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Saison 2002/2003 - Kreisliga B3

9. Spieltag, Sonntag, 20.10.2002, 15.00 Uhr

Blau-Weiß Aasee - Wacker Mecklenbeck 3  2 : 2 (1 : 0)

Aufstellung: Björn W. - Björn U. Jens, Thotty - Joachim, Dirk, Kolja, Philip, Helmut - Johnny (70. Alex), Frank

Tore:
1:0    (10.)    Helmut
1:1    (78.)   
2:1    (80.)    Frank (Alex)
2:2    (83.)   
 

Vierzehnter Punkt gegen den Abstieg

Es gibt so Tage.
  An dieser Stelle ließe sich problemlos der Bericht vom Centro-Spiel einfügen, ohne dass der geneigte Leser auf Anhieb den Unterschied erkennen könnte. (Das Ergebnis sei jetzt mal außen vor.) Beim sonntäglichen Spiel gegen die verbesserte Altherrentruppe der Mecklenbecker jedenfalls war für die Heimmannschaft deutlich mehr drin, die drei Punkte eigentlich Pflicht. Dass es am Ende doch nur zu deren einem reichte, kann so recht niemand der Blau-Weißen erklären, geschweige denn verstehen. Chancen, das Spiel zu gewinnen, hatte Aasee in Fülle, zudem war der Gegner seltsam unmotiviert. Zu keinem Zeitpunkt hatte man das Gefühl, Mecklenbeck wolle das Spiel gewinnen. So freuten sich die Mecklenbecker am Ende auch eher wie ein unverhofft beschenktes Kind, weniger aus dem Gefühl heraus, sich einen Punkt verdient zu haben.
  BWA spielte in der ersten Halbzeit nach ersten fünf etwas konfusen Minuten gefällig, wenn auch nicht überragend, hatte aber das Spiel und den Gegner jederzeit im Griff. Beruhigend wirkte sich die frühe Führung aus. Dirk wurde auf dem rechten Flügel bedient, seine Flanke auf den zweiten Pfosten (Johnny) konnte der Torwart zwar per Faust klären, den ins Feld zurückfliegenden Ball aber nahm der wieder ins Team zurückgekehrte Helmut aus 30 Metern direkt und kompromisslos und traf den rechten Torgiebel. Ein Tor der Sorte „Den muss er machen!“ Wenn man sich in dieser Saison auf eine Sache verlassen kann, dann diese, dass wir immer mindestens ein Tor erzielen werden.
  BWA hatte in Halbzeit eins noch weitere große Chancen, doch der am gestrigen Tage erstaunlich blasse Frank sowie Dirk und Johnny vergaben. Trotzdem hatte man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass Mecklenbeck im Stadion Rote Erde irgendetwas würde reißen können. Dafür war der Gegner, der bis zum Wechsel keine einzige Torchance verbuchen konnte, zu harmlos.
  Entsprechend nahm Aasee deren erste unmittelbar nach Wiederbeginn nicht wirklich ernst, zumal Keeper Björn sicher klärte. Dass er das gleiche noch einmal zehn Minuten später tun musste, mag man als Indiz dafür nehmen, dass Mecklenbeck aufkam, doch war dem nicht wirklich so. Eher hatte Aasee in den ersten zwanzig Minuten der zweiten Hälfte den Faden verloren, ohne dass Mecklenbeck daraus wirklich Kapital schlagen konnte. Mitte der Halbzeit schien sich die Heimmannschaft aber wieder gefangen zu haben und vergab in gewohnt gekonnter Manier Großchancen in Reihe. Johnny zögerte nach Flanke Dirk freistehend zu lange und versuchte den Ball erst anzunehmen („Der kam in Sackhöhe“), worauf dieser versprang. Alex, für Johnny eingewechselt (70.), traf nach einer Torwartabwehr (Freistoß Helmut) die Unterkante der Latte. Pech, bereits das dritte Mal Aluminium in dieser Saison für den blonden Keilstürmer (Berti McVogts), der auch sonst noch viel Betrieb machte. Frank Schmidt scheiterte ebenso wie Kolja und Helmut in aussichtsreicher Position. BWA kann anscheinend Überzahlsituationen bei Kontern nicht gepflegt und erfolgreich ausspielen. Da sieht auch Trainer Jansen Trainingsbedarf.
