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Saison 2004/2005 – Kreisliga B2

5. Spieltag, Sonntag, 03.10.2004, 15.00 Uhr

SV Blau-Weiß Aasee   –  TuS Saxonia II   1 : 1 (1 : 0)

Aufstellung: Björn – Totti, Nicolas, Schrammi © – Magnus, Joachim, Damir, Helmut, Tobias (46. Jens) – Basti, Frank

Tore:
1 : 0 (30.) Joachim (Helmut)
1 : 1 (75.)
 

Irgendwie ist der Wurm drin

Vorher:
Eigentlich waren die Vorzeichen gut. Die Mannschaft sollte fast vollzählig am Platz erscheinen, der Trainer war auf einem kulturellem Ausflug (gelegentliche Abwesenheit des Chefs soll ja Glück bringen) und Interimscoach Tequo hatte noch mal intensiv in die Lehrbücher der Fußballkunst geschaut und war daher taktisch voll auf der Höhe. So weit die Theorie. Nun zur Aasee-Realität. Die Soldos mussten – auch für sie selbst – völlig überraschend zur Taufe ihrer Kinder und trafen in einem Fall gerade noch rechtzeitig (Damir) im anderen erst im Laufe der zweiten Halbzeit (Denis) am Sportgelände ein. Zusätzlich fiel Michael doch noch ein weiteres Mal verletzt aus, was zur Folge hatte dass der laut Trainer Jansen noch angeschlagene und der Schonung bedürftige Tobias in die erste Elf rutschte. Da aus den oben genannten Gründen der komfortable 15er-Kader auf nur noch 13 Spieler reduziert war musste sich Tequo auch umziehen, um neben Jens und dem noch sichtlich angeheitertem Kolja auf der Bank Platz zu nehmen.

Die Taktik:
Weder besonders offensiv noch defensiv, ein klassisches 3-5-2. Tequo bestand auf einer gut geordneten Mannschaft, besonders den offensiven Mittelfeldspielern wurde nahegelegt zunächst die Zentrale abzudecken bevor sie sich auf den Gegner stürzen. Wir wurden gut auf Abstöße und -schläge vorbereitet, was sich zumindest in der ersten Halbzeit auch auszahlen sollte.

1.Halbzeit
Der Mannschaft war eine große Verunsicherung anzumerken, die bislang sieglose Saison mit dem trostlosen Ausscheiden im Pokal in Alverskirchen als Höhepunkt, hat Spuren hinterlassen. Mit etwas mehr Selbstvertrauen hätte man den zunächst recht harmlosen Gegner entscheidender unter Druck setzen können. So entwickelte sich ein mittelfeldlastiges Spiel in dem keine Mannschaft klare Torchancen verbuchen konnte. Die Abwehr stand gewohnt sicher gegen den Mann, gefährlich wurde es eigentlich nur wenn die unheilige Allianz zwischen holprigem Platz und extrem flatterhaftem Ball ein elegantes Rausschlagen des Balles verhinderte. Im Mittelfeld wurden die Räume gut verengt und entsprechend viele Ballgewinne erzielt. Leider haperte es doch sehr im Aufbauspiel, die außen blieben zu oft unbesetzt und einige entscheidende Abspiele erwiesen sich als zu ungenau. Dennoch konnten wir uns eine leichte Überlegenheit herausspielen die immer dann zu Chancen führte wenn schnell gespielt wurde. Nach 20 Minuten konnte sich Frank Schmidt auf der linken Seite gegen drei Saxonen durchsetzen und nach rechts auf den völlig freistehenden Tobias passen, dessen strammer Schuss ins kurze Eck vom Keeper gerade noch pariert wurde. Etwas besser machte es kurze Zeit später Joachim der einen schnell ausgeführten Freistoß von Helmut 10 Meter vor dem Tor noch annehmen konnte bevor er den Ball souverän in den rechten Torwinkel zirkelte. Am Spielfeldrand wurde zwar von „abgefälscht“ oder „übern Spann gerutscht“ gefaselt, aber diesen Leute sollte man keinen Glauben schenken, ich stand daneben und das war volle Absicht – basta! Ansonsten passierte in der ersten Halbzeit nicht mehr besonders viel, das Mittelfeldgeplänkel von vor dem Tor setzte sich unverändert fort.

