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Offene Ganztagsschule
Neue Herausforderung
Auch Blau-Weiß Aasee beschäftigt sich
intensiv mit dem Thema Offene Ganztagsschule. Über die Chancen,
die der Verein hier sieht, informiert Beate Heeg.
Um den gravierenden Mangel an Plätzen zur Schulkindbetreuung
zu beheben und gleichzeitig teurere Hortplätze einzusparen,
hob die Landesregierung in NRW das Modell der Offenen Ganztagsgrundschule
aus der Taufe: Seit dem Beginn des Schuljahres 2003 / 2004 können
die Schulen Betreuungsplätze am Nachmittag anbieten. Bis 2007
soll damit 200.000 Grundschulkindern an ca. 1/ 3 aller Grundschulen
in NRW täglich eine Betreuung bis 16.00 Uhr unter dem Dach
der Schule angeboten werden können. Verantwortlich für
Organisation und Koordination sind zunächst die Schulen. Sie
können Träger der freien Jugendhilfe wie Kindertagesstätten
oder Jugendangebote ebenso einbeziehen wie Sportvereine und Musikschulen,
kommerzielle Anbieter und Ehrenamtliche.
Auch in der Stadt Münster stieß dieses Angebot von Anfang
an auf viel Zuspruch. Mit dem kommenden Schuljahr werden mehr als
die Hälfte der Münsteraner Grundschulen eine solche Betreuung
anbieten. Der Rat der Stadt Münster beschloss daher, neben
den vom Land zur Verfügung gestellten Mitteln zusätzliche
Zuschüsse in den Haushalt zu stellen, um die Qualität
der Betreuung in der Offenen Ganztagsgrundschule zu steigern und
gleichzeitig die Betreuungsbeiträge für junge Familien
moderat zu gestalten.
Im Südviertel war die Matthias-Claudius-Schule, die allerdings
schon vorher ein ganztägiges Betreuungsangebot vorhielt, von
Anfang an dabei. Mit dem kommenden Schuljahr will die Bonhoefferschule
in das Programm einsteigen. Zum Schuljahr 2006 / 2007 wird auch
die Johannisschule mit einem Angebot der Offenen Ganztagsschule
starten, da die Gelder für die Betreuung in der Elterninitiative
Johannis-Kids e.V. dann leider gestrichen werden.
Während BWA in der Matthias-Claudius-Schule neben vielen anderen
Anbietern, wie vorher auch, mit seinem Angebot der Sportmotorischen
Förderung beteiligt ist, will die Bonhoefferschule ihren Schwerpunkt
der "Bewegungsfreudigen Schule" auch im Angebot der Offenen
Ganztagsgrundschule fortsetzen. Dazu gehören könnten Schwimm-
und Tanzkurse ebenso wie Volleyball- und Fußball-Gruppen,
aber auch Angebote wie "Toben und Raufen" oder "Mädchen
stark machen". Damit könnte BWA zu einem Hauptanbieter
im nachmittäglichen Bereich an der Bonhoefferschule werden.
Wie die Angebote konkret aussehen werden, muss in den nächsten
Wochen noch verhandelt werden. Ein Problem für die Sportvereine
im Allgemeinen und auch für BWA könnte sein, geeignete
ÜbungsleiterInnen für die Zeit zwischen 14:30 und 16:00
Uhr zu finden. Auch wie sich die Mitgliederstruktur des Vereins
aufgrund eines solchen Angebotes in der benachbarten Schule auf
Dauer verändert, muss sich noch in den nächsten Jahren
zeigen: Wird es Abmeldungen geben aufgrund des Angebotes in der
Schule - oder werden neue Kinder geworben, etwa beim Wechsel auf
die weiterführende Schule?
Trotz aller noch offenen Fragen handelt es sich für BWA um
eine reizvolle Aufgabe, die sicherlich einen weiteren Schwerpunkt
in der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Trägern
und damit in der Vernetzungsarbeit im Südviertel bilden wird.
Beate Heeg
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