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Saison 2002/2003 - Kreisliga B3

24. Spieltag, Sonntag, 04.05.2003, 15.00 Uhr

FC San Diego - Blau-Weiß Aasee   1 : 2 (0 : 0)

Aufstellung: Björn W. – Björn U. – Nicolas, Schrammi – Magic (46. Helmut), Michael J., Jens – Philip, Joachim – Johnny, Frank.

Tore:
1:0 (56.)
1:1 (63.) Frank
1:2 (79.) Johnny (Frank)

Bes. Vorkommnisse: Rot (73.) für San Diego und Michael Janert.
 

Kick auf Kreisliganiveau

Im Vergleich zum ungewohnt clever erkonterten Sieg in Mecklenbeck musste Trainer Jansen nur auf einer Position umstellen. Für den muskelverletzten Thotti rückte der muskelgenesene Philip in die Startelf, Helmut machte sich gerne auf der ansonsten leeren Bank breit.

Auf dem Sandplatz von San Diego herrschten die erwartet hohen Temperaturen und die Westcoast-Posse am Rand sorgte für ein heiteres Ambiente. Blau-Weiß Aasee hatte in den bisherigen fünf Begegnungen (incl. Pokal und Stadtmeisterschaften) nie gegen die Männer von der mexikanischen Grenze gewinnen können, aber deren Tabellenstand und die jüngsten Ergebnisse (u.a. 0:11 in Gremmendorf) sprachen dafür, dass sich dies heute ändern sollte. Der Schiedsrichter ließ den Teams nach der Passkontrolle dann noch knapp zehn Minuten Zeit, sich an der Mittellinie kennenzulernen und bei näherem Hinsehen begannen einige Aaseer zu hoffen, dass den Strandkickern doch aufgrund offenkundiger Fitnessdefizite beizukommen sein müsste.

Das Spiel der ersten Halbzeit wurde dann zur Zumutung für jeden Betrachter, die Aasee-Spieler haderten mit den äußeren Verhältnissen (Hitze, Hartplatz, Ball, Gegner), vor allem aber mit der eigenen Leistung und der ihrer Mitspieler. Laufschwäche, kaum Zweikampfbereitschaft, Angst vor der vermeintlichen Härte der Kontrahenten von der Pazifikküste ließen keinen Spielfluss aufkommen. Besonders die Kopfballhoheit im Mittelfeld gehörte San Diego und führte immer wieder dazu, dass hohe Bälle über Mittelfeld und Abwehr hinweg für Gefahr sorgten und Libero Björn Uhlhorn ein ums andere Mal in höchster Not klären musste. Gegnerische Flanken und Schüsse aus Zwanzigmeterdistanz wurden in gleichgültiger Lethargie zugelassen. Da die Surfboys aber ihre Halbchancen leichtfertig vergaben, passierte hinten nichts. Vorne hatte Aasee selbst bei umständlichstem und fehlerstrotzendem Aufbauspiel seinerseits einige Einschussmöglichkeiten; die klarste Aktion lieferte Michael Janert mit einem satten Schuss aus 18 Metern, der allerdings direkt auf den Torwart ging und von diesem notdürftig entschärft wurde. Trotzdem: Immer einen Schritt zu spät, so etwas hatte man von den Blau-Weißen zuletzt beim ESV gesehen.

Zur Pause das übliche Gezänk. Helmut sollte fortan für etwas Spielkultur sorgen, für ihn durfte Magic, der in der Dreiviertelstunde wenig Zauber versprüht hatte, das Spielfeld verlassen.

Die zweite Halbzeit ließ sich etwas besser an, Aasee war der Wille anzumerken, zu zeigen, wer denn hier ... Aber dann lag der Ball plötzlich hinten im Netz. San Diego-Angriff über die rechte Angriffsseite, Jens will dem flinken Igor mal wieder nicht folgen, Björn Uhlhorn kommt einmal zu spät, der SD-Mittelstürmer setzt sich irgendwie gegen Schrammi durch und schiebt ins kurze Eck ein; keine Abwehrchance für Torwächter Wagner – 0:1. Mein Gott!

BWA verblieb genügend Zeit und die Hoffnung, dass die Südkalifornier irgendwann einbrechen würden. Der Ausgleich aber dann eher glücklich: Frank Schmidt erhielt irgendwoher den Ball und hielt aus rund zwanzig Metern drauf – Unterkante Latte – Torlinie – Hintern des Torwarts – 1:1. Aufgrund des Kräfteverschleißes hörte San Diego jetzt langsam auf zu spielen.

Dann lagen plötzlich zwei Spieler schreiend am Boden. Der Torschütze des Gastgebers und Aasees Michael Janert waren mit den Köpfen aneinander geraten. Rot für San Diego wegen Kopfstossens und für BWA wegen Beleidigung des Kopfstössers, Michael erneut vorzeitig raus. Bei den Beach-Socceroos ließ sich mit der Nr. 10 dann auch der zweite Spieler auswechseln, der zuvor gelegentlich abseits des Spielgeschehens hingelangt hatte.

Unsere amerikanischen Freunde waren nun zunehmend platt und knapp eine Viertelstunde vor Spielende dribbelte sich Frank auf links durch, passte quer in den Strafraum und Johnny stopfte den Ball nach Körperdrehung oben rechts in den Giebel – 2:1. Im Anschluss daran wurden gegen eine sich zunehmend auflösende Spielformation noch einige Chancen leichtfertig vergeben, das Ergebnis zu erhöhen. So eroberte sich Joachim die scheinbar unerreichbare Führung in der Kategorie "Größte vergebene Torchance der Saison", als er einen mustergültig von Johnny quergelegten Ball kaum einen Meter vor der Torlinie voll drüber semmelte. Und dann hatten die sonnigen Gemüter von der Westküste, die eigentlich seit zwanzig Minuten das Fußballspiel zugunsten lockerer Plaudereien mit Mitspielern, Gegenspielern und Zuschauern eingestellt hatten, in der letzten Minute noch die Riesenchance zum Ausgleich: Diagonalpass des einen Routiniers nach rechtsaußen auf den zweiten, von der Torauslinie kluger Rückpass auf den eingewechselten Jungen, und der drischt das Ding locker in die zweite Etage. Wenig später pfeift der gute Schiedsrichter die Partie ab.

Fazit: Hauptsache gewonnen; das erste und vorerst wohl letzte Mal gegen einen Gegner, der es in dieser Form schwer haben wird, die Klasse zu erhalten. Für Aasee in dieser Form gibt es allerdings auch kaum noch schlagbare Gegner. Das Spiel war insgesamt niveauarm. Der erwartete außersportliche Angriff auf die Gästespieler fand – bei wenigen Ausnahmen – nicht statt.

Spieler des Spiels: Björn Uhlhorn blieb es besonders in der ersten Halbzeit vorbehalten, fast jeden Angriff San Diegos in Vertretung seiner indisponierten Vorderleute selbst abzuwehren. Er hat sich gut präsentiert.

 

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