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Lublin 2003

Vom 19. bis 29. Oktober 2003 hatten sich 28 AaseerInnen zu einem sportlich-kulturellen Jugendaustausch auf die Reise in Münsters polnische Partnerstadt Lublin gemacht.

Zwei Mädchen-Volleyball-Teams samt Entourage berichteten in einem Tagebuch:

[21.10.2003] [22.10.2003] [23.10.2003] [24.10.2003] [25.10.2003] [25./26.10.2003] [Danksagung] [Presse zur Lublinreise] [Fotogalerie Lublin Herbst 2003]

Montag, 20.10.2003

Die Lublinreisegruppe grüßt alle Daheimgebliebenen aus der schönen polnischen Partnerstadt.

Nach einer Nacht im Liegewagen mit wenig Schlaf aber viel Reiselust sind wir am 20.10. gegen 8.30 Uhr im Hauptbahnhof von Warschau angekommen. Nach einer im Café oder bei McDonald's angenehm verbrachten dreistündigen Pause ging es dann mit dem Zug weiter nach Lublin. Dort wurden wir direkt am Bahnsteig von unseren beiden Betreuerinnen und Dolmetscherinnen Beate Schmidt und Agnieszka Piechowizk in Empfang genommen. Beide sind bei unserer Gastgeberorganisation, der Stiftung "Glückliche Kindheit", angestellt. Vor dem Bahnhof standen zwei Busse für uns bereit, die uns nach halbstündiger Fahrt im Heim der Stiftung ablieferten. Das frisch renovierte Heim liegt in Motycz und ist von viel Natur umgeben.

Die Zeit bis zum Abend wurde mit Zimmerverteilen, Mittagessen, Schlafen oder Spazierengehen verbracht. Dann gab es bereits ein Treffen mit zwei polnischen Volleyball-Mädchenmannschaften. Diverse Spiele schufen eine lockere Atmosphäre für ein erstes Kennenlernen.
Silke R.

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Dienstag, 21.10.2003

Heute ist ein ganz besonderer Tag, denn Ben, the flying dutchman, hat Geburtstag. Als er endlich unten beim Frühstück erschien, sangen wir ihm mit engelsgleichen Stimmen ein Ständchen.

Daraufhin sind wir mit dem Bus in die Stadt gefahren, wo wir eine zweistündige Stadtführung durchgemacht haben. Jetzt sitzen wir gerade in der Bar "Peter Pan" und haben ein Essen gespeist, das noch verbesserungswürdig ist.
Hanna, Friederike, Olesja, Jana, Karin, Silke F. und Silke S.

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Mittwoch, 22.10.2003

9.30 - 10.00 Uhr: Frühstück (mmh... lecker! oder auch nicht!). Wir fahren mit dem Bus in ein Freilichtmuseum und gucken, wie die Menschen früher gelebt haben. Spannende Eindrücke (sagen die Erwachsenen). Als die Tour (endlich!!) zu Ende war, ging es dann ab in die Stadt. Dort haben sich dann alle in Gruppen beschäftigt (ich sag nur Kaufhaus!)
Anschließend ging es ins Piotrus Pan und dort gab es dann lecker Essen (auch wenn manche vorher schon bei Mc Doof oder sonstwo waren!).
16.00 Uhr: Besuch der Grundschule Nr. 50. Dort gab es dann einen herzlichen Empfang. Manche waren zu Tränen gerührt (gell Frank?) Wir sagen nur: Deutsche Schulen können sich da noch ‘ne Menge abgucken. Lieblingsstar der Polen: PAPST!!

17.30 Uhr: Training (endlich) oder wie auch immer man das nennen soll. Nach dem Duschen ging es dann ab in die Gastfamilien, wo so ziemlich alle ihren Spaß hatten. Alles in allem ein gelungener Tag.
PS: Trotz Verständigungsproblemen (Frank, hattest du inna Schule kein Englisch?) hat alles geklappt!
Schöne Grüße nach Münster
Sarah, Lena und Jule

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Donnerstag, 23.10.2003

Bigos, Adam Małysz und Lambertus, das waren die Höhepunkte bei der Vorstellung der polnischen und deutschen Kultur am frühen Donnerstagabend. Die jüngeren polnischen Mädchen zeigten, wie man das typisch polnische Gericht Bigos zubereitet, nämlich aus Weißkohl, Mettwurst, Tomaten und Zwiebeln. Die Münsteraner ließen ihre Gastgeberinnen am Lambertusspiel um die - allerdings etwas improvisierte - Pyramide teilnehmen. Dass gleich zu Anfang einer der am Morgen von Frank, Beate und den jüngeren Mädchen gebastelten Lampions in Flammen stand, tat der Freude am Spiel keinen Abbruch Beim Höhepunkt des Lambertusspiels stellte Ben seine Klasse auch als Kind des Bauern unter Beweis.

