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Saison 2002/2003 - Kreisliga B3
11. Spieltag, Sonntag, 03.11.2002, 12.45 Uhr
SC Münster 08 2 - Blau-Weiß Aasee 3 : 2 (1
: 1)
Aufstellung: Björn W. - Dirk, Jens, Nicolas - Thotti,
Schrammi, Joachim, Philip, Jan - Johnny, Alex (70. Tobias P.)
Tore:
1:0 (12.)
1:1 (41.) Johnny (Thotti)
2:1 (72.)
3:1 (81.)
3:2 (86.) Jan (Jens)
Überreizt - Es bleibt bei 15 Punkten
Skatbruder, der er ist, wollte Wolfgang Jansen am Sonntag einen
Grand ohne Sechs spielen (Helmut, Frank, Kolja, Magic, Christian,
Björn), heraus kam nur ein Null-Ouvert, das der geneigte Leser gerne
als Null ohne Wert verstehen darf.
BWA pfiff personell aus dem letzten Loch, als man zum Auswärtsspiel bei
Münster 08 antreten durfte. Nicolas Martinko gab den zweiten
Manndecker, Jan Badurczik fand sich auf halbrechts in der
Startformation wieder, der frisch zum Kapitän beförderte Thotti war
das defensive Mittelfeld. Jeweils 90 Minuten und jeweils mit
ansprechender Leistung die Drei, was man vom Rest der Mannschaft
nicht ohne Einschränkung sagen kann. Von der Bank kam richtig Druck.
Dort saßen ein Invalider (Björn U.), ein Trainer (Tobias B.) und
einer seiner Spieler aus der 2. Mannschaft (Tobias P.), deren Spiel
zum Glück für die Erste ausgefallen war.
BWA legte los wie eine Schlaftablette. Schon nach 10 Minuten stellte der
starke Jens fest: "Wir können wohl wirklich nicht auf Asche spielen,
und ein Spiel machen, können wir schon gar nicht." Hätten wir aber
besser können sollen. 08 hatte von Anfang an großen Respekt vor
Aasee und verlegte sich nur auf schnelle Konter. Deren fuhren sie in
Halbzeit eins mehrere gefährliche, ohne das dabei Zählbares
heraussprang. Die Blau-Weißen wirkten unkonzentriert. Björn Wagner
hatte einige Probleme bei Rückpässen, was seine Mannschaftskameraden
nicht davon abhielt, ihn mit eben solchen zu bedienen. Und zwar
reichlich. Dirk als Libero gelang es nicht, sein Spiel zu beruhigen,
das der Mannschaft schon gar nicht. Indiskutabel. Thotti war zu
stark in die Defensive eingebunden, um Akzente setzen zu können,
zudem früh gelbbelastet. Das Aasee-Spiel war deutlich zu
linkslastig, wo sich Frank Schramm und Joachim erst noch finden
müssen. Zwei zu ähnliche Spielertypen, Linksfüße mit starkem Drang
nach vorne, nahmen sich an der Seitenlinie gegenseitig den Platz
weg. Gut, dass BWA trotzdem ausschließlich über links spielte, wie
Trainer Jansen in der Halbzeit zurecht monierte. Jan Badurczik
durfte deshalb in der Kabine erneut vorstellig werden. "Hallo, ich
bin der Jan. Ich spiele heute auf der rechten Seite. Und da schon
seit 45 Minuten." Na ja, und Spielmacher Philip mühte sich zwar
redlich, mehr aber auch nicht. Akzente und Impulse fehlten.
Das traurigste an dem niveaulosen BWA-Gekicke. Man war dem Gegner
(optisch) überlegen, trotz der Tatsache, dass der Platz sehr klein
und zudem schwer zu bespielen (Wetter) war [für Aasees technische
Überlegenheit nicht eben zuträglich], dass der Ball zu hart und zu
schwer und trotz der Tatsache, dass der Schiedsrichter sein
möglichstes tat, den Spielfluss zu unterbinden. Auf den Mann in Gelb
wird noch zurückzukommen sein.
