|
Saison 2002/2003 - Kreisliga B3
23. Spieltag, Sonntag, 27.04.2003, 13.00 Uhr
Wacker Mecklenbeck 3 - Blau-Weiß Aasee
0 : 6 (0 : 2)
Aufstellung: Björn W. – Björn U., Schrammi, Nicolas –
Jens, Thotti (60. Philip), Magic – Michael, Joachim - Johnny, Frank
Tore:
0:1 (14.) Frank (Magic)
0:2 (32.) Johnny (Frank)
0:3 (51.) Joachim
0:4 (58.) Frank (Joachim)
0:5 (78.) Johnny (Frank)
0:6 (86.) Johnny (Joachim)
…und Schuld war doch die Asche (immer schon).
17 Grad. Wembley-Rasen – leicht feucht, eben, genau die richtige
Halm-Länge. Falls sich noch jemand erinnert, das letzte
Aasee-Rasenerlebnis (den ESV-Gruppenübungsplatz nicht mitgerechnet)
datiert auf den 17. November 2002 bei Berg Fidel. Und dann der Ball:
prall aufgepumpt, dynamisch – ein Spielgerät mit Seele. Da konnte
auch der starke Gegenwind und Trainer Jansens ursprünglich defensive
Taktik Aasees Mannen zunächst nicht in der eigenen Hälfte halten.
Statt der obligatorischen "wir-warten-mal-ab-und-schauen-was-der-Gegner-
kann"-Viertelstunde, übernahm Aasee sofort die Initiative,
kontrollierte Ball und Gegner. Stand im Mittelfeld gut gestaffelt,
gewann Zweikämpfe. Folgerichtig - der Führungstreffer: Magic
erkämpft den Ball in Höhe der Mittellinie und geht steil, während
sich Wackers Spieler darauf konzentrieren, Foulspiel zu monieren.
Als Magic unwiderstehlich der Grundlinie/Ecke 16er entgegenstrebt,
lässt sich Frank zurückfallen. Punktgenauer Rückpass, Volleyabnahme,
Winkel. 1:0. Ein überraschend einfach und souverän herausgespielter
Treffer, als hätte es all die im letzten Moment vergurkten
Fast-100-prozentigen der letzten Wochen nicht gegeben.
Im Anschluss dann doch noch, leicht verspätet, die legendäre
Aasee-Viertelstunde. Wacker plötzlich überlegen, drängt Aasee
vehement in die eigene Hälfte und hätte beinahe per Kopf den
Ausgleich erzielt - es sollte die einzige nennenswerte Torchance für
Wacker in 90 Minuten bleiben. In der 32. Minute – die Aasee-Abwehr
steht mittlerweile sattelfest, wagt sich die Jansen-Elf erstmals
wieder in des Gegners Hälfte – erneut überraschend überlegt und
vielleicht mit dem sehenswertesten Kontertor seit dem 2:0-Treffer in
Gremmendorf. Joachim befreit am Strafraum mal wieder einen
Gegenspieler vom Ball, passt sofort zu Frank, der lupft direkt in
den Lauf von Johnny, der direkt antritt, den Ball an zwei
Wackerspielern vorbeilegt und überlegt ins rechte Eck vollendet.
Drei Spieler, fünf Ballkontakte – chapeau! Danach hätte Aasee bis
zur Halbzeit alles klar machen müssen. Obwohl Wacker, wie eigentlich
das ganze restliche Spiel über, optisch deutlich überlegen agierte,
ergaben sich jetzt Konterchancen im Minutentakt. Frank über links,
Pass an den Strafraum zu Thotti, der steil in den 16 legt, wo Magic
mutterseelenallein vorm gegnerischen Torwart steht, und knapp
verzieht. 3 Minuten später: langes Anspiel von Michael in den Lauf
von Frank, der überläuft seinen Gegenspieler, strebt von rechts auf
den Torhüter zu, schiebt den Ball am Keeper vorbei die Torlinie
entlang, wo Johnny das Kunststück fertig bringt, den Ball aus
kürzester Entfernung am Tor vorbei zu grätschen. Kurz vor der
Halbzeit dann noch mal die Chance zur Vorentscheidung. Dieses Mal
über Schrammi, Johnny, Frank, der am Ende allein auf den Torwart
zuläuft und anstatt mit Ball über die Torlinie zu rennen, selbigen
kläglich am rechten Pfosten vorbeisäbelt. So etwas muss sich einfach
rächen, tat es aber nicht, weil Aasees Abwehr und defensives
Mittelfeld in Durchgang zwei so bombensicher stand, das Wacker nie
ernsthafte Torgefahr ausstrahlen konnte. Außerdem war das Spiel
spätestens in Minute 58 tatsächlich entscheiden. Zunächst erläuft
Joachim einen gegnerischen Querpass auf Höhe der Mittellinie. Da
Wackers Trainer in der Halbzeit Order gegeben hatte, der Torwart
möge doch die zwei überforderten Außenverteidiger bei gegnerischen
Angriffen doppeln, verweilte dieser in diesem Moment ca. 30 Meter
vor dem eigenen Gehäuse, so dass Joachim aus ca. 60 Metern elegant
ins verwaiste Tor vollenden konnte. Nur 5 Minuten später, wieder
Ballgewinn durch Joachim, kurzes Dribbling, langer Pass zu Frank,
der überläuft zwei Verteidiger und vollendet von rechts ins linke
untere Eck. So einfach ist Tennis – aber was zum Teufel haben wir in
den letzten vier Partien gespielt.