Die älteren Mädchen aus Lublin ließen in kurzen Sketchen u.a. ihren Nationalhelden (des Sports), den Skispringer Adam Małysz auftreten. Als dann alle Kinder, Jugendlichen und die Erwachsenen sich zur gemeinsamen Polonaise im langsamen Walzerschritt durch das Haus bewegten, immer eine Polin und ein(e) Münsteraner(in), war die deutsch-polnische Partnerschaft nahezu perfekt, fast so wie das üppige Abendessen, das den an Ereignissen so reichen Tag abschloss. Der Leiter der Stiftung "Glückliche Kindheit", Wacław Czakon lud dann noch alle Betreuerinnen und Betreuer von Blau-Weiß Aasee sowie die Lehrerinnen der Grundschule 50 und natürlich die beiden uns betreuenden Stiftungsmitarbeiterinnen, Agnieszka und Beate, zu einem Umtrunk im gemütlichen Bierkeller ein. Und wieder leistete Agnieszka hervorragende Dolmetscherdienste, so wie sie das auch den ganzen Kulturabend hindurch und auch schon die ganze Zeit davor souverän gemacht hat. "Ganz nebenbei" trägt sie auch die Hauptlast der Organisation auf Lubliner Seite, und die ist nicht gering.

Für die älteren Mädchen und die Erwachsenen hatte der Tag mit einem besonders ernsten und auch schwierigen Programm begonnen: Besuch des [ehemaligen] KZ Majdanek. Bei Schneetreiben fuhr die Gruppe zu dem vor den Toren von Lublin gelegenen Lager, das zu einem Museum und einer Erinnerungsstätte geworden ist. Der eisige Wind beim Gang durch die Baracken verstärkte noch die bedrückende Atmosphäre, der sich auch die Jugendlichen bei der Führung nicht entziehen konnten, besonders als es durch die Gaskammern und das Krematorium ging. Beim gemeinsamen Volleyballspiel konnten sich aber alle wieder entspannen und aufwärmen.
Albert

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Freitag, 24.10.2003

Am Vormittag stand die Fahrt nach Kazimierz Dolny auf dem Programm. Von der Burgruine und dem gut erhaltenen Wehrturm aus hatten wir einen herrlichen Blick auf die bezaubernde Kleinstadt, den schönen Marktplatz mit Bürgerhäusern aus der Renaissance und alten Holzhäusern aus dem Mittelalter. Dann gab es eine Fahrt mit einem Piratenschiff auf der Weichsel. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir das Panorama von Stadt und Landschaft genießen. Auf der Rückfahrt durch die herbstlich bunte Landschaft lieferten sich dann unsere Mädchen mit ihren polnischen Partnerinnen einen lustigen und lautstarken Sängerwettstreit, bei dem auch die Erwachsenen munter mitmischten. Weit weniger ausgelassen war die Stimmung dann beim Empfang im Rathaus, an dem auch eine Volleyballgruppe aus Frankreich teilnahm. Nach dem Austausch der Geschenke war es dann auch höchste Zeit fürs Mittagessen. Nach ca. zweistündigem Freizeitbummel ging es dann zu Fuß zum Volleyballspiel der Erwachsenen zur Uni-Halle. Einen Teil des doch immer länger werdenden Weges mussten wir dann mit dem O-Bus (O = Oberleitung!) zurücklegen. Trotz der unermüdlichen Anfeuerung durch die Mädchen hatte unser gemischtes Team keine Chance gegen die "Old Boys" aus Lublin, die mit ihren Sprung-Aufgaben und Donner-Schmetterbällen Hugo, Heidrun und Co das Fürchten lehrten. Aber unsere haben sich tapfer geschlagen (gegeben). Nach gemeinsamen Essen in der Uni-Mensa schüttelten die arg Gebeutelten sich den Frust bei Pol-Pol (Polnischer Polonaise), Lambada und Mambo vom Leibe.
Albert

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Samstag, 25.10.2003

Heute um halb elf begann unser Turnier der Jüngeren in der Grundschule 50 gegen drei Lubliner Mannschaften. Zuerst spielten wir gegen das Gymnasium 16 und gewannen 2:0. Danach spielten wir gegen die Grundschule 50 und siegten 2:1. Ungefähr ab 14.00 Uhr hatten wir 2 Spiele Pause und haben später noch 2:0 gegen die Grundschule 46 gewonnen. Um 16.30 Uhr waren wir endlich fertig, fix und fertig! Bei der Siegerehrung bekam jede Spielerin einen Pokal international für den ersten Platz.

