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Saison 2002/2003 - Kreisliga B3

13. Spieltag, Sonntag, 17.11.2002, 14.30 Uhr

BFV 72 Münster - Blau-Weiß Aasee  2 : 3 (1 : 1)

Aufstellung: Björn W. - Björn U., Jens, Thotty - Dirk (70. Alex), Michael, Joachim, Philip, Helmut - Johnny, Frank

Tore:
0:1 (1.) Frank Schmidt
1:1 (25.)
1:2 (56.) Joachim (Helmut)
2:2 (75.) Foulelfmeter (?)
2:3 (81.) Frank Schmidt (Helmut)
 

Und wieder drei Punkte mehr – BWA entfernt sich immer weiter von den Abstiegsrängen

Der Berg kreißte – und gebar eine Maus? BWA rackerte, kämpfte, grätschte und musste bei enormem konditionellem Aufwand doch lange auf das Erfolgserlebnis warten. Knapp, aber in jeder Beziehung hochverdient gewann man schließlich das sonntägliche Spiel bei der SG BFV 72 Münster mit 3:2. Und hätte es am Ende Zwanzig zu Eins (In Worten 20:1) gestanden, hätte sich der in jeder Beziehung überforderte Gegner auch nicht beschweren können. Und dass auch der Schiedsrichter das Spiel ausgiebig genoss mag man daran ersehen, dass er in Halbzeit eins effektiv 54 Minuten spielen ließ und die zweite Halbzeit im letzten Tageslicht gar auf fast 60 ausdehnte. Irgendjemand hatte ihm mal was von Netto-Spielzeit erzählt, was den Herrn in Rot-Schwarz dazu veranlasste, mit der Stoppuhr jeden ins Aus laufenden Ball zu verfolgen. (Der geneigte Leser mag also die Minutenangaben in dem nachfolgenden Bericht als geschätzt verstehen)

