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Tony Scott: Billie Holiday

 

Bild- und Tondokumente

zuzsammengestellt von Norbert Nowotsch
November –. Dezember
2017




 







Ausstellungsdauer:
3. November – 22. Dezember 


Einladungskarte Tatoy

Hoelleneingang



Detail-Hoelleneinmgang

Fotoreihe-Bilie_Holiday

Portrait-Bilie-Holiday
Fotos: Tony Scott (Archiv Norbert Nowotsch)

im Projekt Hör-Spiel, gefördert von: Hoer-Spiel-Muenster

In seiner unveröffentlichten Autobiografie beschreibt der Jazzmusiker und mehrfache DownBeat Poll Gewinner Tony Scott einen denkwürdigen Nachmittag in seiner Wohnung in New York:
„In May Lady came to my  house on 7lst St. and Central Park West...We were  sitting around talking and I decided to take some photos of Lady ...She was sitting in our low-slung couch chair. She put on all kinds of faces for me as she talked, laughed, drank, scratched her head, closed her eyes and really put on a show for me. Yet, the real Lady came through. Little did we know she would be dead in three months.“

Die an diesem Nachmittag entstandenen  Fotos sind die wohl intimsten Portraits dieser großen Sängerin. Wie Tony Scott schreibt, sind alle Facetten ihres schweren Lebens an diesem einen Nachmittag in ihrem Gesicht zu sehen - Freude, Entspanntheit, Wut, Trauer, Erschöpfung...

Die Filmnegative dieser Bilder bekam ich Mitte der 80er Jahre während der Dreharbeiten zu einer geplanten Fernsehproduktion über Tony´s Leben zusammen mit anderen biografischen Materialien zum ersten Mal zu sehen.
Tony Scott hielt sich zu diesem Zeitpunkt häufiger in Deutschland auf, da er mit einer hier ansässigen Agentur unveröffentlichtes Material aus seinem umfangreichen Repertoire  herausbringen wollte, so unter anderem das faszinierende Doppelalbum „Lush Life“, auf dem er nur diesen einzigen Titel, eine Komposition von Billy Strayhorn, immer wieder neu und überraschend anders interpretiert.

Die Fotos von Scott waren bisher nur ein einziges Mal, l989, für 2 Tage im Foyer des  Theaters Stuttgart zu sehen. Anlässlich einer mehrtägigen Veranstaltung zum 30. Todestag von Billie Holiday hatte ich diese Bildauswahl aus dem Negativmaterial zusammen mit einigen anderen Aufnahmen aus New York für diese Ausstellung zusammengestellt; begleitet wurde sie neben Vorträgen auch von einem Solokonzert des stilbildenden Pianisten Mal Waldron, der 1972 u.a. eine Soloplatte mit dem Titel „Blues for Lady Day“ veröffentlicht hatte.
Nun, fast 30 Jahre später, waren die Bilder noch einmal für zwei Monate in der Blackbox in Münster zu sehen, ergänzt durch einen perfekten, parallel in den Ausstellungsräumen ausgestrahlten Soundtrack: Billie Holiday und Tony Scott sind zu Besuch bei einem befreundeten Paar, Maely und William Dufty in New York, Mai 1956... Man plaudert über Musik und Musiker und Billies in Kürze erscheinende Autobiografie, bei der William Dufty sie unterstützt hatte; Sandwiches werden serviert, Billie fragt nach Gin. Tony Scott spielt Piano, Billie Holiday singt, die Musik bricht ab, beginnt neu. Billie versucht immer wieder, Tony mit ironischen Bemerkungen aufzuziehen, dann wird wieder gelacht und die Musik beginnt von neuem. Als vorletztes Stück hört man „One never knows, does one?“...

Einführung zur Eröffnung der Ausstellung von von Norbert Nowotsch im cuba-cultur-Foyer, Münster, am 3. November 2017 im cuba-cultur-Foyer




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