlichen Umbrüchen in China. Ma Liuming lädt sein Publikum ein, mit ihm vor der Kamera zu posieren.
Das Arrangement wird von der jeweiligen Partnerin oder Partner bestimmt.
Siglinde Kallnbach
geboren 1956 in Neustädtges/Tann (Rhön), lebt heute in Berlin und Köln 1976 - 83 Studium an der HbK/GHK Kassel/Universität des Landes Hessen mit einem "Academic Year" (1977/78) an der Auckland University, Neuseeland1978 erste Performances in Neuseeland und Australien
Materialien, Medien, Methoden Feuer, Asche, Wachs, Farben; eigener Körper, eigene Stimme, Schreie;konzeptueller Ablauf, jedoch eingehen auf die situative Gegebenheit."
(S.K. / Frauenmuseum Bonn 1995)
PerFORMance
Eine FORM die FORM sucht um FORM zu werden
Eine FORM die als FORM keine FORM ist
Eine FORM die der FORM als FORM widerstrebt
Eine FORM um FORM keine FORM zu geben
Eine FORM die nie FORM über FORM stellt
Eine FORM deren FORM deren FORM ist
Eine FORM ohne FORM zur FORM
Eine FORM zwischen FORM nach FORM
Eine FORM die in ihrer FORM keiner FORM gleicht
Eine FORM die als FORM die FORM überwindet
by Parzival, Köln 2000
Ralf Vormbusch (Köln)
"Rauchzeichen", Ralf Vormbusch
mit Blattgold, Blütenblätter, Feuerzeug, Holzkohle, Kerzen, Moskitonetz,
Munitionskoffer, Rollsplit, Sand, Weihrauch.........
Valerian Maly / Klara Schilliger (Köln)
Klara Schilliger, geboren 1953 in Sursee, lebt in Köln
Modern Dance Studium bei Roni Segal, Bern
Seit 1980 Performances, Installationen, Videoarbeiten, Solo-Tanzperformances und Choreografien in wechselnden Besetzungen
Valerian Maly,
geboren 1959 in Tübingen, lebt in Köln Musikstudium am Konservatorium Luzern
Seit 1981 Performances, Installationen, Videoarbeiten u.a. 1982 Einzelausstellung Kunstmuseum Luzern Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erforschte der englische Arzt William Harvey, Leibarzt Karls 1., die Blutzirkulation. Er erkannte, dass das Herz eine Pumpe ist und nicht der Herd zeitgenössischer Metaphorik. Seine Entdeckung wurde kritisiert, vornehmlich seine Behauptung, dass der Herzschlag so deutlich zu hören sei, dass man ihn mit einem schnaufenden Pferd vergleichen könne. Ein venezianischer Gelehrter empfand dies als völlig absurd, da jedenfalls niemand je einen Herzschlag gehört hatte. Noch hatten dies die übrigen europäischen Physiker. Vor Harvey war das Herz medizinisch unhörbar. Harvey konnte das Herz nur hören, weil er es sehen konnte. Harvey benötigte 25 Jahre, um das Herz zu hören, d.h. es zu sehen, wie es tatsächlich war.
Ralf Filges (Bielefeld)
T1 ... ganz plötzlich, egal ob auf der Toilette oder in anderen alltäglichen Momenten, wird etwas in mir aktiviert und eine noch vage Idee/ein Fragment kristallisiert sich immer mehr. Eine weitere gedankliche Ausarbeitung muß sich einstellen. Auch ein Querhandeln und Querdenken konträr zur Alltäglichkeit ist des öfteren von Nöten. Aspekte wie Materialfrage / Ortsfindung / Aussage sowie das Agieren mit dem eigenen Körper spielen eine wesentliche Rolle, Baustein für Baustein sollte zu einem " Gesamtbild" zusammengefügt und erlebbar gemacht werden. Aus der * inneren Notwendigkeit * heraus soll eine Realisierung stattfinden. Es erfolgt zuvor keine Erprobung.... T2 ... ein wesentlicher Baustein meines künstlerischen Schaffens ist der Begriff der Veränderung, ein sog. Nicht-Festhalten. nicht von Anfang bis Ende krampfhaft zu versuchen, alles exakt unter Kontrolle zu haben. Gerade in den * Freiräumen * ist ein großes kreatives Potential. ... es einfach fließen lassen.
Carola Willbrand (Köln)
Der Gegenstand meiner Arbeit ist der "Behälter".
Der Behälter ist ein massiver Körper mit einem Loch darin - eine
Vase zum Beispiel. Das ist eine jedermann bekannte Form in der ganzen
Welt, seit langer Zeit. Unabhängig davon welche Kultur oder in welchem
Teil der Welt - Asien, Afrika, Europa - die menschliche Rasse hat sehr
ähnliche Behälter um ihre Nahrung aufzubewahren am Anfang der
Menschheitsgeschichte - der Behälter - die erste Skulptur. >
< Diese
Behälter, die ich mache, haben massive Körper mit einem Loch
darin, aber ihre Substanz ist nicht Material, es ist Geist und Raum "skulpturalen
Denkens". ont Der Stoff aus dem ich die Behälter baue, Tuch, Gewebe
(meistens getragene Sachen von meiner Familie, meinen Freunden); ich sehe
die Form und fixiere sie mit Leim.
