Concorden-Tristesse

Albachten: Sportliche Krise ja, Panik nein

CONCORDIA ALBACHTEN • Was ist eigentlich los am westlichen Ende der Weseler Straße in Münster, wo Concordia Albachten seine Heimat hat? Für positive sportliche Schlagzeilen hat die Concordia lange nicht gesorgt. Sportliche Tristesse und personelle Probleme beherrschen den Alltag.
Das bestätigt auch Albachtens 1. Vorsitzender Reinhard Lenfers. „Wir haben momentan eine schwere Zeit. Aufgrund der personellen Engpässe sind wir ins Niemandsland der Tabelle gerutscht. Wir verfallen aber nicht in Panik", beschwichtigt Lenfers. Er weiß, dass sein Verein mittelfristig nicht das Potenzial hat, ein gutes Kreisliga A-Team aus eigener Kraft zu halten. „Wir sind ein Dorfverein und auf Spieler von außerhalb angewiesen. Darum haben wir ja auch viele ausländische Spieler in unser Team integriert, und das funktionierte doch", so Lenfers.
Die Spieler, die vor dieser Saison nach Albachten kamen, sind zum Großteil aber gar nicht mehr da. Hisham Kababo studiert in Rostock und kommt nur sporadisch. Shawn Rüssel musste zur Bundeswehr und meldete sich ab. Zudem haben ehemalige Leistungsträger wie Tobias Schlassus und Jan Meyer-Brenken den Verein aus beruflichen Gründen verlassen. Die Routiniers Zana Hagou und Cristian Rotter beendeten kürzlich ihre Karriere und hinterließen weitere Löcher.

Jugend schön und gut

Albachten versucht nun, die Lücken mit jungen Eigengewächsen zu füllen. „Auf Jugend setzen - schön und gut. Uns fehlen aber gute erfahrene Leute drum herum. Kebir Houida und ich kommen auch langsam in die Jahre", so Spielertrainer Mohammed Sroub.
Im Training hat Sroub derzeit maximal zehn Spieler, mit denen er arbeiten kann. „Viele Spieler kommen nicht zum Training, weil sie genau wissen, dass sie sonntags spielen, weil ich keine Alternativen zur Verfügung habe", beklagt Sroub. „Das war bei uns aber eigentlich schon immer so. Vielen unserer jungen Spieler fehlt einfach der Ehrgeiz und die Motivation", berichtet Albachtens Sturm-Routinier Edgar Rewer, der seine Karriere nach dieser Saison auch ausklingen lassen will.
Verstärkung aus der Concorden-Reserve, die in der Kreisliga C spielt, ist auch nicht zu erwarten. Die spielen selber am personellen Minimum, „außerdem gibt es dort interne Spannungen, und es fehlt den meisten das Potenzial für die Kreisliga A", weiß Sroub.
Der Coach streckt seine langen Fühler zwar schon wieder nach Verstärkungen für die neue Saison aus: „Aber das tun andere Vereine auch. Große Sponsoren haben wir hier in Albachten nicht. Der Verein tut aber alles, was nötig ist." • ijk

Erste Punkte gegen Topteam

Amelsbüren schlägt schwache Albachtener

Albachten - Amelsbüren II • „In der Kabine haben wir uns gesagt, dass wir heute die Chance haben, die ersten Punkte gegen ein Topteam der Liga zu holen", berichtete GWA-Coach Markus Roski. Sein Team glaubte in der zweiten Hälfte auch an diese Chance und gewann nach einem offenen Schlagabtausch verdient mit 3:2.
Ob Albachten allerdings noch als Topteam der Liga zu bezeichnen ist, ist fraglich. Mohammed Sroub jedenfalls meinte zum Spiel seines Teams nur: „Das war nicht mitanzusehen. Nur Julian Rehne spielte in Normalform." Er erzielte auch den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich(48.).-ljk