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Janosch-Café

Anmerkung der Internetredaktion:
Der folgende Aaseher-Artikel über das Janosch-Café besteht aus drei selbständigen Teilen. Zur besseren Übersichtlichkeit im Internet lassen sich diese Teile hier direkt anwählen:

Verabschiedung von Peter Lammerding
Rückblick von Peter Lammerding auf seine Tätigkeit
Vorstellung des neuen Koordinators Hendrik Klupsch

Abschied von Peter Lammerding

30 Monate lang war Peter Lammerding als Koordinator des Janosch-Cafés tätig und berichtete regelmäßig im Aaseher über aktuelle Ereignisse. Diese Aufgaben wird nun Hendrik Klupsch wahrnehmen.

Die offizielle Verabschiedung fand in kleinem Kreis am 15. November in den Räumen der Jakobus Gemeinde statt. Für die drei Träger des Jugendtreffs, die Kirchengemeinden St. Stephanus und Jakobus sowie den SV Blau-Weiß Aasee, nahmen Pfarrer Rüster, Pfarrer Mustroph und Stefanie Ehling an der Feier teil. Sie bedankten sich für die von Peter unter nicht immer einfachen Umständen geleistete Arbeit. "Niemand kann zwei Herren dienen," zitierte Pfarrer Mustroph aus der Bibel. Peter habe jedoch das Kunststück vollbracht, drei Herren zu dienen. Mit seiner Arbeit habe er wesentlich zur Entschärfung der Situation am Aaseemarkt beigetragen. Dabei habe er immer viel Einfühlungsvermögen gezeigt und klare Linien vertreten.

Ein besonderes Dankeschön hielt die Leiterrunde des Janosch für Peter bereit. Die Jugendlichen verabschiedeten sich mit einem Gedicht:

Lieber Peter,
Es geschah jeden Mittwoch um halb acht
man traf sich voller Tatendrang
meist hat es sehr viel Spaß gemacht
Peter war ein toller Fang
Er war immer motiviert
Gäbs ohne ihn das Janosch noch?
War sonst wer je so engagiert?
Ohne ihn entsteht ein Loch
Wir waren schon sehr verzweifelt
denn Peter stand uns nah
Zum Glück kam Hendrik angeeifelt
Als Freund bist Du noch weiter da
Was wir Dir eigentlich sagen wollen:
D A N K E !

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Rückblick von Peter Lammerding:
30 Monate im Janosch-Café

Ein Rückblick auf Höhen und Tiefen meiner Tätigkeit im Jugendzentrum an der Beckstraße in der Aaseestadt. Erfahrungsbericht gegliedert in drei Thesen und Gegenthesen mit abschließender Synthese.

These 1: Jugendarbeit kann so einfach sein
Erläuterung: Zum Einstieg gab ich eine Tüte Gummibärchen aus. Dieser kleine Köder genügte, um im Mai 1999 einige Jugendliche aus Jakobus, Stephanus und Blau-Weiß Aasee zu einem gemeinsamen Treffen zum Thema: ' Die Zukunft des Janosch-Cafés zusammenzuführen. Seitdem tagt jeden Mittwoch Abend ab 19.30 Uhr die Janosch-Team-Runde - obwohl es schon lange keine Gummibärchen mehr gibt.

Gegenthese: Jugendarbeit ist zum Verzweifeln
Erläuterung: Ich zitiere hierzu aus der 'Checkliste für Auserwählte des Janosch-Cafés' (Die Arbeitsanleitung für BetreuerInnen im Janosch-Café). Hier steht unter Punkt 14: 'Müll - Das Janosch-Café verfügt über ein hochmodernes Müllsammelkonzept (MSK). Zentraler Bestandteil des MSK ist die extrem hohe Müllsammelbehälterdichte.' (7 Mülleimer im Haus, 1 Ascher mit Mülleinfüllmöglichkeit am Eingang sowie drei Mülltonnen am Hinterausgang)
Trotz des MSK ist es mir nie wirklich gelungen, die Jugendlichen dahin zu bringen, unaufgefordert und gewaltfrei ihren Müll in diesen Behältnissen zu lagern.

