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Saison 2002/2003 - Kreisliga B3

19. Spieltag, Sonntag, 16.03.2003, 15.00 Uhr

Blau-Weiß Aasee - Grün-Weiß Amelsbüren 2   1 : 1 (1 : 1)

Aufstellung: Schimmi - Björn U., Jens, Thotti - Joachim, Dirk (75. Johnny), Michael J., Philip, Helmut - Frank, Schrammi

Ohne Einsatz: Magnus, Nicolas

Tore:
0:1 (23.)
1:1 (35.) Schrammi (Frank)
 

Standesgemäße Leistung
Na also. Nach der Katastrophe vom letzten Wochenende gelang BWA am Sonntag der erste Rehabilitationsschritt. Mit 1:1 trennte man sich von einem starken Gegner aus Amelsbüren, ein Sieg wäre drin gewesen, zumal ob zweier tausendprozentiger Chancen im zweiten Spielabschnitt wohl auch verdient. Doch der Reihe nach.

Aushilfstrainer Tequo musste seine Mannschaft am Sonntag im Vergleich zur Vorwoche gleich auf acht Positionen umstellen. Der etatmäßige Torhüter Björn W. lag mit Grippe im Bett, Michael Szymanski vertrat ihn am Sonntag mehr als vollwertig, und das nachdem er bereits 90 Minuten für die Zweite gespielt hatte. Björn U. spielte Libero, Thotti gab anstelle des grippekranken Nicholas den zweiten Manndecker, Joachim war wieder auf ‚seine’ linke Seite gerückt, dafür spielte Dirk den zentralen defensiven Mann vor der Abwehr, Michael Janert rückte auf rechts für Magnus ins Team. Im Sturm tummelten sich Frank Schmidt und - jawohl Frank Schramm, der damit zu seinem zweiten Sturmeinsatz kam - überhaupt. Johnny nahm zunächst wie abgesprochen auf der Bank Platz.

BWAs Stand-by-Coach hatte seine Jungs hervorragend eingestellt, die Spieler setzten seine taktischen Maßgaben von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen (Dirk) wie gewünscht um. Mittefeld und Abwehr standen massiert und stellten die Räume zu, die Stürmer verhielten sich taktisch diszipliniert und machten den Amelsbürenern, die im Hinspiel schon nach einer halben Stunde mit 4:0 geführt hatten, den Spielaufbau sehr schwer. Und Aasee nahm von der ersten Minute die Zweikämpfe gegen einen körperlich starken Gegner an. Man merkte, dass die Mannschaft die Scharte der Vorwoche in punkto Einsatz ausmerzen wollte.

Es entwickelte sich ein kampfbetontes absolut ansehnliches Kreisliga B - Spiel, in dem beide Mannschaften sich nichts schenkten. Dass es trotzdem immer fair blieb (zwei gelbe Karten), lag an einem guten Schiedsrichter und an einem anständigen Gegner. Auch das sei an dieser Stelle erwähnt.
Klar war von Anfang an, dass die Zahl der Chancen begrenzt bleiben würde, dazu waren sich beide Mannschaften zu gleichwertig. Letztlich würde sich die Mannschaft durchsetzen können, die über den größeren Willen verfügt. Und BWA wollte.

Nachdem sich Amelsbüren in der Anfangsphase ein kleines optisches Plus erarbeitet hatte, ohne dass dabei die Aasee-Abwehr ernsthaft in Gefahr geraten wäre, erspielte sich die Heimmannschaft in der 11. Minute die erste große Chance. Dirk hatte sich den Ball erkämpft, spielte Frank an, der nach obligatorischem Kreisel Helmut in Mittelstürmerposition bediente, welcher seinerseits direkt auf Philip ablegte. Nille verzog. Knapp.
  Amelsbüren bemühte sich weiter, Druck aufzubauen, vor allem über die starke rechte Seite, wo Joachim einen starken und also ebenbürtigen Widerpart hatte, den er erst in Halbzeit II uneingeschränkt beherrschte. Aasee stand bis auf ein zwei Situationen sehr gut, wenn auch wie der Trainer in der Halbzeit zurecht monierte, zu häufig die Abwehrspieler im 1:1 allein gelassen wurden. Doppeln war vonnöten, das wurde in Halbzeit zwei besser. Der Führungstreffer für Amelsbüren dann auch etwas überraschend. Der hüftsteife Dirk wurde von Joachims Gegenspieler an der Auslinie düpiert, der Gegner zog nach innen und unmittelbar ab. Ein Sonntagsschuss, wie man so schön sagt, und wegen seines Effets unhaltbar für den Goalie. Torwart Michael bot sonst eine sehr gute Leistung. Sicher bei hohen Flanken, mutig im Herauslaufen auch gegen deutlich größere Stürmer. Respekt.
  Aasee bemühte sich sogleich um den Ausgleich, der auch bald gelang und in seiner Entstehung typisch für das Spiel war. Frank Schmidts Chance war eigentlich schon abgewehrt. Schrammi erkämpfte sich den Ball und bedient seinen Sturmkollegen erneut. Etwas zu lang, aber Frank Schmidt grätscht dem Ball hinterher und schießt den Torwart an, von dessen Körper der Ball erneut zu Schrammi prallte. Die Mannschaft hielt den Atem an, hatte doch der Überraschungsstürmer den Ball auf dem rechten Fuß liegen. Die eilends gen Himmel gesandten Stoßgebete halfen, Frank Schramm schob ein. Danach passierte in Halbzeit I nicht mehr viel, sieht man einmal von einer größeren Chance des Gegners ab, erneut über dessen starke rechte Seite und von Frank Schmidts Kopfball nach scharfer Janert-Flanke (41.)