Start nach Maß nennt man das wohl, wenn der Gegner in der ersten Minute (das war sie definitiv) den Ball freundlicherweise in der eigenen Hälfte verliert und sich hernach weigert, den ballführenden Aasee-Spieler, in personam Frank Schmidt, zu stören. Der zog allerdings halblinks auch stark zum Tor und eben dort stramm ab: 1:0. BWA setzte sofort konsequent nach und erarbeitete sich weitere große Chancen. Vor allem auf der rechten Seite wirbelten zudem Dirk, Michael und Helmut durch ständiges Rochieren jenen wenig sattelfesten Torso, der sich BFV-Abwehr nannte, immer wieder durcheinander. Dirk war ins rechte Mittelfeld gerückt, weil Björn als Libero zurückkehrte. Dafür nahm Joachim die linke Mittelfeldposition für den erkrankten Frank Schramm ein. Ansonsten konnte der Erfolgstrainer auf dem rasenähnlichen seifigen Untergrund die Mannschaft des letzten Wochenendes aufbieten, was auch bedeutete, dass Alex zunächst auf der Bank Platz nahm. Dem Übergewicht auf rechts war es geschuldet, dass die linke Seite sich zunächst nur sichernd entfalten konnte, was Joachim in geliehenen Schuhen bekannt souverän bewerkstelligte. Wenn dennoch Not am Mann war, half Philip (Nach Beförderung jetzt schon einstellig mit der Nummer 8) uneigennützig aus.
  Aasee stürmte und entblößte dabei bei einer Gelegenheit leicht und nicht wirklich fahrlässig die eigene Abwehr. Michael spielte zentral einen Fehlpass und den nachfolgenden BFV-Konter mit langem Ball auf die eigene rechte Sturmseite schloss der gegnerische Halbrechte genauso ungewollt wie schön mit einem Heber ab (Schienenbeinschaufel). Björn Wagner ohne Chance. BWA nahm das Gegentor nicht wirklich wahr, sondern spielte weiter offensiv. Vor allem in den Zweikämpfen kaufte man dem Gegner den Schneid ab, im 1:1 gab es durch die Bank kaum Schwächen. In der 27. Minute dann Helmut halblinks zu Frank in die Gasse und der spitzelte den Ball am BFV-Keeper vorbei. Die erneute Aasee-Führung? Nicht ganz. Dirk grätschte am langen Pfosten in den Ball, der auch so wohl das Tor getroffen hätte und der Schiedsrichter gab den Regelkundigen und Abseits, was es nicht war, aber er wollte es halt so. Frank, ob des ‚geklauten’ Tores sauer für Fünf, ignorierte in der Folge kategorisch die Friedensangebote des ‚Tordiebes’, zum ersten als er seitenverkehrt in vergleichbarer Situation den Ruf des Mitspielers am langen Pfosten missachtete (31.), zum zweiten, als er gemeinsam mit Dirk mittig zwei Meter vorm leeren (sic!) Tor stand und überlegt rechts am Tor vorbeischaufelte (33.) und schließlich als er nach 60-Meter-Pass von Dirk frei vor dem Torwart den Ball Richtung Eckfahne lupfte. Und damit sind nur drei der sieben, acht BWA-Hochkaräter in Halbzeit 1 genannt. War die Chancenverwertung in der ersten Halbzeit schon katastrophal, wurde sie in der zweiten glücklicherweise noch schlechter.
  Andere Herren traten jetzt in den Vordergrund, in ihrer Abschlussschwäche aber nicht minder begnadet. Johnny versäbelte mehrmals kläglich, wurde aber auch häufiger unsanft gebremst, zumal vom gegnerischen Torwart und durchaus elfmeterreif. Und als er dann endlich herrlich per Kopf traf, gab der Schiedsrichter das Tor wegen angeblichen Abseitses nicht. Da stand es schon 3:2 für BWA, und Elfmeter hatte es auch schon gegeben, nur leider für die Heimmannschaft. Der Chronist:
  Joachim hatte seine Farben in der 56. erneut in Führung gebracht. Nach einer Helmut-Ecke ließ der BFV-Torwart wie jedes Mal den Ball fallen und Joachim hämmerte den Ball humorlos aus kurzer Distanz unter die Latte. 12 Minuten später dann auf der Gegenseite ein packender (?) Zweikamp im Sechzehner. Jens hatte gehustet und sein Gegenspieler (2 Meter, 2 Zentner) sank wie eine gefällte Eiche zu Boden. Na ja, einen Nicht-Elfer bekommt BFV gegen uns immer geschenkt und warum sollte man liebgewordene Traditionen begraben?
  Dass Jens Körperkontakt suchte, war nicht wirklich notwendig, zumal der Flankenball von zwei hinter ihm stehenden Mitspielern locker hätte abgefangen werden können, aber Elfmeter? Sei es drum. Der Gegner verwandelte etwas glücklich und Aasee war wieder da, wo man zu Beginn des Spieles schon stand.
  Also marschierte BWA wieder und erarbeitete sich, man ahnt es, große und größte und hundert- und tausendprozentige Chancen. Der in der 70. (?) für den ausgepumpten Dirk eingewechselte Alex tat es Johnny in Sachen Auslassen gleich und hätte doch ein Tor erzielt, hätte ihn sein Sturmpartner einfach angespielt, statt selbst den Torwart anzuschießen.
  Frank Schmidt war es wieder vorbehalten, den Bann zu brechen. Das 3:2 in der 81. Minute nach 20 Meter-Schuss von halblinks wurde zum entscheidenden Tor. Helmut hatte aufgelegt. BFVs letzter Angriff (quasi der erste richtige im Spiel) mit Schuss aus 25 Metern wehrte Björn sicher ab, danach war Schluss und in der Dunkelheit alles eitel Sonnenschein.

Hochverdient, man kann es nicht oft genug betonen, und – der Chronist glaubt dies feststellen zu können – die Mannschaft hat sich entwickelt. So ein Spiel hätten wir in der vergangenen Saison trotz drückender Überlegenheit eher nicht gewonnen, vielleicht sogar noch abgegeben. Dass dem nicht so war, ist dem Umstand zu verdanken, dass BWA bei allem Frust über die Vielzahl der vergebenen Chancen zu keinem Zeitpunkt in Panik verfiel und weiter auch spielerisch stark noch vorne agierte. Das war schon gut. Und - ein weiteres – es fiel nicht wirklich auf, aber Aasee hat sich zum ersten Mal in dieser Saison nicht sein berühmtes "Direkt-nach-der-Pause-Loch" mit viertelstündiger Auszeit genommen. Wie bemerkt: Entwicklungen

 

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