These 2: Die Tätigkeit in einem Jugendzentrum ist lehrreich
Erläuterung: in den 2 1/2 Jahren habe ich eine Menge gelernt:
▪ Hardlife ist kein sozialkritisches Diskussionsforum für Jugendliche im Internet
▪ Ein Bierwurm unterscheidet sich wesentlich vom gemeinen Regenwurm
▪Mit Weizenbier lassen sich phantastische Hefepilze in Blumentöpfen züchten

Gegenthese: Wirklich wichtige Dinge kann man im Jugendzentrum nicht lernen
Erläuterung:
▪ Trotz vielfacher Bemühungen seitens der Jugendlichen und dem Einsatz verschiedenster pädagogischer Konzepte, kann ich immer noch nicht richtig kickern
▪ Der Kapitalerwerb durch Aktienhandel ist mir weiterhin recht fremd, obwohl Mitglieder des Janosch-Teams dadurch schon zum Golfspielen gekommen sind
▪ Selbst durch intensives Studium spezieller Videoaufnahmen, aufgenommen im Skater-Palast, blieb mir die einzig wahre Fortbewegungsmöglichkeit des dritten Jahrtausends, das Skateboardfahren, weitestgehend verschlossen

These 3: In einem Jugendzentrum gibt es immer genug zu tun
Erläuterung: Als ich im Mai 1999 als Koordinator im Janosch-Café einstieg, sah ich eine große Menge von Aufgaben, die nur darauf warteten, in Angriff genommen zu werden und so legte ich los.

Gegenthese: In einem Jugendzentrum wird nie etwas fertig
Erläuterung: Nach 2 1/2 Jahren eifriger Arbeit stelle ich erstaunt fest, dass es eine große Menge von Aufgaben gibt, die darauf warten, in Angriff genommen zu werden...

Synthese:
Mit diesen Gedanken und entsprechenden Gefühlen wünsche ich allen die sich für das Janosch-Café engagieren viel Freude bei erfolgreicher Arbeit und viel Gelassenheit bei Misserfolgen. Nachdem wir Millenium und BSE-Krise schadlos überstanden haben, bin ich sehr zuversichtlich, was die Zukunft des Jannosch-Cafés betrifft.
Eine persönliche Empfehlung zum Abschied: Wenn es dann doch einmal etwas finster ausschauen sollte, dann versucht es mit einer Tüte Gummibärchen!
Peter Lammerding (Koordinator im Janosch-Café, Mai 1999-Oktober 2001)

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Hendrik Klupsch stellt sich vor

Hallo!
Für alle eiligen Seitenüberflieger:
Mein Name ist Hendrik Klupsch, ich bin 26 Jahre alt, Student und seit dem 14.11.2001 der neue Ansprechpartner für das Team des Janosch-Cafés.

Für alle Menschen mit etwas mehr Zeit:
Ursprünglich komme ich aus Dinslaken, 1994 bin ich dann nach Münster gezogen, um katholische Theologie zu studieren. Seit Mai diesen Jahres kann ich endlich mein Diplom in der Hand halten, aber im Oktober 2000 habe ich mich in das nächste Studium gestürzt, um später den Beruf des Pastoralreferenten ausüben zu können. Für die nächsten ca. 2  Jahre werde ich noch an der Katholischen Fachhochschule in Münster sein, um mich dort in die Sozialarbeit zu vertiefen.

Neben der Schule und dem Studium hatte für mich schon immer die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eine besondere Bedeutung. Mit 8 Jahren habe ich als kleiner Pfadfinder angefangen, und seit ich 15 bin leite ich auch selbst Gruppen.

Mein Engagement bei den Pfadfindern habe ich bis heute nicht aufgegeben. Ich leite eine Gruppe von 16-20jährigen PfadfinderInnen in Gievenbeck und ich bin als Bezirksvorstand (Bezirk = Stadtgebiet von Münster mit ca. 1000 PfadfinderInnen) tätig. Über diese Arbeit habe ich auch Claudia Urhan vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familien kennen gelernt. Sie hat mir davon erzählt, dass eine Person gesucht würde, um die Nachfolge von Peter Lammerding anzutreten und ob ich nicht jemand wüsste, der dies tun könne oder ob ich selber dazu bereit wäre.

Nach einer kurzen Bedenkzeit und einem Gespräch mit Peter war mir dann klar, dass ich den Job gerne übernehmen würde. Nachdem auch die drei Träger des Janosch-Cafés, der Blau-Weiß Aasee, die Jakobus- und die St. Stephanus-Gemeinde, mit mir einverstanden waren, wurde ich beim Treffen des Janosch-Teams am 14.11. offiziell eingeführt und Peter verabschiedet.

Ich muss eingestehen, dass meine Erfahrungen mit dem Innenleben eines Sportvereins begrenzt sind auf meine Jugendzeit, in der ich beim MTV Rheinwacht Dinslaken Handball gespielt habe. Um so mehr freue ich mich, dass mit dem Blau-Weiß Aasee ein sehr aktiver Verein an der Trägerschaft des Janosch-Cafés beteiligt ist und ich so die Gelegenheit bekomme, durch die Zusammenarbeit mit Ihnen mein Blickfeld in Bezug auf die Jugendarbeit zu erweitern.
Ich hoffe, dass ich den einen oder die andere von Ihnen auch mal kennen lernen werde und dass wir in den nächsten 2 Jahren gemeinsam für das Janosch-Café etwas leisten können.
Hendrik Klupsch

 

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