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Grundschule im Wandel der Zeit
40 Jahre Bonhoeffer Schule
Im Interview skizziert Schulleiterin Maria Wildt die Entwicklung,
die "Ihre" Schule in 40 Jahren vollzogen hat. Schon lange
gehören auch Kooperationen mit dem SV Blau-Weiß Aasee
dazu. Und für jüngere und ältere Leseratten gibt
es auch noch einen Weihnachtsbücher-wunschtipp.
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Herzlichen Glückwunsch zum 40 jährigen
Bestehen der Dietrich-Bonhoeffer-Schule! Wie haben Sie das Jubiläum
gefeiert?
Wir haben das 40 jährige Schuljubiläum mit einem großen
Schulfest gefeiert. Schon rechtzeitig hat sich ein Festausschuss
aus Eltern und Lehrerinnen gebildet, die das Motto und die Durchführung
des Festes mit sehr vielen Ideen und großem Engagement geplant
haben. So gab es eine Zeitleiste, auf der die Geschichte der Schule
vom 1967 bis 2007 in Wort und Bild erzählt wurde. Jeder Einschulungsjahrgang
war mit den Namen aller "I-Männchen" der letzten
40 Jahre aufgelistet.
Das Schulfest begann mit einem ökumenischen Gottesdienst und
danach konnten sich alle Gäste bei Spaß und Spiel, Kaffee,
Kuchen, Würstchen Popcorn
vergnügen und begegnen.
Die Spiele für die Kinder waren so ausgesucht, dass Elemente
aus den 40 Jahren mit einbezogen wurden, wie Gummitwist und Seilchen
springen, Montagsmaler, Erbsen hauen, töpfern etc. Die Tombola,
die auch mit viel Arbeit vorbereitet und durchgeführt wurde,
war ein großer Erfolg und beschert uns im nächsten Frühjahr
die Durchführung eines Zirkusprojektes mit einem richtigen
Zirkus auf unserem Schulgelände. Das Wetter war wunderbar und
alles in allem ein gelungenes Fest.
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Skizzieren Sie bitte kurz die Geschichte der Schule.
Am 30.6.1967 Schlüsselübergabe an die Dietrich-Bonhoeffer-Schule.
Standort der evangelischen Bekenntnisschule war in der Beckstraße.
Dieses Gebäude nutzt heute die Richard-von-Weizsäcker-Schule.
1973 Umwandlung der evangelischen Bekenntnisschule
in eine Gemeinschaftsgrundschule
1.8.1993 Zusammenlegung der Dietrich-Bonhoeffer-Schule
und der Stephanusschule. Die neue Schule erhielt den Arbeitsnamen
Grundschule in der Aaseestadt.
7.12.1993 Grundschule in der Aaseestadt erhielt wieder
den Namen Dietrich-Bonhoeffer-Schule. Der Standort der Schule ist
seither an der Bonhoefferstr.50 im ehemaligen Gebäude der Stephanusschule.
Zum Ende des Schuljahres 2001/2002 wurde die langjährige
Schulleiterin Frau Renate Heine in den Ruhestand verabschiedet und
mir wurde zum 1.8.2002 die Leitung der Schule übertragen.
Im Mai 2004 wurde unsere Schule Umweltschule. Seither
sind wir noch mehr darum bemüht, Müll zu trennen, Strom-,
Wasser- und Heizkosten zu sparen, was immer besser gelingt. Seit
kurzem gibt es Bewegungsmelder in den Fluren und in den Toilettenräumen.
Zum Schuljahr 2005/ 2006 Umwandlung in eine offene
Ganztagsgrundschule. Die alte Einrichtung der Übermittagbetreuung
fand eine neue Form und ein anderes Konzept.
Seit dem Schuljahr 2007/2008 sind wir "singende
Grundschule". Unterstützt werden wir dabei von der Westf.
Schule für Musik.
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Gibt es in den 40. Jahren ein Ereignis, das für die Schule
prägend war oder Ihnen persönlich als Schulleitung als
besonders wichtig im Gedächtnis geblieben ist?
Prägend war sicherlich die Zusammenlegung der beiden Grundschulen
zu einer einzigen Schule. Das hat viel Veränderung mit sich
gebracht, für Schüler, für Eltern und für das
Kollegium. Ich selber war damals noch nicht Kollegin, habe aber
als Mutter in der Schulpflegschaft an der Konzeption der Zusammenlegung
mitgearbeitet. In meiner Erinnerung war es ein gutes Miteinander
bei den Aufregungen und Verhandlungen mit der Stadt als Träger.