Die Ergebnisse im Einzelnen:
Grundschule 50: 2:1 (23:25/25:6/15:11)
Gymnasium 16: 2:0 (25:16/25:19)
Grundschule 46: 2:0 (25:20/25:12)
Nina

(Die Siegerurkunde im PDF-Format)

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Samstag/Sonntag, 25./26.10.2003

Am Wochenende standen die Höhepunkte der 11-tägigen Reise nach Lublin bevor: die beiden Volleyballturniere der C- und A-Jugendmannschaften (Turnierankündigung A-Jugend im PDF-Format). Während sich die jüngeren Mädchen in ihrem Viererturnier den Sieg erkämpften, mussten sich die älteren in ihrem Sechserfeld mit dem dritten Platz begnügen. Die Vorrunde hatten sie mit einem klaren 2:0-Sieg über die Lubliner Mädchen begonnen. Das zweite Spiel gegen die Toruner Universitätsmannschaft ging zwar 1:2 verloren, der eine gewonnene Satz aber reichte zum Gruppensieg, da Lublin überraschend 2:0 gegen Torun gewann. Alle drei Sätze dieses Vorrundenspiels waren hart umkämpft. Im ersten Satz hatten unsere Mädchen beim Stand von 24:23 Satzball, der aber vergeben wurde und Torun gewann mit 27:25. Im zweiten Satz konnten sie einen knappen Vorsprung mit viel Kampf bis zum 25:22 verteidigen. Der dritte ging dann aber wieder mit 12:15 verloren.

Im Halbfinale gegen die Studentinnen der Uni Metz klappte dann im ersten Satz so gut wie gar nichts. Mangelnde Abstimmung, fehlende Konzentration und offensichtlich auch Müdigkeit führten schnell zum Verlust des ersten Satzes, dann aber rissen sich unsere wieder zusammen, konnten aber einen schwer erkämpften Vorsprung nicht ins Ziel retten. 0:2 verloren und aus war es mit dem schon sicher geglaubten Endspiel.

Im Spiel um den dritten Platz am Sonntag, wieder gegen Lublin, zeigten die Mädchen aber wieder, zu welchen Leistungen sie fähig sind: platzierte Aufschläge, sichere Annahmen und überzeugende Angriffe begeisterten die Zuschauer, besonders natürlich die Münsteraner. Der erste Satz ging mit 25:18 klar an uns und der zweite wurde nach einem 8:11 Rückstand doch noch knapp aber verdient mit 25:22 gewonnen.

Glücklich, aber auch ein wenig traurig, nahmen unsere Mädchen dann bei der Siegerehrung den Pokal für den dritten Platz entgegen (Siegerurkunde im PDF-Format). Als der Uni Warschau die Trophäe für den Sieg überreicht wurde, kommentierte Trainer Ben Helmus: "Da hätten wir jetzt auch stehen können.

Alle Spielerinnen und wir alle aus Münster waren von der Zeremonie der Siegerehrung sehr beeindruckt, auch wohl deshalb weil die Mannschaften mit der uns schon vertrauten Polonaise einzogen.

Beeindruckend für uns Erwachsene war es auch zu sehen, wie sich die Münsteraner und Lubliner Mädchen voneinander verabschiedeten. Viele konnten ihre Tränen kaum zurückhalten. Offensichtlich waren in diesen Tagen aus sportlichen Gegnerinnen Freundinnen geworden.

Eine kleine Gruppe nutzte die freie Zeit am Sonntagnachmittag zu einem Ausflug zu den Kreidegewölben in Chelm. Einmalig auf der ganzen Welt wurde dort seit dem 9. Jahrhundert unterirdisch Kreide abgebaut. So entstanden Gänge von rund 15 km Länge. Die anderen verbrachten den letzten Nachmittag im Haus im Motycz mit Schlafen, Lesen, Schreiben, Aufräumen und Packen.
Albert

Danksagung
Unser besonderer Dank gilt den polnischen Organisatorinnen und Klaus Niehues (Amt des Rates und des Oberbürgermeisters) für die hervorragende organisatorische Unterstützung. Für die finanzielle Unterstützung danken wir dem Stadtsportbund und der Stadt Münster (Amt für Kinder, Jugendliche und Familien sowie Amt des Rates und des Oberbürgermeisters).

Die TeilnehmerInnen:
Deniz Akkus, Heidrun Bachmann-Schulze, Michaela Beckschäfer, Hiltrud Bönigk-Domin, Friederike, Hugo und Lena Domin, Sonja Fuhrmann, Elke und Silke Funnemann, Jana Gerlach, Eylem Gürbüzer, Ben Helmus, Kristin Huesmann, Juliane Löffler, Albert Middel, Nina Müller, Alexander und Olesja Müller, Sarah Plate, Silke Rommel, Karin und Silke Schrieverhoff, Hanna Schulze, Frank Thape, Anne Trutti, Jana Wewerinck und Sandra Zimmer.