2.Halbzeit
Zur zweiten Halbzeit verließ Tobias Achillessehnengeplagt den Platz und nahm die Ordnung im Mittelfeld gleich mit. Jens kam ins Spiel und verschwand sogleich in den Tiefen der eigenen Spielhälfte um den Zehner der Saxonen auszuschalten. Jo sollte seine defensive Position jetzt etwas offensiver interpretieren, was er aber eigentlich schon in der ersten Halbzeit getan hatte. So traf eine von vornherein defensiver eingestellte blau-weiße Mannschaft auf eine nun offensivere Saxonia. Die beinahe logische Folge war dass wir immer mehr in die eigene Hälfte gedrängt wurden. Im Mittelfeld wurden kaum noch Zweikämpfe gewonnen, vor allem die Lufthoheit ging verloren. Von außen sah das fast so aus wie die zweite Halbzeit gegen Münster 08. Sieben Verteidiger igeln sich am Strafraum ein und verlegen sich darauf Torchancen für den Gegner zu verhindern. Leider geht das nicht immer, in der 75.Minute fiel einem Saxonen der Ball aus dem Gewühl heraus vor die Füße. Den Flachschuss aus zwölf Metern konnte Björn nicht halten. Die Saxonia wollte nun mehr und drängte auf den Siegtreffer ohne allerdings besonders gefährlich zu werden. Im Gegenteil, da wir im Gegensatz zum 08-Spiel immerhin noch drei Offensivkräfte auf dem Platz hatten kamen wir eigentlich regelmäßig zu Konterchancen, die aber leider nicht konsequent genug abgeschlossen werden konnten. Irgendwann war dann Schluss und keiner konnte so richtig zufrieden sein.
 

Fazit:
Die erste Halbzeit war ganz gut, die zweite nicht. Vielleicht wäre es besser gewesen Jens auf die gewohnte linke Seite zu stellen und Damir auf Tobias` Position vorzuziehen um eine offensivere Taktik beizubehalten und für mehr Entlastung zu sorgen. Aber da man nachher immer schlauer und alle Theorie grau ist, bleibt das natürlich reine Spekulation. Die Abwehr ließ trotz Dauerdruck in der zweiten Hälfte kaum Torchancen zu, stand aber auch oft zu tief in der eigenen Hälfte. Die Stürmer hatten aufgrund fehlender Unterstützung einen schweren Stand, zeigten sich aber gewohnt engagiert und laufstark. Das Mittelfeld bestand in Hälfte zwei eigentlich nur noch aus Helmut und ist ansonsten der Abwehr zuzurechnen. Immerhin stimmt die gute Leistung in den ersten 45 Minuten optimistisch. Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Sieg um Selbstvertrauen zu tanken. Vielleicht gelingt gegen den Tabellenführer aus Greven der erste Dreier, ich jedenfalls tippe ein 3:1, Torschützen: Frank (2) und Jo (Elfer in der 90.).
 

Spieler des Spiels:
Kandidaten sind für mich Helmut und Joachim. Helmut hat v.a. in der ersten Halbzeit immer wieder durch schnelle Anspiele (wie bei der Torvorlage!) und viel Übersicht für Gefahr gesorgt. Außerdem war er in der zweiten Hälfte praktisch der einzige, der regelmäßig für Entlastung sorgte. Joachim hat nicht nur im defensiven Mittelfeld abgeräumt sondern auch ein schönes Tor erzielt und immer wieder durch schnelle Vorstöße für Gefahr gesorgt. Ich entscheide mich jetzt einfach mal für Joachim, weil Helmut schon gegen Gievenbeck zum SdS gekürt wurde.

 

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