  Das 1:1 wirkte wie eine kalte Dusche. Nach Abstimmungsschwierigkeiten bei einer Ecke konnte Helmut die Ausführung derselben in kurzer Version nicht verhindern, die Flanke fand am kurzen Pfosten den bis dahin von Thotty souverän beherrschten Mittelstürmer, dessen Kopfballwischer am langen Pfosten über Bande ins Tor fiel. Von dieser Sorte Gegentor bekommt Aasee definitiv zuviel. Beinahe im Gegenzug die erneute Aasee-Führung. Frank Schmidt nutzte bei einem hohen Ball ein Missverständnis zwischen Verteidiger und Torwart, der Ball wurde über Letzteren gelupft, von wem (eigener Mann oder Gegenspieler) lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, und als der Ball gemächlich Richtung Torlinie tippte, musste sich der Aasee-Goalgetter nurmehr seines Sturmkollegen Alex erwehren („Frank, der Sack, hat mir das Tor geklaut!“), bevor er den Ball per Kopf über die Linie drückte. Das sollte doch nun reichen dachte sich die Heimmannschaft und wurde wiederum kalt erwischt. Aasee hatte bereits gewechselt, als sich die sich schon zur Halbzeit abzeichnende Muskelschwäche des Liberos Björn („Der Muskel hat zugemacht“) in einen handfesten Faserriss ausweitete. Den noch bereitstehenden Frank Schramm (Comeback-Schrammi) wollte Trainer Jansen wegen vielleicht fehlender Spielberechtigung aber nicht einsetzen, weshalb der Libero auf die Zähne beißen musste und durchspielte. Daher stand die Abwehr gegen Ende nicht mehr ganz so sicher, die eigentlich notwendigen Umstellungen (Dirk Libero, Björn nach vorne) nahm der Trainer erst zu spät oder gar nicht vor.
  Dirk hatte achtzehn Meter vor dem Tor halblinks gelbwürdig und gelbbelohnt gefoult, den anschließenden Freistoß konnte Joachim per Kopf auf die andere Spielfeldseite klären, die von Mecklenbeck hereingebrachte Flanke indes verpassten Freund (Björn, Thotty, Jens) und zunächst auch Feind, so dass am langen Pfosten plötzlich zwei Mecklenbecker frei standen deren erster dem letztgenannten den Ball per Brust auflegte und dieser dann dem Torwächter keine Chance ließ. Spätestens mit der Brustvorlage war eine Abseitssituation gegeben, doch der Schiri ahndete diese nicht.
  Aasee machte jetzt noch einmal Druck, allein Joachim hätte unter den Augen seiner erstmals den Platz besuchenden Partnerin (An dieser Stelle ein herzliches Hallo! Wir freuen uns immer über neue Fans, die anderen beiden Heimzuschauer wirst Du auch noch kennen lernen.) noch zwei Tore erzielen können, erstmalig nach Ecke auf den kurzen Pfosten per Kopf (knapp) und dann zwei Minuten vor dem Abpfiff, als er halblinks eigentlich alle Zeit der Welt hat, den Ball anzunehmen und einzunetzen, aber leider überhastet abschließt.
  Das war dumm, Aasee. Wenn man zusammenrechnet, was wir in dieser Saison an Punkten haben liegen gelassen, kommt man schon auf erstaunliche acht Punkte (3 gegen ESV, 1 gegen Gremmendorf, 2 gegen Centro, 2 gegen Mecklenbeck) Wo wir dann stünden, kann sich jeder ausmalen.
  O.K. Am nächsten Wochenende hauen wir San Diego weg. Vor allem der dann frisch verheiratete Helmut sollte dort noch ein Hühnchen zu rupfen haben. Wenn dies gelingt, ist meine nächstwöchentliche Überschrift.
Souveräne siebzehn Punkte. BWA marschiert. Platz vier im Visier

 

 

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