04.09.2002
„Nackenschlag für alle Sportvereine"
CDU-Ratsherren Branse und Schulze Blasum kritisieren Pläne der Landesregierung
Albachten •
„Die Landesregierung verabschiedet sich aus
der Breitensportförderung",
zeigt sich der münstersche
CDU-Sportpolitiker Rolf Branse entsetzt über die Absicht
der Landesregierung, die
Übungsleiterpauschale um
rund 45 Prozent zu kürzen. Er
fragt, ob der Breitensport in
Münster vor dem Aus steht.
Heute lasse sich, so Branse
in einer Mitteilung, noch nicht
sagen, was diese Kürzungen
für die hiesigen Sportvereine
und ihre insgesamt 1035
Übungsleiter bedeutet.
Ein Ratsbeschluss der Stadt
Münster sehe vor, nicht mehr
als Ausfallbürge für wegbrechende Landesförderungen
aufzutreten. Branse: „Das können wir bei unserer katastrophalen Haushaltslage einfach
nicht mehr leisten." Der Plan
der NRW-Landesregierung,
die bestehende Förderung von
11,5 Mio. € landesweit auf
6,5 Mio. € fast zu halbieren,
bezeichnete er wortlich als
„schweren Nackenschlag für
alle Sportvereine und Übungsleiter in Münster".
Ähnlich brisant sieht der
Vorsitzende des Sportausschusses, Günter Schulze Blasum (CDU), die Tragweite des
Düsseldorfer Beschlusses. Gerade vor dem Hintergrund der
Ambitionen, Olympia nach
Nordrhein-Westfalen zu holen, sei es nicht nachvollziehbar, „dass die hohen
Bewerbungskosten hierfür auf der
anderen Seite offensichtlich
durch Einsparungen im Breitensport finanziert werden sollen".
„Breiten- und Leistungssport lassen sich nicht von einander trennen", so Schulze
Blasum. Die Übungsleiter seien, das „Rückgrat des Breitensports". Ohne sie sei die
vielfältige Arbeit in den Sportvereinen vor Ort im bestehenden
Umfang nicht mehr leistbar.
Die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf verfolge im
Sportbereich die Strategie, ihren Haushalt auf Kosten der
Kommunen zu sanieren, kommentierte er. Dies sei jedoch,
so Branse und Schulze Blasum
unisono, nicht zu akzeptieren.