14.02.2001

"Wir wollen eine Dreifachhalle"

Bürgeranhörung: Viele Albachtener sprechen sich für das geplante Neubau-Projekt aus

Von Thomas Schubert

Münster - Albachten • Spiegeln die weit über 100 Albachtener bei der Bürgeranhörung die Stimmung innerhalb der örtlichen Bevölkerung wider, dann lässt sich nur eines sagen: Der Bau der geplanten Dreifachsporthalle wird von der überwältigenden Mehrheit der Albachtener ausdrücklich begrüßt. Die Volleyballerinnen des SV Concordia hatten beim Informationsabend in der Gaststätte Sontheimer sogar ein Transparent mit der Aufschrift "Wir wollen eine Dreifachhalle" parat.
Andreas Kurz vom Stadtplanungsamt stellte zu Beginn der von Bezirksvorsteherin Ursula Möllers geleiteten Bürgeranhörung das Projekt vor. Wie bereits berichtet, sind zwei Entwürfe, die sich im Wesentlichen in der Verkehrsanbindung unterscheiden, in der Diskussion. Vorgesehen ist, das Sportzentrum an der Hohen Geist um eine Dreifachsporthalle, Freizeitsportflächen und einen Bolzplatz zu erweitern.
Die von vielen Albachtenern bereits seit Jahren geforderte Halle soll, wie Kurz erläuterte, eine Länge und Breite von jeweils 50 Metern haben sowie acht Meter hoch sein. Der mit 199 Tribünenplätzen ausgestattete Neubau beherbergt drei Spielfelder - jeweils 15 Meter breit und 27 Meter lang. Die Anbindung soll entweder über die Hohe Geist oder über die Weseler Straße erfolgen. Eng verbunden mit dem geplanten Hallenbau ist die zukünftige Nutzung der Turnhalle der Ludgerus-Grundschule. Letztere soll nach der Fertigstellung der Dreifachsporthalle zum "Haus der Begegnung" umgewandelt werden. Für den Schulsport ist dann der Neubau vorgesehen.
Die meisten Anhörungsteilnehmer waren sich einig, dass Albachten schon seit langem dringenden Bedarf für eine Großsporthalle hat. "Ich befürworte das Projekt, denn wir wollen nicht immer nur neidisch nach Roxel und Nienberge schauen", unterstrich einer der Albachtener. Beifall war ihm dafür sicher.
Auch wenn die Frage der richtigen Verkehrsanbindung und die Schaffung von Parkplätzen kontrovers diskutiert wurde, hielten sich die kritischen Stimmen zum Projekt weitgehend in Grenzen. Einwänden vom stellvertretenden Grundschulleiter Gerd Steinhoff, dass man den Schülern die alte Turnhalle nicht nehmen solle, wollte kaum einer folgen. "Wir werden uns dafür einsetzen, dass auch die Grundschule glücklich und zufrieden ist", versprach Norbert Espenkott. Die neue Halle, so der Geschäftsführer des Trägervereins "Haus der Begegnung" weiter, eröffne auch dem Schulsport neue Perspektiven. Dass die Grundschüler demnächst ein Stückchen bis zur Dreifachhalle laufen müssen, hält er nicht für problematisch: "Es gibt in Münster viele Schulen, wo die Kinder 100 bis 150 Meter zur Turnhalle gehen."
Keineswegs einverstanden mit den Planungen scheint indes ein Anlieger der Hohen Geist zu sein, der in unmittelbarer Nachbarschaft des Plangebietes wohnt. Der Albachtener meldete sich mehrfach zu Wort. Der Abstand der Halle zu seinem Grundstück betrage nur 15 Meter. "Wir wollen das Ding aber mindestens 60 Meter von uns weg haben, weil das so ein riesiger Klotz wird", forderte der Anwohner.
Bei der vorgesehenen Eingrünung und Abschottung des Neubauareals will er ebenfalls ein Wörtchen mitzureden haben. Obendrein ist der Albachtener nicht damit einverstanden, dass die Dreifachhalle nebst angrenzender Flächen über den Ausbau eines vorhandenen Wirtschaftswegs erschlossen werden soll. Der Feldweg, für den vier Anlieger ein Wegerecht hätten, müsse erhalten bleiben: "Andernfalls soll uns die Stadt Münster die 2500 Mark zurückzahlen, die wir 1976 dafür zahlen mussten."
Gebaut werden kann die Halle nach dem derzeitigen Stand der Dinge frühestens ab 2004. Das, so Bürgermeister Günter Schulze Blasum, hänge insbesondere mit fehlenden Landesmitteln zusammen. Der CDU-Ratsherr forderte Manfred Rösmann, SPD-Fraktions-Chef der BV West, auf, einem zügigen Hallenbau den Weg zu ebnen: "Die CDU kümmert sich um die städtischen Mittel, die SPD um die Landesmittel."
Andreas Kurz geht davon aus, dass sich bei den weiteren Planungen auch den Anwohnerbedenken Rechnung tragen lässt. "Ich denke, dass es eine verträgliche Lösung geben wird", meint der Stadtplaner. Voraussichtlich Anfang 2002 werde die Projektplanung offen gelegt.