„Willkommen zu Hause"

Video für Neubürger: Albachten präsentiert sich im Film von seiner besten Seite

Albachten • Rund 40 Prozent Neubürger aufzunehmen, kann für einen Stadtteil wie Albachten schon ganz schön schwierig werden. Doch genau das steht den Albachtenern demnächst ins Haus: Hier entstehen in der nächsten Zeit etwa 660 neue Wohneinheiten. Da ist es gut, wenn man vorbereitet ist: „Als vor drei Jahren die großen Baugebiete erschlossen wurden, haben wir begonnen, uns zu überlegen: Wie können wir die neuen Nachbarn willkommen heißen?", erinnert sich Thomas Frings, Pfarrer der katholischen Ludgerus-Gemeinde. Ausschlaggebend war dabei vor allem die Tatsache, dass es sich bei den Neubauten vor allem um Einfamilienhäuser handelt - da lag der Schluss nahe, dass die Neuzugänge auch in Albachten wohnen bleiben. Um die Neugier der „Neuen" auf den Stadtteil zu wecken und ihnen den Anschluss an die bestehende Gemeinschaft im Ortsteil zu erleichtem, sollte etwas Besonderes her: Statt des üblichen Briefes der Gemeinde erhalten Neu-Albachtener nun ein Video, dass ihnen den Stadtteil vorstellt. Initiiert wurde der Film von den beiden Kirchengemeinden, dem Sportverein und der Musikschule. Die werden auch darin vorgestellt, denn sie erfüllen die Kriterien, die die Initiatoren an die Mitwirkenden gestellt hatten: Generations- und geschlechterübergreifend sollten die Vereine sein, und außerdem eine gewisse Größe haben. Alle anderen bleiben aber nicht außen vor: Sie werden im Abspann mit Logo und Adresse angeführt. „Willkommen zu Hause" ist der Titel des nun fertiggestellten Werkes. Durch den elfminütigen Film führen Elisabeth Kahler und Jonas Brauner. Beide sind gerade einmal 13 Jahre alt, denn Erwachsene sollten in dem Film möglichst gar nicht zu Wort kommen, erklärt Frings: „Wir wollten mehr Emotion als Information rüberbringen, und das können Kinder besser als Erwachsene". Technische Unterstützung bekamen die Albachtener dabei von Bernhard Brämswig, der in Mecklenbeck eine Filmproduktionsfirma betreibt. Er legt Wert darauf, dass der Film, obschon professionell produziert, immer noch „handwerklich wirkt": „Das ist schließlich ein Nachbarschaftsvideo, von den Leuten im Ort". Trotzdem haben sich die vorgestellten Vereine einiges einfallen lassen - vom Spiel mit den Klischees der katholischen Gemeinde bis zu filmtechnischen Kniffen, die die beiden jugendlichen Protagonisten in eine Unterrichtsstunde der Musikschule „beamen". Finanzielle Unterstützung bekamen die Organisatoren dabei von der WGZ-Bank. 300 Videos sind fertig, 1000 DVDs noch in der Pressung. Die Neubürger sollen den Film ab nächster Woche entweder direkt beim Kauf eines Grundstückes erhalten, oder aber von den Pfarrgemeinden zugesandt bekommen. Für Alteingesessene ist das Werk in den Pfarrbüros oder bei der Musikschule erhältlich, sie zahlen allerdings eine Schutzgebühr von fünf Euro. Doch spätestens wenn am Ende der „Albachten-Song" erklingt, eigens für den Film komponiert von Lukas Rösmann und eingesungen vom MGV 68, dürften sich selbst Alt-Alb achtener wieder aufs neue heimisch fühlen in ihrem Stadtteil. • OFF