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Saison 2002/2003 - Kreisliga B3

20. Spieltag, Sonntag, 30.03.2003, 15.00 Uhr

Blau-Weiß Aasee - SC Gremmendorf   0 : 2 (0 : 1)

Aufstellung: Björn W. - Björn U., Jens, Thotti - Michael, Dirk (30. Stefan), Joachim, Philip, Helmut - Johnny (46. Schrammi), Frank

Ohne Einsatz: Nicolas

Tore:
0:1 (21.)
0:2 (88.)

Bes. Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte Gremmendorf wg. wiederholten Foulspieles (89.)


Rückschritt
Die Analysten taten sich schwer nach dem Spiel, der Chronist tut es nicht minder. Mit 0:2 verlor BWA am Sonntag gegen einen keineswegs überragenden Aufstiegsaspiranten aus Gremmendorf und woran es letzten Endes lag, konnte niemand so recht erklären.

Versuche
Sonntag hatte er sie endlich alle an Bord, jene 14 Mann, die, wenn sie wollen, richtig guten Fußball zeigen können. Coach Jansen hatte die ganze Nacht über der Aufstellung gebrütet, entsprechend übernächtigt erschien er zum Spiel und hatte eine Überraschung parat. Keine. Never change a fast-winning-team mag er sich gedacht haben und veränderte seine Elf nur auf einer Position. 45-Minuten-Johnny, zum Spiel mit eigenem Fanclub angereist, spielte von Beginn an. Frank Schramm blieb zunächst draußen, da der BWA-Sturmführer wegen beruflicher Verpflichtungen nur die erste Halbzeit würde spielen können. Und er spielte gut, entsprechend groß war die Lücke, die er hinterließ.
  Sonst alles wie gehabt. Kompakt, gestaffelt, organisiert, so der Plan auf dem Papier, im Spiel würde sich das relativieren. Dazu mit einer speziellen taktischen Anweisung für Frank Schmidt. "Wenn Dir Dein Gegenspieler nicht passt, dann geh zu einem anderen. Vielleicht hast Du ja Glück, und es decken Dich zwei." Irgendwie wollte diese Maßnahme aber nicht ziehen.

