|
Integrative Fußballgruppe WM-Eskorte
für Japaner
Höhepunkt schon vor dem Spiel

Die integrative Fußballgruppe als Eskorte
für die japanische Nationalmannschaft
Obwohl die zweite integrative Fußballgruppe des SV Blau-Weiß
Aasee erst seit April besteht, durften die 9-11jährigen Jungs
schon WM-Luft schnuppern. Beim Vorrundenspiel der INAS FID WM zwischen
Japan und Nordirland in Hiltrup eskortierten sie die japanische
Nationalmannschaft auf das Spielfeld. Trainer Andreas Flamme berichtet
von einem aufregenden Tag.
Am 7. September kam die 4. INAS-FID nach Münster, die vierte
Fußball-Weltmeisterschaft der Menschen mit Behinderung. Im
Hiltruper Stadion trafen die Mannschaften aus Nordirland und Japan
aufeinander, um sich im letzten Vorrundenspiel der Gruppe A miteinander
zu messen. Allein das sorgte schon in und um Münster für
helle Aufregung und Vorfreude. Besonders groß war die Vorfreude
bei den Kickern der integrativen Fußballgruppe 2, die seit
den Osterferien diesen Jahres aktiv sind und jeden Freitag von 16-
17 Uhr auf dem Ascheplatz der Blau-Weißen für Wirbel
sorgen. Die Spieler bekamen die einmalige Möglichkeit als Eskorte
gemeinsam mit den Spielern der Nationalmannschaften ein zu laufen,
zusammen die Nationalhymnen zu erleben und anschließend miteinander
das Spiel zu schauen.
Am Donnerstag trafen sich die zwölf Spieler um 9.30 Uhr vor
dem Eingang des Stadions. Großartige Unterstützung bekamen
die Spieler, Eltern und Betreuer der Gruppe durch Severine Höing,
Ira Korf und Richard Codarcea von der Lebenshilfe Münster,
die bei den Vorbereitungen des besonderen Erlebnisses vor Ort helfend
zur Seite standen. Jeder der Spieler bekam eine komplette Ausrüstung,
wie es für eine Eskorte eben so üblich ist. Neben Stutzen
und Hosen, die freundlicherweise von den Verantwortlichen des TuS
Hiltrup zur Verfügung gestellt wurden, durfte sich jeder noch
ein ganz besonderes Kleidungsstück überstreifen: Das offizielle
WM-Trikot der Fußball-Eskorte, welches neben den zwölf
Blau-Weißen auch noch acht Spieler der Papst Johannes Schule
trugen.
Die Aufregung, die bei vielen schon direkt nach dem Aufstehen riesig
war, wuchs nun von Minute zu Minute und als sich die Gruppe dann
eine halbe Stunde vor Beginn des Spiels, also um 11.00 Uhr vor den
Kabinenausgang aufstellte, konnte es keiner mehr erwarten endlich
auf das Feld zu laufen. Dann endlich um 11.15 Uhr kamen die Nationalspieler
aus den Katakomben. Die Nordiren nahmen die Jungen des TuS Hiltrup
an die Hand und die Japaner die unsrigen, oder war es doch umgekehrt?
Denn die Zeit des Wartens hatte nun endlich ein Ende und so griff
jeder der Kleinen schnellstmöglich die Hand "seines"
Spielers. Es konnte losgehen!

Warten auf die Nationalspieler
Und mit den ersten Schritten Richtung Spielfeld schien die Nervosität
schon verflogen. Alles lief reibungslos, gerade so, als ob die Jungs
noch nie etwas anderes gemacht hätten. Nach einigen Grußworten
der Vorsitzenden der Lebenshilfe Münster, Doris Langenkamp
und des Oberbürgermeisters ertönte zuerst "God save
the Queen" für die Nordiren. Als dann für die Japaner
"Kimi Ga Yo" erklang, war der nächste Höhepunkt
gekommen. Jeder der Kicker hatte seine eigene Interpretation für
die Situation parat. Das Spektrum reichte von hoch andächtig,
über kontrollierte Lockerheit bis hin zu leichter Müdigkeit.
Letzteres regte doch einige der 4.500 Zuschauer zum Schmunzeln an.
Nach der Nationalhymne sprinteten die Jungs vom Feld und die allgemeine
Freude über das gerade Erlebte auf ihren Gesichtern war mehr
als deutlich zu erkennen.
Als Dankeschön durften die Aaseer das WM-Trikot mit nach Hause
nehmen und bekamen neben Essens- und Getränkegutscheinen auch
noch eine Mütze geschenkt. Pünktlich zum ersten Tor des
Spiels durch die Japaner waren dann auch alle wieder umgezogen.
So verpasste keiner die entscheidenden Szenen des Spiels, welches
übrigens verdient 2:1 für die Nordiren ausging. Aber das
war an diesem Tag zweitrangig, denn die Jungs hatten ihr "Spiel"
souverän gewonnen.
Ein riesen Dankeschön muss noch einmal an die großartige
Unterstützung von Seiten der Lebenshilfe ausgesprochen werden.
Ohne die tolle Organisation durch Eva Silberberg im Vorfeld und
Zusammenarbeit vor Ort wäre das Erlebnis Fußball-Eskorte
doch um einiges nervenaufreibender geworden.
Andreas Flamm
|