Archiv


Sa. 11. Oktober & So. 12. Oktober
Internationales Performancefestival: - Der Lange Atem -

Geister, Klänge, Rituale: Meister der Performanceszene kommen nach Essen (Maschinenhaus) und Münster (cuba-cultur).

"Der lange Atem" heißt die viertägige Veranstaltung, bei der auf Einladung des E.P.I. Zentrums NRW (Europäisches Performance Institut) sieben internationale Stars der Performance-Szene im Maschinenhaus Essen und im Kulturzentrum Cuba Münster zu erleben sind. Dabei sind unter dem Motto „Der Lange Atem“ insbesondere Performer und Performerinnen mit einem bemerkenswert langfristigen Engagement in und für die Performanceszene eingeladen. Alle verfügen über langjährige Erfahrung in ihrem Genre .

Der Prozess wie auch das Ergebnis ist offen, denn Performance Art entsteht an jedem Ort neu und spontan. Die Künstler lassen sich von Umgebung und Publikum inspirieren. Inspirationen, in denen Geister, Klänge, Rituale lebendig werden lebendig - man darf gespannt sein ...

Samstag 9. Oktober um 9 Uhr am Domplatz:

Alastair MacLennan (N.Irland): „To heal is to make whole“

Mitten im Stadtzentrum, auf dem Münsteraner Wochenmarkt, ist der nordirische Performancekünstler Alastair MacLennan gleich morgens ab 9 Uhr (bis 13 Uhr) zu erleben. Auf den Treppen des RPs trifft man ihn an einer langen festlich gedeckten Tafel. Mit rieselndem Sand, silbrig glitzernden Fischen und dem Schimmern von Kieselsteinen zelebriert MacLennan sein Ritual.
AlastairMacLennanHomepage

Samstag 9. Oktober um 20 Uhr:

Myriam Laplante (I): Neue Arbeit

Als Seejungfrau mit drei Brüsten auf dem Festivalposter wirkt sie grotesk und faszinierend, absurd und komisch zugleich - Myriam Laplante. Die Künstlerin aus Bangladesh gehört zu den ganz Großen der Performance Art-Szene. Sie ist ein Multitalent, bewegt sich mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit in den Grenzbereichen zwischen bildender Kunst und Theater, Fotografie, Film und Malerei. Doch die Simulation der Geschehnisse, wie sie in einem Labor eines Geheimdienstes geschehen könnten, zeugen zugleich von ihrer Tiefgründigkeit. Absurd bis komisch vielleicht die Kuscheltierchen, die Requisiten der Performance sein werden. Weniger komisch dagegen, dass sich die Tierchen auf einem Operationstisch befinden ? bereit, sich von Bunsenbrenner und Sezierwerkzeug bearbeiten zu lassen. Den Zuschauern wird auf pointierte weise ein Blick hinter die Kulissen geboten.
LaPlanteHomepage


Tom Johnson (USA): „Musik und Fragen“


Der einflussreiche amerikanische Komponist Tom Johnson - aus dem Umkreis von Morton Feldmanns - gehört zu den gerne aufgeführten Komponisten Neuer Musik. Darüber hinaus verfasste er eine große Anzahl von Texten über Musik, die unter dem Titel „The Voice of New Music“ 1989 vom AploolHuis / Eindhoven in einer Gesamtausgabe publiziert wurden. Seine Werke folgen oftmals einem präzisen (mathematischen) System. Neben zahlreichen Kompositionen - von Instrumentalwerken bis hin zur Oper - haben insbesondere seine Werke für Sprache und Musik offensichtlichen Performancecharakter.
 Er wird seine Komposition „Music and Questions“ von 1988 selbst zu Gehör bringen, bei der nur fünf Noten - erzeugt auf kleinen Klangschalen oder einem Glockenspiel, unterbrochen von Fragen an das Publikum - in 120 Variationen erklingen.
TomJohnson.htmlTomJohnson/GermanPage


Norbert Klassen (CH): Ohne Titel


Mit einer experimentellen Mischung aus Darstellender Kunst, Schauspiel, Sprach- und Performance-Kunst überzeugt der Schweizer Künstler Norbert Klassen.
Kleine Aktionen im Wechsel mit meditativer Ruhe bestimmen seinen Auftritt. Der Einfluss japanischer Haikus - dreizeiliger Gedichte -, die den ewigen Rhythmus der Jahreszeiten seit langer Zeit in asiatische Poesie transformieren, führt zu Rätselhaftigkeit seiner reduzierten Performances.
 

Sonntag 11. Oktober um 20 Uhr:

Esther Ferrer (F): „a Kind of Minimalism“


Für ihre hervorragenden Performances - im Alleingang oder auch im Zusammenschluss mit der Gruppe ZAJ - ist sie weit über die Grenzen Frankreichs bekannt. Ferrer macht neben der Performance fotografische Arbeiten, Installationen und Plastiken zu ihrer Kunst. Auf sehr besondere und eigene Weise integriert sie Alltagshandlungen und ?gegenstände in ihren minimalistischen Stil, der Humor mit Ernsthaftigkeit, mit Absurdem und Groteskem zu verbinden vermag.
EstherFerrer.htm


Jan Swidzinski (PL): Art is a Fact


Die Kunst als Tatsache ? nicht als wahrnehmbares Artefakt für den konsumierenden Pauschalurlauber, so erklärt Jan Swidzinski die Kunst zu einem Teil des Lebens, dessen Charakteristikum weder natürlich noch künstlich, sondern einfach da ist. Der Warschauer Performance-Künstler überzeugt durch Schlichtheit. Er gehört zu den beständigsten Vertretern und Promotoren der Performancekunst in seinem Heimatland.


Brian Connolly (N.Irland): Installative Räume mit szenischen Eingriffen


Auch der Künstler Brian Connolly aus Belfast - vielfach auch gemeinsam mit Alastair MacLennan aufgetreten - setzt sich mit der aktuellen Rolle der Kunst in der zeitgenössischen Gesellschaft auseinander. Mal versteckt, mal offensichtlich wirft er leidenschaftliche Blicke der Performance-Kunst auf politisches, kulturelles und historisches Geschehen ? Blicke, die von ästhetischer Sensibilität zeugen.
http://www.wizya.net/events/trace.htm#ace
 

Mit Unterstützung von: Kunststiftung NRW, Kulturbüro der Stadt Essen, Kulturamt  der Stadt Münster



Archiv