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Saison 2002/2003 - Kreisliga B3

8. Spieltag, Sonntag, 13.10.2002, 13.00 Uhr

Clube Juventude - Blau-Weiß Aasee  2 : 4 (1 : 1)

Aufstellung: Björn W. - Dirk, Jens (77. Thotty), Jan B. - Joachim, Michael, Christian, Kolja (46. Alex), Frank, Philip - Johnny

Tore:
1:0    (12.)    (Foulelfmeter)
1:1    (21.)    Dirk (Foulelfmeter, Johnny)
1:2    (54.)    Johnny (Alex)
1:3    (62.)    Frank (Michael)
1:4    (71.)    Frank (Joachim)
2:4    (75.)   
 

Dreizehnter Punkt gegen den Abstieg

[Also heute mal Phrasen dreschen.]
Sepp Herberger hätten die Tränen der Rührung in den Augen gestanden. Wie weiland 54 der Chef hatte BWA-Trainer Fitti Jansen mächtig tief in die Trickkiste gegriffen und die Gewinnertaktik für’s Wochenende aus besagter hervorgezaubert.
  Wir erinnern uns. Beim ersten Spiel gegen die favorisierten Ungarn hatte Herberger noch eine bessere B-Elf antreten lassen, die das Match erwartungsgemäß 3:8 abgab. Und erst im Finale dann die beste Mannschaft mit den bekannten Folgen.
  Der BWA-Trainer machte eine ähnliche Rechnung für diese Woche auf, allerdings ohne seine Kicker davon vorab in Kenntnis zu setzen. Also, meinethalben im Pokal verlieren, dafür die drei Punkte in der Meisterschaft gegen den gleichen Gegner vom Clube Juventude einfahren. Beim dienstäglichen Pokalfight war BWA noch 1:3 unterlegen, am Sonntag dann drehte Aasee den Spieß um und erkämpfte beim 4:2 auf des Gegners Platz den insgesamt verdienten vierten Saisonsieg. Die Portugiesen waren sich ihrer Sache im Vorfeld wohl zu sicher und entsprechend überrascht, als sie am Ende mit leeren Händen dastanden.
  Jansen hatte bis auf die verhinderten Helmut und Björn Uhlhorn seine stärkste Truppe an Bord, oder vielleicht doch besser jene Truppe, die, wenn sie will, seine stärkste sein kann. Und am Sonntag wollte sie. Engagiert von Beginn an in den Zweikämpfen mit zeitweiligem Pressing und klugem Konterspiel. BWA machte in den ersten fünf Minuten viel richtig und hätte vielleicht in Führung gehen können, hätten sich Phillip und Frank („Ich stand besser, aber Phillip war leider schneller“) nach Johnnys überlegter Hereingabe besser abgesprochen.
  So kam die 1:0-Führung für Juventude wie eine kalte Dusche über Aasee. Aushilfslibero Dirk hatte den besseren der beiden portugiesischen Stürmer von den Beinen geholt. Sein Kollege verwandelte den berechtigten Elfmeter sicher. Überhaupt war der Aasee-Mittelläufer etwas übermotiviert oder schlicht zu langsam und schickte denselben Stürmer noch ein zweites Mal elfmeterreif auf die Asche. Der Pfiff indes blieb da aus, zum Glück für Aasee und auch den Libero. Vielleicht hätte er sonst ausgewechselt werden müssen und damit nicht die Gelegenheit gehabt, den Ausgleich zu erzielen. Phillip hatte einen Freistoß über die Mauer in den Sechzehner gelupft. Das war zwar nicht so geplant, sah aber gut aus. Johnny nahm das Leder auf umspielte den Torwart, sah sich schon jubeln - und wurde gefoult. Zweiter Strafstoß des Spiels, Dirk verwandelte ähnlich sicher wie sein portugiesischer Antipode neun Minuten zuvor. Wenn er auch sonst nix kann, dat kann er. Sonst passierte in Halbzeit eins nicht mehr viel, BWA hatte nur noch eine brenzlige Situation zu überstehen als Torwart Björn sensationell klären konnte. Auf der anderen Seite hätte Michael mit einem Freistoß auf den langen Torwinkel beinahe die Führung erzielt. Überhaupt Michael. Neben dem Taktik-König auf der Trainerbank war er der zweite Gewinner das Spiels. Er nahm den portugiesischen Spielmacher, Typ Jõao Pinto, weitgehend aus dem Spiel und fand nebenbei noch Gelegenheit, dem besseren portugiesischem Stürmer die Nerven soweit zu rauben, dass der in der zweiten Halbzeit mehr mit anderen Dingen, denn mit Fußballspielen beschäftigt war. Und schließlich brachten Michaels langen Einwürfe immer wieder Gefahr nach vorne.
  In Halbzeit zwei nutzte Aasee konsequent die sich bietenden Möglichkeiten und scorte eiskalt. In der 51. Minute verlängerte Alex einen Einwurf Michaels per Kopf in den Lauf von Johnny, der von Halblinks mit dem linken Fuß den Ball am Torwart vorbeispitzeln konnte und über Bande (Innenpfosten) einlochte. Endlich trifft der Sturmführer also wieder und diesmal gar aus beinahe unmöglicher Situation. Das Tor war wichtig und lähmte den Gegner sichtlich. Juventude ging zwar jetzt verstärkt in die Offensive, war aber zu harmlos und oft überhastet. Was Richtung Tor flog wurde sicher vom Goaly gefangen.
  BWA legte nach. Frank Schmidt zum ersten in der 62. Minute. Nach Einwurf Michael nahm er den Ball 20 Meter mittig vor dem Tor an und hämmerte ihn unter die Latte. Frank Schmidt zum zweiten in der 71. Minute nachdem Joachim sich unwiderstehlich auf links gegen sechs Iberer durchgesetzt hatte und sein Querpass vom Goalgetter nur noch eingelocht werden musste. Dass sollte es eigentlich gewesen sein, doch setzte Juventude noch einmal alles auf eine Karte und erzielte eine Viertelstunde vor Schluss den zweiten Treffer, nachdem der aufgerückte Libero aus 20 Metern den Ball in den rechten Torgiebel hämmerte. Danach machte Juventude zwar noch einmal viel Betrieb auch und gerade abseits des Spielgeschehens, es passierte allerdings nichts mehr, ja, BWA hätte sogar noch erhöhen können, wäre der ein oder andere Konter nicht so schlampig ausgespielt worden.
Den Portugiesen, die sich gegen Schluss vor allem über den Aasee-Agrarfußball aufregten (Möglichst weit weg über möglichst viele Zäune), darf man sagen. Das war zwar da nicht mehr schön, aber für den sonntäglichen Gegner reichte es.

Bis die Tage

 

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