BWA kam schwer in Tritt, Gremmendorf nicht minder, so dass der Gegner aus den schon traditionellen BWA-Chaos-5-Minuten zu beinahe jedem Spielbeginn kein Kapital schlagen konnte. Danach wurde es besser. BWA erarbeitete sich Möglichkeiten, nach einer Viertelstunde sollte man sich diese sogar erspielen. Johnny zog auf rechts mehrfach gut zur Grundlinie, seine Hereingaben fanden aber keinen Abnehmer. Als er es alleine versuchte, strich sein Schuss knapp am Pfosten vorbei (17.). 100%ige waren dies indes alles nicht. Auf dem staubigen Geläuf wollte BWA der Spielaufbau so recht nicht gelingen.
  Gremmendorf, physisch stark und immer wieder gut und schnell über die Mitte und die eigene linke Angriffsseite spielend, stellte die zeitweilig unsortierte BWA-Abwehr zwar vor Probleme, allesamt aber lösbar. Zwingend war das nicht, schon gar nicht die Gäste-Führung in der 21. Minute. Auf Rechts erlangte ein Gremmendorfer knapp vor der Linie den Ball und konnte ihn nur noch Richtung Mitte dreschen, wesentlich höher denn weit und eigentlich eine sichere Beute des BWA-Goalies. So einen pflückt man, wenn er nicht dummerweise direkt aus der Sonne fallen würde und man ergo zu spät erkennt, dass man den Ball elegant unterlaufen wird. Der Gremmendorfer Stürmer sagte Danke und köpft den Ball zunächst an den Pfosten und den Abpraller hinein. Die versammelte Abwehrriege hätte in dieser Situation in ihrem Bewegungsdrang Lots Frau alle Ehre gemacht.
Kalte Dusche. BWA wie paralysiert hätte sich schon zwei Minuten später das 0:2 fangen können, wenn nicht müssen, aber der Gremmendorfer Stürmer vergab überhastet.
  BWA reagierte, versuchte es zumindest, bekam das Spiel aber nicht wirklich in den Griff. Die Abwehr wirkte desorganisiert, das Mittelfeld bot nicht genügend Anspielstationen. Der Sturm rackerte viel, bekam aber zu wenig Unterstützung.
  Und doch hätte BWA vor der Halbzeit beinahe noch den Ausgleich erzielt. Stefan war nach 30 Minuten für den angezählten Dirk gekommen und hätte unmittelbar nach der Einwechslung fast sein Tor gemacht, doch sein Lupfer über den Torwart nach feiner Einzelleistung streichelt die Latte, den Abpraller setzt er an den Außenpfosten. Das war schlicht Pech. Danach noch zwei weitere Möglichkeiten nach einer der unzähligen Ecken und nach einem Freistoß kurz vor der Pause, doch beide vergeben.
  In der Kabine stellte Jansen um. Michael Janert rückte in die zentrale defensive Mittelfeldposition, Allzweck-Nille ging nach rechts, Schrammi ersetzte verabredungsgemäß Johnny als zweite Sturmspitze.
  Die zweite Halbzeit ist schnell erzählt. BWA hatte bei allem persönlichen Einsatz effektiv nur starke 20 Minuten. Unmittelbar nach der Pause kann Joachim zwar den Ausgleich erzielen (48.), vergibt aber. Danach gelingt es Gremmendorf sukzessive, das Spiel zu verschleppen. Und BWA schleppte mit, vornehmlich sich über den eigenen Platz. Die Spritzigkeit fehlte offensichtlich, wohl auch die letzte Konsequenz, der letzte Wille als Kollektiv. Joachim hat sicher recht, dass der persönliche Einsatz bei vielen, wenn nicht allen stimmte ("Ich hatte um ersten Mal Wadenkrämpfe. Die hatte ich noch nie"). Jedoch fehlte dem Spiel sichtlich das Feuer und die Bereitschaft, den Nebenmann heiß zu machen, sich anzufeuern, Stärke a l s M a n n s c h a f t auszustrahlen.
  Die vor dem Spiel vom Trainer beschworene "letzte Chance" schien BWA nicht nutzen zu wollen, dazu wirkte die Mannschaft dem Zuschauer zu lethargisch, war es schlicht zu ruhig auf dem Platz. Und BWA hatte im zweiten Durchgang definitiv ein Organisationsprobleme. Einen "Hühnerhaufen" hätte mein alter F-Jugend-Trainer das genannt. Das Mittelfeld stand nicht mehr gut, weil es nicht vernünftig (und laut) organisiert wurde. Die Spitzen blieben stumpf, zumal Frank Schramm lief unglaublich viel für gar nichts. "Wie Falschgeld über den Platz", um besagten F-Jugend-Trainer noch einmal zu bemühen. Das Experiment mit Schrammi als Stürmer sollte doch bitte schön mit diesem Spiel beendet sein. Damit tut der Trainer niemandem einen Gefallen, am wenigsten dem deplazierten Spieler.

So bediente sich BWA völlig untauglicher Mittel gegen die keineswegs sattelfeste Abwehr vor einem starken Torwart. Lang und hoch. Die meisten Chancen entsprangen folglich Zufällen, Abprallern. Und doch hätte BWA beinahe noch den Ausgleich erzielt. In der letzten Viertelstunde machte Aasee auf und entwickelte tatsächlich so etwas wie Druck. Eine Eckenserie (80.) hätte mehr bringen können, Aasee erarbeitet sich Chancen, immer war aber im letzten Moment ein SC-Bein dazwischen. Gleichwohl hätte das Spiel aber auch schon in der 78. Minute entschieden sein können, als Björn einen Ball fallen ließ und das anschließende Tor wegen vermeintlichen Abseitses (was es nicht war) nicht anerkannt wurde.
  Die Heimmannschaft wirkte zwar optisch überlegen, die besseren Chancen hatte Gremmendorf, das einige gefährliche Konter fuhr und schließlich deren letzten nach Abwehrschnitzer erfolgreich abschloss (88.).
Perdu, selbst die numerische Überlegenheit in den letzten zwei Minuten brachte BWA nichts mehr.

Fazit:
Schwierig. Sicher erscheint dem Chronisten, dass viele Spieler unter ihren Möglichkeiten blieben, und das lag nicht nur an fehlender Fitness und höherem Alter. Johnnys Ausscheiden war ein Problem, Dirks wahrscheinlich auch, zumindest mit Blick auf die Organisation des Spiels. Der Einsatz mag bei allen gestimmt haben, indes bleibt der Chronist dabei, dass hier zu wenig für die Mannschaft dabei heraussprang.

Abhaken, jetzt die letzten acht Spiel gut und schön spielen und bescheidene 24 Punkte einfahren. Und, ja auch das erscheint wichtig, richtig Spaß am Spiel und seiner eigenen Leistung haben. Das wäre gut.

 

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