Ach ja, Tore fielen auch. 08 ging in Führung und das bei der
ungefährlichsten seiner drei Chancen (, die im Übrigen allesamt von
Dirk in unnachahmlich überhasteter Manier eingeleitet worden
waren.). Ein Schuss aus 25 Metern nach langem Solo. Der Ball hätte
wohl die Latte getroffen, wurde aber von Keeper Björn durch
Flachhandabwehr (Pritschen) so sehr verlangsamt, dass er hinter ihm
ins Tor fiel. So einen hat er sich zwei Jahre nicht mehr
eingefangen, wird er im Übrigen auch die nächsten zwei Jahre nicht
mehr. Entsprechend erleichtert war der Torwächter, als Johnny kurz
vor der Pause den Ausgleich erzielte. Björn Wagner konnte dem
Torschützen seine Glückwünsche persönlich überbringen, weil sein
Antipode von 08 nach einer abgewehrten Ecke von links Thottis
zweiten Flankenversuch (Mondball) elegant unterlief und der
Aasee-Sturmführer am zweiten Pfosten den zweiten Aufsetzer mit links
aus der Drehbewegung versenkte.
Das macht Herr Jötten schon ganz gut, wenn er sich auch sonst in der
ersten Spielhälfte mit Sturmpartner Alex (völlig neben der Kapp)
nicht wirklich mit Ruhm bekleckerte. Und das gegen eine keineswegs
sattelfeste 08-Abwehr.
Davor hatte BWA durchaus Chancen, doch zwei Freistöße Dirks erreichten
die Streuung von Schrotmunition. Bei einem gab der Schiedsrichter
gar Eckball, da er sich nicht vorstellen konnte, dass man freiwillig
und geplant und vor allem unabgefälscht so weit am Tor
vorbeischießt. Den dritten Freistoß setzte er besser, diesmal schön
in den Rücken der Abwehr, doch die Aasee-Spieler Johnny, Frank
Schramm und Joachim verpassten in Reihe. Knapp. Bei Standards war
BWA brandgefährlich. Ein Indiz. Die Jansen-Truppe kam im Verlauf des
Spiels zu geschätzten 12 Ecken. Eine ganze Batterie von Schützen
(Thotti, Frank Schramm, Philip) versuchte sich daran, keinem gelang
es den Ball auch nur ansatzweise hoch in den Sechzehner zu bringen.
Ganz großer Sport.
Weitere größere Sturmaktionen ließ der Schiedsrichter nicht zu (gefühltes
Abseits: Alex und Johnny wären jeder für sich und gemeinsam dreimal
durch gewesen). Den Referee genoss Aasee im Übrigen bereits vor zwei
Wochen gegen Wacker. Wen der Herr bestrafen will, den sucht er
zweimal heim.
Das konnte also nur besser werden.
Wurde es auch und doch wieder nicht. Aasee kam engagiert aus der Kabine
und machte in den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit ordentlich
Druck. Früher in die Zweikämpfe und vor allem konzentrierter. Das
sah gut aus, brachte aber nichts. Jetzt begann auch die ganz große
Zeit des Schiedsrichters. Hatte er schon in Halbzeit eins das Spiel
systematisch behindert, war er mit zunehmender Schlagzahl des
Spieles völlig überfordert. Einwürfe wurde nur noch angezeigt, die
Richtung gab der Spieler vor, der den Ball als erster in die Hände
nehmen konnte. Karten wurden weniger nach Schwere des begangenen
Fouldeliktes denn nach Sympathie verteilt (und Johnny war ihm nicht
sympathisch). Und dann wurden dem Regelwerk neue Paragraphen
hinzugefügt. Abseits ist, wenn jemand aus dem Abseits kommt und
nicht angespielt wird, der gegnerische Spieler am Pfosten steht im
passiven Abseits (O-Ton). Alles klar? Und der Torwart darf auf der
eigenen Torlinie gefoult werden, wenn er den Ball nicht sicher hat.
Wenn er darüber hinaus Körperkontakt mit dem ihn foulenden
gegnerischen Stürmer sucht, ist das sein Problem (also des Torwarts)
und wenn der Ball danach frei ist, darf der Stürmer auch das Tor
erzielen (Zitat Ende). Lächerlich? Schon, aber für BWA leider
bittere Realität geworden. So geschehen beim deutlich irregulären
Tor zum 2:1 für 08. Björn fängt ein Flanke ab und wird dabei vom
gegnerischen Stürmer gefoult, der den Ball dann mit dem Kopf über
die Linie drückt. Üblicherweise schreibt ein Kommentator in solchen
Situationen etwas von Lehrfilm für die Schiedsrichterschulung, von
wegen Torwart im Fünfer.
