Verpachten statt verkaufen!

Bildquelle: Digitale Sammlungen der ULB Münster | Info (PDF)

Stark steigende Miet- und Grundstückskosten gelten als unausweichliches Phänomen wachsender Städte. Einkommensschwache BürgerInnen werden aus den Zentren verdrängt. Eine sozial ausgewogene Stadtentwicklung in solchen „Boom-Towns“, zu denen sich auch Münster zählt, erscheint kaum realisierbar.

Bereits seit langem praktizierte Erbbaurechtsmodelle in anderen florierenden Städten wie Amsterdam zeigen jedoch, dass es durchaus anders geht.

Kann Münster hiervon lernen?

Diese Frage stellt BuWo einer Expertin in Sachen Erbbaurecht aus der niederländischen Metropole, Daniela Wullers, sowie Vertretern politischer Parteien aus Münster bei einer Podiumsdiskussion.

Die Veranstaltung startet mit einer kurzen Einführung zum Thema am Freitag, den 8. Mai, um 18 Uhr im Forum LaVie Treffpunkt Gievenbeck, Dieckmannstr. 127, 48161 Münster.
Der Eintritt ist frei.

 

Die Veranstaltung zum Erbbaurecht findet im Rahmen der BuWo-Veranstaltungsreihe „Zukunftsfähiges Leben und Wohnen in Münster“ statt, die umrahmt wird von einer Ausstellung über CoHousing Cultures in Europa.

Die thematische Einführung übernimmt Dr. Egbert Dransfeld vom Institut für Bodenmanagement in Dortmund.
Daniela Wullers, Strategie- und Politikberaterin der Wohnungsbaugesellschaft Ymere Amsterdam, berichtet über die lange Tradition des Erbbaurechts in Amsterdam als Instrument einer Gemeinwohl orientierten Stadtentwicklung (PDF | 1 MB).

Die Podiumsdiskussion wird Petra Teitscheid moderieren .

Teilnehmer*innen der Podiumsdiskussion werden sein:

  • Dipl. Ing. Daniela Wullers,
  • Susanne Dähne (Grüne), angefragt
  • Thomas Fastermann (SPD),
  • Frank Baumann (CDU).

 

Das Erbbaurecht – früher auch als „Erbpacht“ bezeichnet – entspricht einem historisch gesehen lang erprobten Modell im Umgang mit Allgemeineigentum. Der Vorteil gegenüber einem schlichten Verkauf von Liegenschaften liegt darin, dass die Eigentümerin – Gemeinden, Städte, aber oft auch Kirchen – weder das Land selbst noch den vollständigen Einfluss auf das Schicksal des zu verpachtenden Grundstücks verlieren.

Zudem hat die öffentliche Hand durch den Pachtzins einen verlässlichen Gewinn mit langfristiger Perspektive (Pachtverhältnisse laufen zumeist über eine Zeitraum von 99 Jahren).

Die Politik behält Steuerungsmöglichkeiten, indem sie für die Realisierung gemeinnütziger Ziele den passenden Pächtern entsprechende Vergünstigungen (z.B. einen verminderten Pachtzins) einräumt.

Die Pächter wiederum gewinnen bei richtiger Anwendung des Modells eine realistische Chance, in Ballungsgebieten an geeignete Grundstücke zu kommen. U. a. aufgrund der langen Laufzeiten bietet das Erbbaurecht die hinreichende Sicherheit für die Realisierung von (allgemein bezahlbarem) Wohnraum.

Insbesondere für selbst initiierte bzw. verwaltete gemeinschaftliche Wohnprojekte in Innenstadtnähe eröffnen könnten sich hierbei lang ersehnte Möglichkeiten …

Weitere Informationen zum Thema:

 

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