AME="Sam&Jens">Sam Ashley & Jens Brand
Sam und Jens verstehen sich als Pseudo Duo. (Wir spielen nicht miteinander sondern gleichzeitig) . Wissend, daß man ohne dies nie allein ist, finden parallele Aufführungen in einem gemeinsam gestalteten Terrain statt. Gemeinsame Auftritte führten in San Francisco zu Problemen, in Iowa City zu Fragen und in New York zu einem netten Abend.
Sam Ahsley
Sam Ashley praktiziert arbeite mit Geister-Besessenheit Als Gesangs und Performance Technik. Sich selbst als "Witchdoctor" und "Mystiker" bezeichnend, thematisiert er: Schamanismus Heute. Ähnlich wie gute Medizinmänner oder Kabarettisten läst er sein Publikum im unklare wie seine Aktionen gemeint sein könnten. "Übrigens habe ich nichts dagegen, wenn Unklarheit darüber besteht, ob die Besessenheit von Geistern echt oder gestellt ist ... schließlich geht es bei echter Mystik entgegen allgemeiner Auffassung nicht um die Anhäufung von Wissen, sondern darum, das, was man bereits weiß, loszulassen."
"A Fish Clinging to Water" ist eine Abenteuergeschichte, bei der es um Leben und Tod geht, und die das"Herbeiwünschen" "glücklicher" Umstände miteinbezieht - obwohl es an der Oberfläche um Verblendung zu gehen scheint ... Ich bin einmal am Amazonas gewesen und in Spionagefotografie verwickelt worden (im Namen der Kunst und aus Protest). Am Schluß wurde ich von der peruanischen PIP verfolgt, den Todeskommandos. Egal, die Geschichte ist von jenem Abenteuer abgeleitet und erzählt, wie ich als "Witchdoktor" aus dem Land kam. Dem Stueck liegt dabei eine Vokaltechnik der Besessenheit zu Grunde, bei der "ich" jedoch der Aufführender bleibe.
Jens Brand
Aus seiner gleichermaßen intensiv betriebenen Auseinandersetzung mit Kunst und Musik entwickelte Jens Brand künstlerisches Vokabular, das von der Vermischung unterschiedlicher Medien geprägt ist. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Überarbeitung technischer Möglichkeiten und der Reduktion auf scheinbar Unwesentliches. Im Kontext der den Austellungsort bestimmenden Gegebenheiten stehend, bilden technische Ungegenständlichkeit und Humor häufig anzutreffende Bestandteile seiner Arbeiten. Eine Mischung von Distanz und Nähe erzeugend, vereinnahmen sie Umfeld und Publikum. Es entstehen gleichermaßen komplexe wie banale Formen, bei der Kunst als unbelastete Basis oder Hintergrund einer produktiven Kommunikation zu Verfügung gestellt wird.
"[...] Etwas eigenes zur Aufführung bringend, bemühe ich mich in erster Linie darum, daß mir das Aufführen ein Anliegen ist. Das Aufgeführte, der Charakter, die Form oder der Inhalt ist in diesem Moment zweitrangig. Wesentlich ist in dem Fall die Absicht und das Gegenwärtige des Aufführens. Erzähle ich beispielsweise einen Witz, so erweist sich stets die Erzählhaltung und das Erkennen oder Erschaffen des Kontextes als der Schlüssel zum Erfolg. Der Inhalt, die Qualität und die Form des Witzes ist beim Witzeerzählen von sekundärer Bedeutung. So kann selbst ein Meisterwitz sich als gnadenloser Fehlgriff erweisen, während der Witz den
alle kennen bei entsprechenden Vortrag zu überzeugen versteht."
Styrostar
Styropor & 8 computer gesteuerte Getriebemotoren, 8 Anglerglöckchen
(Das Interface wurde Sukandar Kartadinata konstruiert und programmiert)
8 Motoren befinden sich an einem Aluminium Ring befestigt über den Köpfen des sitzenden oder stehenden Publikums. An jedem Motor befindet sich ein Aglerglöckchen an einer Springfeder. Zwischen den Motoren befestigt befinden sich lange Flügel aus gefundenem Styropor, die sich horizontal in den Raum ausdehnen. Das Styropor dient als natürlicher Verstärker, als Resonator, für das Surren der Motoren. Das Styropor entfaltet die Kombinationstöne die aus den engen Clustern der Motorfrequenzen entstehen und verteilt diese ungleichmäßig auf die gesamte Größe des Instrumentes. Die Bewegung der Motoren wird dabei mittels einer vor dem Konzert aufgenommenen Sequenzer-Spur über einem Computer
Eine Zusammenarbeit von: ASA
stocks performance best, Maschinenhaus Essen und Kunstraum
Düsseldorf, cuba-cultur & Ausstellungshalle am Hawerkamp
Unterstützt durch: Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW, Kommunalverband Ruhrgebiet, Kulturbüro Essen, Kulturamt Köln und Kulturamt Münster.