Es hat die Beteiligten zusammengeschweißt und viele Eltern,
die damals beteiligt waren, sprechen noch heute davon.
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Gibt es ein bestimmtes Ziel, dass Sie sich für die weitere
Entwicklung der Schule gesetzt haben?
Ich wünsche mir, dass die Schule noch eine lange Zukunft hat.
Für mich persönlich ist es wichtig, dass Eltern und Lehrer
gemeinsam an der Bildung und Erziehung der Kinder mitwirken. Ich
wünsche mir weiterhin einen vertrauensvollen Umgang aller Beteiligten
und dass sich an unserer Schule vor allem die Kinder, aber auch
die Eltern und die Lehrer wohl fühlen. Denn wo ich gerne bin,
da kann ich auch gut lernen und arbeiten.
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Die Schule ist nach Dietrich Bonhoeffer benannt. Werden die
Schüler Ihrer Schule im Unterricht mit dem Wirken dieser Person
konfrontiert?
Seit ein paar Jahren gibt es immer zum Geburtstag Dietrich Bonhoeffers
(am 4. Februar) einen Projekttag, der in den verschiedenen Jahrgangsstufen
unterschiedlich gestaltet wird.
Zum 100. Geburtstag Bonhoeffers hatten wir in der Jakobuskirche
einen sehr eindrucksvollen, kindgerecht gestalteten Gottesdienst.
Jedes Jahr sollen die Kinder ein bisschen mehr von der Person Bonhoeffers
erfahren, so dass sie, wenn sie die Schule verlassen, wissen, wer
diese wichtige Person war. Ein Motto Dietrich Bonhoeffers ziert
das Deckblatt unseres Schulprogramms:
"Gehorsam macht blind,
Freiheit hat offene Augen"
Das versuchen wir in unserer pädagogischen Arbeit zu vermitteln
und zu leben.
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Als wohnortnahe Grundschule erfüllt die Bonhoeffer Schule
eine wichtige Funktion in der Aaseestadt. Was ist aus Ihrer Sicht
darüber hinaus charakteristisch für die Schule?
Unsere Schule ist Stadtteilschule. Das zeigt sich in der Zusammenarbeit
mit den Kirchengemeinden, den Kindergärten, der Stadtbücherei,
dem Sportverein, dem Runden Tisch.
Ich sehe uns als eine Grundschule, mit dem Ziel, die Kinder so
gut zu fordern und zu fördern wie es in unseren Kräften
steht. Dabei soll das Arbeiten in der Schule allen Freude bereiten.
Ich bin sehr darum bemüht, dass im Lehrerkollegium eine gute,
freundliche Atmosphäre herrscht, in der offen miteinander umgegangen
werden kann, Kritik möglich ist sich jede Kollegin weiter entwickeln
kann und wir als Kollegium auch. Ich glaube, dass dies immer wieder
gut gelingt. Wichtig ist mir auch die Zusammenarbeit mit den Eltern.
Wir sind offen für Anregungen und für konstruktive Kritik,
aber wir sind auch die Experten, wenn es um die pädagogische
und methodische Arbeit im Unterricht geht. Ich freue mich immer
wieder über gute Rückmeldungen und über die viele
Unterstützung, die wir von Seiten der Eltern erfahren.
Am wichtigsten ist uns das Wohl der Kinder, die zu uns in die Schule
kommen. Sie sollen alle nach ihren Möglichkeiten lernen können.
Das heißt nicht, dass alle Kinder zum Gymnasium gehen. Sie
sollen sich so entwickeln können, dass sie Freude am Lernen
finden und behalten, auch über die Grundschulzeit hinaus. Wir
möchten sie neugierig machen auf das Leben und Lernen, offen
sein für ihre Fragen und Nöte, ihnen auch Grenzen aufzeigen.
Wichtig ist, dass die Kinder lernen, friedlich miteinander umzugehen
und Konflikte gewaltfrei auszutragen. Dazu gibt es schon seit längeren
Jahren den wöchentlichen Klassenrat.