Das war die kalte Dusche. Aasee war danach unkonzentriert, fahrig und
planlos, das allmähliche Auflösen der Liberofunktion hatte mehr
Alibifunktion als das es Erfolg gezeitigt hätte. Wenig nach dem 2:1
gar das 3:1, als der eingewechselte Tobias Perrey und Jens mit
seinem einzigen Fehler an der rechten Auslinie den Ball verloren und
der 08 Stürmer aus 20 Metern vom Sechzehnereck unverhofft bedient
sein drittes Tor erzielen konnte. Danach war das Spiel gelaufen. War
es das?
Philip feuerte sein Mannen noch einmal an und ergriff die Initiative.
(Warum erst so spät?) BWA kam mehrmals gefährlich über links und
hatte große Chancen. Vier Minuten vor dem Abpfiff konnte Jan nach
Flanke Jens ("So geht das, die Kollegen Stürmer!") aus vollem Lauf
und zehn Metern Entfernung flach den Anschluss erzielen. Gut, dass
der Torschütze vor dem hinter ihm postierten Dirk den Ball
erreichte. Danach noch zweimal Johnny über links, als er sich
durchsetzte und den Ball in die Mitte auf den dort wartenden Dirk
passen wollte. Beim ersten Mal (flach) war im letzten Moment ein
08-Bein dazwischen, beim zweiten Mal (hoch) kam Dirk am zweiten
Pfosten nicht mehr richtig hinter den Kopfball und verfehlte das
sicher geglaubte 3:3. Sauber das Tor verhindert, Libero! Thotti
drückte Dirks Kopfball zwar noch über die Linie, aber der
Schiedsrichter gab das Tor nicht. Nicht etwa, weil Thotti
offensichtlich den Torwart gefoult hatte, sondern weil ihm danach
der Ball an die Hand sprang. Sachen gibt’s.
Fazit: Natürlich der Schiedsrichter und natürlich das, was man
gerne als individuelle Fehler bezeichnet. In allen Ehren, und die
Wut Johnnys und insbesondere Björns nach Spielschluss ist mehr als
verständlich. Nur: Ohne die Fehler des Schiris spielen wir hier
Unentschieden, und das gegen einen deutlich schlechteren Gegner. Die
fehlenden Stammspieler dürfen keine Ausrede sein. Die Einstellung am
Sonntag war, mit Verlaub, scheiße. BWA ist unkonzentriert, geht
nicht in die Zweikämpfe, nimmt das Spiel nicht an. Alles ist seltsam
lethargisch, als warte man auf einen Gegentreffer, der dann
signalisiert. So, meine Herren, jetzt müsst ihr kämpfen. Philips
Aufruf nach dem 2:1 entbehrt nicht einer gewissen Ironie. "So,
Aasee, wir kämpfen jetzt!" Ach, jetzt schon möchte man sagen, es
sind doch noch 18 Minuten.
Wir spielen in der Tat mit dem "Ist doch nur ein Spiel"-Gestus. Deshalb
können wir samstags rausgehen, deshalb sind Gegentore "nicht so
schlimm", deshalb machen sich die wenigsten Spieler Gedanken
darüber, was sie ihren (ja, das heißt so) Kameraden für einen
Bärendienst erweisen, wenn sie sich hängen lassen, wenn anderes
wichtiger ist usw. Gerne genommen ist dann auch die
Selbstmitleidsnummer. "Ich habe mir nicht vorzuwerfen, weil.... Da
kann ich doch besser am Samstag... Die anderen ziehen nicht mit,
..." Kritik? Aber doch bitte nicht an mir? Mannschaftliche
Geschlossenheit wird bei BWA so definiert, dass man geschlossen
nicht für so etwas wie Mannschaft eintritt. Ein Beispiel für viele.
Da kommt jemand am Donnerstag zum Training und jammert darüber, dass
er nicht fit sei. Am Samstag vor dem Spiel verletzt sich aber
besagter Spieler beim privaten Kicken, so dass er gestern nicht
spielen kann. Hat ja auch geregnet.
Ich weiß, wer von Euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein.
Bis die Tage
P.S. Erwähnte ich, dass wir am nächsten Sonntag Wolbeck weghauen.
Machen wir, Ehrensache. |