Zwischen Minute 60 und 80 nimmt sich Aasee im Anschluss wieder
mal eine verdiente Auszeit, nicht allerdings ohne in dieser Zeit
durch Magic (allein vorm leeren Gehäuse, nach schönem Pass von
Johnny), den eingewechselten Philip und Frank weitere Riesenchancen
ungenutzt liegen zu lässt. 10 Minuten Konzentration ab der 80sten
Spielminute reichten dann, um noch einigermaßen standesgemäß zu
siegen. Frank nach langem Janert-Pass über rechts, Querpass in den
Strafraum zu Johnny, der erneut souverän einschiebt. Als Zugabe
spielen Johnny und Joachim noch mal Katz und Maus mit der
Wacker-Defensive, zwei Doppelpässe und der starke Johnny kann aus
zwei Metern verwandeln. Abpfiff. Jubel.
Fazit
Obwohl Aasee auf grünem Grund scheinbar deutlich stärker und
motivierter zu Werke geht, spielte Wacker der Truppe von der
Bonhoefferstraße auch ordentlich in die Karten. Die schulmäßigen,
aber durchschaubaren Angriffe der Mecklenbecker waren bis zum
Strafraum ansehnlich, stellten die an diesem Tag bärenstarke
Aasee-Defensive aber dort vor keine ernsthaften Probleme. Aasee
setzte auf Konter, immer wieder von hinten heraus schön initiiert.
Vorne waren die Wacker Verteidiger technisch, läuferisch und
kämpferisch schlicht überfordert – und da nicht (oder nur vom
Torwächter) gedoppelt wurde, kam Aasee immer wieder zu großen
Möglichkeiten, die eigentlich zu einem wesentlich höheren Sieg
hätten führen müssen.
Spieler des Tages
Frank (Schrammi) Schramm. Nach vielen Experimenten in
Sturm und Mittelfeld hat der kompromisslose Sozialpädagoge seine
Aasee-Bestimmung gefunden. Auf der linken Abwehrseite brennt seither
aber auch gar nichts mehr an. Auch gegen Mecklenbeck, gegen einen
gar nicht mal schwachen Gegenspieler und trotz muskulärer Probleme.
Neben einer prächtigen Zweikampfstatistik setzte er außerdem Akzente
im Spielaufbau und bildete mit Jens im defensiven und Joachim im
offensiven Mittelfeld eine an diesem Tag hervorragende linke Seite.
Ausblick
35 + (5x3) = 50 = (in Bier: (3 x 30 l) + 3 Kästen (Trainer) + die
Kästen der 55-Punkte-Utopisten
PS
Alltime Saison-Chart der größten vergebenen Torchance
In Spielminute 40 passierte das, was kaum noch jemand für möglich
gehalten hatte. Johnny grätscht einen Ball aus 3 Zentimetern
Entfernung am leeren Tor vorbei und entreist Frank die sicher
geglaubte Tabellen-Führung in dieser Statistik, die ihm seit seiner
eigentlich-nicht-mehr-zu-toppen-Mega-Ultra-Riesenchance gegen BFV
scheinbar nicht mehr zu nehmen war. Da Jan (Juventude, unbedrängt,
50 Zentimeter, kein Torwart) durch (unberechtigten) Abseitspfiff
disqualifiziert wurde, kann sich Frank in dieser Statistik
allerdings weiterhin unbedrängt der Plätze 2 bis 20 erfreuen.
|