In der Halbzeit fand Tequo die richtigen Worte und konstruktive Verbesserungsvorschläge. Dirk stand zu häufig zu offensiv und nicht zentral genug, das schon angesprochene Doppeln wurde angemahnt. BWA bekam in Halbzeit II das Spiel sukzessive in die Hand und erarbeitete sich mehr und mehr Spielanteile vor allem wenn es gelang, schnell zu spielen. In der 68. Minute hatte Dirk die große Chance das Spiel zu entscheiden, doch er vergab kläglich. BWA hatte einen Angriff abgefangen und fuhr einen schnellen Konter über rechts, wo Helmut den Ball trieb. Dirk war in der Mitte aus der eigenen Hälfte gestartet und überspurtete (sic!) seinen Gegenspieler. (Was dessen nicht vorhandene Schnelligkeit illustrieren dürfte. Wie der Mittelfeldorganisator schon in der Halbzeit ankündigte: "Wir müssen Joachim links leider opfern gegen deren besten Mann, dafür gewinnen wir das Spiel über den dicken Zehner." Wir gewannen bekanntlich nicht.)
  Es sind diese Situationen, in denen man weiß, was passieren wird. Helmut wird den Ball genau richtig spielen, man weiß, dass man in der Mitte frei und allein steht und nur noch einzuschieben braucht, gegen die Laufrichtung. Nur noch.
  Vertan, rechts am Tor vorbei, die gnädigen Zuschauer wollten noch ein Verspringen des Balles im letzten Moment gesehen haben, die technische Unfähigkeit des gelernten Verteidigers konnte dies indes nicht kaschieren. Der Ball muss sitzen.
  Johnny kam dann spät für den Chancentod und hätte noch zum Matchwinner werden können. Letzte Minute, letzter Angriff. Er tankt sich auf rechts bis zur Grundlinie durch und legt den Ball gekonnt in den Rücken der Abwehr zurück. Frank Schmidt steht da, nimmt den Ball an, der Torwart ist überspielt, doch Aasees überragender Torschütze schießt einen Mann auf der Linie an, der sich in den Ball wirft. Das wäre es gewesen.
Aus und vorbei.

Spielerisch hat BWA sicherlich noch viel zuzulegen und vor allem die Standards (Helmut, Dirk, Michael) waren erneut eine Katastrophe, kämpferisch indes ist der Mannschaft von der Nummer 1 bis zur Nummer 14 am Sonntag nichts vorzuwerfen. Es passiert wahrlich nicht oft, aber Sonntag war der Chronist uneingeschränkt stolz auf seine Mannen. Alles, was Aasee am Sonntag an Chancen bekam, hatte sich die Mannschaft hart erarbeitet. Geschenkt wurde ihr von einem starken Gegner nichts. Wäre das 2:1 gelungen, hätte das wohlmöglich einen zusätzlichen Kick ausgelöst, andererseits gibt es genug Kandidaten in der Mannschaft, die nach einem Heimsieg schon von gelungener Rehabilitation, einer tollen Trotzreaktion, Fried Freude Eierkuchen und Gleichem mehr gesprochen hätten. Das bleibt uns nun erspart, so haben wir eindeutige Ziele gegen Gremmendorf in 14 Tagen.

Spieler des Tages
Schwer, sehr schwer, weil sich einige Kandidaten aus den unterschiedlichsten Gründen aufdrängen. Der Chronist war geneigt Nicolas und Magnus zu nominieren, weil sie sich beide als Auswechselspieler zur Verfügung stellten, obwohl krank (Nicholas) oder familiär verpflichtet (Magnus). Besonders Magnus ganz groß, der eigentlich für die erste Halbzeit nominiert war, aber weil Michael (Ebenfalls Hut ab. Kommt von der Maloche, spielt, geht wieder malochen. Das nenne ich Einstellung.) doch pünktlich zum Anpfiff kam, spielte er, und Magnus trug dies anstandslos.
  Joachim, fast möchte man sagen natürlich, eine super starke Leistung zumal in Halbzeit II. Nach dem Spiel wurde er von Helmut geadelt: "Joachim ist vielleicht unser wichtigster Spieler. Und Helmut muss es wissen.

Es mag einige überraschen. Für den Chronisten der Spieler des Tages: Frank Schmidt
Nicht, dass er nicht schon besser gespielt hätte. Nach eigenem Bekunden fehlte ihm die Spritzigkeit ("Das Training von Donnerstag") und das Tor, das er in der letzten Minute hätte machen müssen, machte er bekanntlich auch nicht.
  Frank Schmidt spielte Sonntag taktisch so diszipliniert, wie noch nie, und er hörte zum ersten Mal wirklich auf die Anweisungen, die aus dem Mittelfeld kamen. Und erstaunlicherweise, wahrscheinlich für ihn am meisten, spielte er deshalb besser und war wertvoll für die Mannschaft. Das war das entscheidende Momentum.
  Dass er auch Sonntag vorne viel Betrieb machte und torgefährlich war. Klar. Und das sein Einsatz stimmte, vor allem beim Ausgleich sichtbar ("Eigentlich müsste ich dafür einen Doppel-Assist bekommen"). Natürlich. Und sogar sein berühmtes Lamentieren unterblieb am Sonntag weitgehend.
Doch das entscheidende Kriterium für seine Benennung als Spieler des Tages: Disziplin

 

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