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Fußball-Senioren
"Warum bei Blau-Weiß Aasee
Fußballspielen?"
Torjäger und Torverhinderer Frank
Schmidt hat sich Gedanken über das Fußballspielen
bei BWA gemacht. Sein Fazit: ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Aber
lest selbst...
"Fußballspielen bei Blau-Weiß Aasee
ist fast eine eigene Sportart. Was mehrere Gründe hat. Denn wer
allein dem Ball nachjagen will, möglichst auf grünem, glatten und kurzgeschorenem Geläuf, findet in Münster mehrere Dutzend bessere
Gelegenheiten als die gefürchtete (vor allem von der Heimmannschaft)
und zudem oft flüchtige rote Erde im 'Stadion an der
Bonhoefferstraße'.
Warum also bei Aasee Fußballspielen? Gewohnheit? Sucht?
Selbstkasteiung? Auch das. Aber anderseits: wo kann man in Münster
schon, trotz mäßiger Begabung oder wechselhafter Einsatzfreude in
einer Ersten Mannschaft kicken. Na gut: bei näherem Nachdenken
fallen uns sicher ein paar Vereine ein, die vielleicht sogar
Rasenplätze haben. Aber Aasee bietet dieses liebevolle Chaos, eine
ganz eigene Qualität, die zur Not auch mal über das Fehlen eines
einigermaßen erträglichen Spielfeldes hinweghilft.
Und außerdem: Welcher Bundesligaverein kann schon auf mehr als 40
eingesetzte Spieler pro Saison verweisen (bei völlig ausgeglichenem
Gehaltsgefüge)? Welcher Vereinscontainer hat neben Aasee-, Fortunen-
oder Preußen-Tellern auch italienische Pastavariationen mit
multiplen Soßen und ein wechselndes Tagesgericht im Angebot. Wo
findet sich ein italienischer Vorortverein, der einen Trainer der 2.
Mannschaft besitzt, dessen 'Catenaccio-Taktik' selbst die
italienische EM2000-Auswahl wie jungspundige
Alles-oder-Nichts-Rastellis aussehen lässt? Und welche Abwehrreihe
kann sich die Gegner schon allein durch den Geruch der
frischgewaschenen und per Friteuse getrockneten Trikots vom Leibchen
halten?
Ebenfalls ein Genuss der besonderen Art: das Angriffsspiel (speziell
der 1. Mannschaft), dass nur eine Richtung kennt und taktische
Raffinessen wie 'Ball hinten herum laufen lassen', 'Spiel
kontrollieren', 'Tempo rausnehmen', 'Spiel verlagern' (Zitate:
Trainer Wolfgang Jansen) konsequent die kalte Schulter zeigt und
Gegner und Zuschauer stets mit rasanten Steilpässen oder
kilometerlangen Sturmläufen (allein, mit Ball und der vagen Chance
auf einen Eckball) amüsiert.
Aber damit sind wir schon in der aktuellen Saison. Denn in diesem
Jahr wird alles anders. Es werden Eckbälle und Freistöße eingeübt,
gymnastische Übungen haben den Weg in den Trainingsplan gefunden,
die Ex-A-Jugend sorgt für einen Altersschnitt, der die klassische
Aasee-Gegner-Bemerkung: 'Hömma, ich muss morgen arbeiten, du
Student' (für Mitte Dreißigjährige übrigens auch ein Grund für Aasee
zu spielen) mal wieder halbwegs realistisch rüberkommen lässt.
Die wichtigsten Neuerungen sind allerdings technischer Art. Es gibt
neue Bälle (runde, harte, richtige Fußbälle - beim Schusstraining
sollen schon erste Tore gefallen sein). Außerdem gibt es chicke neue
Trikots, die nicht aussehen als hätte man kurz vorm Spiel aus
Verlegenheit den Reservatenschatz der längst verschiedenen
Handballabteilung geplündert. Und, Obacht, demnächst (nein, nicht in
2 bis 7 Jahren) soll wirklich ein neuer Platz entstehen
(wahrscheinlich Kunstrasen, aber immerhin). Wenn dann mal nicht
urplötzlich all die jungen, motivierten und erfolgshungrigen Spieler
an der Bonhoefferstraße einfallen und man sich plötzlich in einem
ganz normalen Fußballverein wiederfindet.
Also: Bloß nicht weitersagen!"
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