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Rein räumlich gesehen, sind Bonhoeffer Schule und Blau-Weiß
Aasee ganz enge Nachbarn, die zudem Sporthalle und -platz gemeinsam
nutzen. Wie sehen Sie das tatsächliche Verhältnis der
beiden Institutionen? Was läuft besonders gut, was könnte
Ihrer Meinung nach verbessert werden, wo sehen Sie Chancen für
die Zukunft?
Viele Kinder und Eltern unserer Schule sind auch aktiv im Sportverein
Blau-Weiß-Aasee. Daher gibt es schon allein dadurch gemeinsame
Berührungspunkte. Auch die gemeinsamen Treffen am Runden Tisch
Aaseestadt tragen zum Austausch bei. Mit der offenen Ganztagsschule
kooperieren wir von Beginn an mit dem Sportverein als außerschulischen
Anbieter von Projekten (Fußball, Spomo, Volleyball.)
Es gab Zeiten, da war das Verhältnis von Schule zum Sportverein
und umgekehrt eher gespannt. Ich denke, dass diese Zeiten vorbei
sind und ich mit dem Vorsitzenden des Sportvereins Hugo Domin im
guten Kontakt bin. Sicher könnte man sich häufiger austauschen,
doch es muss auch Themen geben, die dann wichtig sind. Ich freue
mich über gegenseitige Einladungen zu Festen, auch wenn man
nicht immer alle Termine wahrnehmen kann. Eine gute Möglichkeit,
Kontakt zu halten ist sicherlich auch euer Bistro. Immer häufiger
finden Elternstammtische in diesem Bistro statt. Es kommt so langsam
in die Köpfe, dass es das gibt.
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Die Sanierungsmaßnahmen an der Sporthalle sollten mit
Ende der Sommerferien abgeschlossen sein, haben sich aber bis in
die Herbstferien gezogen. Das Training vieler unserer Mannschaften
ist dadurch stark beeinträchtigt worden. Wie sah das mit dem
Schulsport aus?
Sehr geärgert habe ich mich darüber, dass der Sportunterricht
erst nach den Herbstferien so richtig in Gang kommen konnte. Die
Informationen über den Fortschritt der Bauarbeiten habe ich
mir immer selber einholen müssen. Gott sei Dank war das Wetter
noch einigermaßen gut, so dass wir viel draußen Sport
treiben konnten.
Ich freue mich natürlich über die renovierten Sanitäranlagen,
habe aber wenig Verständnis für eine solche Planung der
beteiligten Ämter. Immer wieder wird gefordert: Mehr Bewegung
in die Schulen. Dann scheitert das Bewegungsangebot an einer Fehlplanung
der Renovierungsmaßnahme. Schade!
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Treiben Sie selber Sport? Welche sportliche Leistung imponiert
Ihnen besonders?
Regelmäßig walke ich (nordic walking) und fahre viel
Fahrrad. Ab und zu gehe ich auch schwimmen. Das ist aber nicht mehr
so prickelnd, seit die Bäder nach der Schließung einiger
Standorte so wahnsinnig voll sind, so dass man kaum richtig Bahnen
schwimmen kann.
Ich bin ein besonderer Fan des USC Münster. Manchmal gehe
ich auch zu den Spielen, wenn es meine Zeit zulässt. Aber ich
verfolge die Erfolge und Niederlagen regelmäßig in der
Zeitung oder im Internet. Große Achtung habe ich vor der Frauenfußballnationalmannschaft.
Dieser Fußball gefällt mir echt gut, weil es da i.A.
noch nicht so viel "Holzerei" gibt und weil ich es einfach
klasse finde, dass Frauen in einem doch eher männlich besetzten
Sport so erfolgreich sind.
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Die Abende werden jetzt wieder länger und Weihnachten steht
vor der Tür. Können Sie ein Buch für den Weihnachtswunschzettel
empfehlen?
Ich bin ein großer Krimifan und finde immer wieder spannende
Kriminalromane. Aber ich lese auch gerne Märchenhaftes. Eines
meiner Lieblingsbücher ist der Märchenroman von Hans Bemmann:
"Stein und Flöte", erschienen im Weitbrecht - Verlag.
Allerdings muss man sich Zeit nehmen für 818 Seiten, also wirklich
etwas für lange Winterabende. Und für Kinder kann ich
immer wieder empfehlen: Lest die Bücher von Astrid Lindgren!
Allen Leserinnen und Lesern und Mitgliedern des Sportvereins Blau-Weiß-Aasee
wünsche ich eine gute Zeit.
Maria Wildt
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